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Der Brückenheilige wacht: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat bekräftigt, dass das Alte Höchster Schloss der Öffentlichkeit zugänglich sein soll ? egal, wie die Verhandlungen mit dem derzeitigen Pächter der Gastronomie in Schlosshof und -keller ausgehen werden.

Gespräche laufen

Schlosscafé: Stiftung zieht fristlose Kündigung zurück

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Die Kündigung des Schlosscafé-Pächters hat ziemliche Wellen geschlagen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sagt jedoch, das Alte Höchster Schloss werde auf jeden Fall öffentlich zugänglich bleiben – egal, wie der Streit mit dem Pächter ausgeht.

Rund 1500 Unterschriften hat Schlosscafé-Wirt Holger Häußer zusammen: Unterschriften von Menschen, die sich gegen seine fristlose Kündigung als Pächter der Gastronomie im Schloss aussprechen. Nach Auskunft von Dr. Ursula Schirmer, Sprecherin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sei diese fristlose Kündigung jedoch „gegenstandslos geworden“, nachdem Häußer auf Aufforderung fehlende Unterlagen vorgelegt habe. Die Streitfrage ausstehender Nebenkostenzahlungen werde gerichtlich gelöst: „Herr Häußer hat seine Ansicht und wir haben unsere.“

Auch die Bürgervereinigung Höchster Altstadt setzt sich nun dafür ein, dass zwischen der Stiftung und Holger Häußer eine Einigung erzielt wird. Der freie Zugang zum Alten Höchster Schloss beziehungsweise zur Schlossterrasse müsse gewährt bleiben. Das hat die Stiftung inzwischen auch zugesagt: Es sei nicht beabsichtigt, der Öffentlichkeit den Zugang zum Schlossgelände zu verwehren; er sei unabhängig von der Gastronomie.

Zum Konflikt zwischen der Stiftung und ihrem Mieter möchte sich die Bürgervereinigung nicht äußern: „Hierzu ein Urteil zu fällen verbietet sich für uns, da wir die tatsächlichen Fakten nicht kennen“, heißt es in einer Mitteilung. „Trotzdem kann es uns im Interesse der Höchster, aber auch der Altstadtbesucher, nicht gleich sein, was mit dem Schloss und der Schlossterrasse weiter geschieht. Immerhin ist das Schloss mit der Schlossterrasse ein Hauptanziehungspunk für die Altstadt. Der Zugang zur Schlossterrasse muss daher wie bisher frei zugänglich bleiben, möglichst auch mit einer Bewirtung.“

Festzuhalten sei, dass Häußer nicht nur für eine ansprechende Gastronomie gesorgt habe, sondern auch dafür, dass die Schlossterrasse „weitgehend von Zerstörungen freigehalten wurde“, unterstreicht die Bürgervereinigung. Ein Schutz des Schlossgeländes durch den Betreiber der Gastronomie biete sich geradezu auch im Interesses der Stiftung an, heißt es weiter. Für die Stiftung sollte es daher nicht nur von Interesse sein, dass ein Denkmal gut renoviert ist, sondern es müsse auch mit Leben erfüllt sein, betont die Bürgervereinigung. Hinzu komme, dass dieses „offene“ Denkmal auch für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Öffentlichkeitswerbung sei, so die Bürgervereinigung. Und: „Es wäre auch wünschenswert, wenn die Räumlichkeiten im Alten und im Neuen Schloss wieder einer Nutzung zugeführt würden“, heißt es weiter in der Mitteilung. Die Bürgervereinigung bittet darum, dass sich die Kontrahenten zusammensetzen, um eine Lösung zu finden – „im Sinne der Förderung der Höchster Altstadt“.

Über das Thema möchte auch die unabhängige Wählerliste Frankfurt-West bei ihrem nächsten „Meetwoch“ am 5. September diskutieren. Sie lädt dazu von 19 Uhr an in den „Schwan“ am Höchster Schlossplatz ein. Interessierte sind willkommen.

Unterdessen ist das Programm zum „Tag des offenen Denkmals“ veröffentlicht worden. Im Frankfurter Westen sind neben der Justinuskirche, der alten Unterliederbacher Dorfkirche in der Heugasse und dem Pumpwerk Griesheim auch das Alte Höchster Schloss geöffnet.

Tag des offenen Denkmals

Das Programm gibt es komplett unter besucher/programm/

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