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Eine deutliche Vergrößerung der Erdaushub-Endlagerfläche ? an der Nordwestflanke von Brandholz ? könnte der RMD Erlösquellen sichern.

Brandholz-Erweiterung angedacht

Sanierungsplan der Deponie wird vorgestellt

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Der Hochtaunuskreis und der Main-Taunus-Kreis müssen als Gesellschafter der Rhein-Main-Deponie (RMD) finanziell für die aufgelaufenen Defizite geradestehen. Am Freitag wird der Sanierungsplan für das Abfallwirtschaftsunternehmen vorgestellt.

Der Überbringer schlechter Nachrichten ist nicht zu beneiden. Im Falle der RMD-Sanierung wird bei der morgigen Pressekonferenz der vor zwei Monaten eingestellte, neue Sprecher der Geschäftsführer Heino von Winning diesen undankbaren Job wohl übernehmen müssen. Der 66-jährige Steinbacher wird dann den detaillierten Sanierungsplan für die schwer angeschlagene Rhein-Main-Deponie GmbH vorstellen.

Bereits im März hatten der Hochtaunuskreis und der Main-Taunus-Kreis als gleichberechtigte Gesellschafter die ersten Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Sanierungsgutachtens vorgelegt, mit dem die RMD überlebensfähig gemacht werden soll. Nach bislang durchgesickerten Informationen werden in den kommenden Jahren Zahlungen der Gesellschafter in zweistelliger Millionenhöhe nötig sein, um das aufgelaufene Defizit auszugleichen. Nach derzeitigem Stand wären das nach Angaben des Main-Taunus-Kreises für jeden der beiden Gesellschafter bis zu 35,5 Millionen Euro – je nachdem, wieviel Geld über Banken aufgebracht werden könnte.

Schwierig wird das auch deshalb, weil das Unternehmen Umsatz und Erlöse kurzfristig nicht in erheblichem Maße steigern kann.

„Wir haben alle Ideen, die bereits in den Vorjahren gemacht wurden, nochmals ausgegraben“, teilt dazu Heino von Winning auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Dazu gehört auch die erhebliche Erweiterung der Erdaushub-Deponie auf Brandholz, die nach Informationen dieser Zeitung bis zur B275 reichen könnte. „Das ist ein langfristiges Projekt, dessen Genehmigungsverfahren mindestens vier bis fünf Jahre laufen wird. Die im Mai begonnenen Voruntersuchungen auf Brandholz werden ein Jahr dauern und sind erst im Frühjahr 2019 abgeschlossen“, so der RMD-Chef. „Wir sind mit dem Regierungspräsidium über die weiteren Genehmigungsschritte im Gespräch.“

Von Winning sieht derzeit keine Anhaltspunkte auf eine ablehnende Haltung der Genehmigungsbehörde. Weil eine formale Genehmigung erst nach einer öffentlichen Auslegung der Planungen und einem Erörterungstermin möglich sei, würden aber noch mehrere Jahre ins Land gehen, bis endgültiger entschieden ist.

Als einzig andere, zusätzliche Erlösquelle sieht Heino von Winning eine kleine Erweiterungsmöglichkeit des bestehenden Deponiekörpers am Standort in Wicker für Hausmüll und Verbrennungsschlacke. Zusätzliche Sanierungsmaßnahmen sehen den Verkauf von nicht benötigten Immobilien der RMD-Gruppe, Preiserhöhungen sowie die Optimierung von technischen Anlagen vor.

Richtig bitter dürfte es für die Beschäftigten werden. Im Frühjahr sickerte aus RMD-Kreisen durch, dass viele der rund 160 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Exakte Zahlen wird die RMD-Spitze wohl am Freitag bekanntgeben.

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