Schwimmen nicht möglich

Schüler demonstrieren für Baderöffnung in der Dahmannschule

Ein Wasserschaden in den Umkleiden verhinderte Anfang des Jahres die Inbetriebnahme des Schwimmbads der Dahlmannschule. Seitdem ist nichts passiert. Gestern demonstrierten die Schüler gegen die Untätigkeit der Stadt. Nun soll es Mitte Oktober zumindest einen Gesprächstermin geben.

„Ein Schwimmbad ist toll, aber dann macht es auch voll“, steht auf dem Plakat einer Schülerin. „Was ist eine Schule mit Schwimm-Schwerpunkt ohne Schwimmbad?“ auf dem einer anderen. Die 330 Schüler der Dahlmannschule haben gestern die große Pause genutzt, um lautstark zu demonstrieren. Dafür, dass die Stadt endlich das Schwimmbad im Untergeschoss der Grundschule eröffnet.

Erst waren Baumängel das Problem, dann wurde im Dezember vergangenen Jahres – das Becken war bereits voll – ein Wasserschaden in den Umkleidekabinen entdeckt. Rund 7000 Liter Wasser flossen durch eine undichte Leitung zu den Toiletten, ein Großteil davon steckt bis heute in den Wänden. „Die Dämmung ist so gut, dass es nicht von selbst wieder herauskommt“, sagt Günter Murr, Sprecher des Baudezernats.

Normalerweise würde man in solchen Fällen Löcher in die Wände bohren, durch die das Wasser abfließen kann, und dann Trocknungsgeräte einsetzen. Doch dann wäre die Dämmung mit zerstört.

Was man tun kann, um dieses Dilemma zu umgehen, müssten Fachleute erst noch herausfinden, sagt Murr. Dazu komme, dass sich das Baudezernat sowohl mit der Versicherung als auch mit den Bäderbetrieben, die das Bad nach der Eröffnung betreiben werden, abstimmen muss. „Es ist kompliziert.“

Schulleiterin Heike Talberg versteht zwar, dass es kompliziert ist. Aber mittlerweile reicht es ihr trotzdem. „Im März hat man uns versprochen, dass es an Ostern ein Gespräch geben wird und dann auch die Arbeiten beginnen. Seitdem war Schweigen.“ Seit eineinhalb Jahren müssten ihre Schüler nun zum Schwimmen mit dem Bus ins Riedbad nach Bergen-Enkheim gefahren werden. „Die Fahrt geht durch den Riederwald, wo oft Stau ist. Manchmal drehen wir schon dort wieder um, weil es sich für die Schüler gar nicht mehr lohnen würde, sich umzuziehen.“ Oft müssten sie sich das Bad mit anderen Nutzern teilen, es sei recht eng. Dabei hat die Dahlmannschule Schwimmen als Fokus.

Dazu kommt, dass es an der Schule zwei Intensivklassen gibt, also Klassen mit Flüchtlingskindern. Diese Kinder seien teilweise noch nie im Wasser gewesen, „es dauert manchmal ein Jahr, bis sie sich überhaupt trauen zu planschen“, sagt Talberg. Die momentane Situation sei diesem Prozess nicht zuträglich.

Schließlich warteten auch die umliegenden Schulen, die das Bad künftig mitnutzen wollen, und Schwimmvereine sehnsüchtig auf die Eröffnung. Die Schwimmgemeinschaft Frankfurt (SG) etwa plant, dort Grundschülern aus ganz Frankfurt ans Schwimmen heranführen.

Auch Mischa Ehrhardt vom Elternbeirat ist genervt. „Uns regt vor allem auf, dass wir gar nichts wissen“, sagt er. Immer wieder hätten Schulleitung und Elternbeirat angefragt, wann und wie es weitergehe, nie habe es eine konkrete Aussage gegeben. Erst am Abend vor der Demo habe er es wieder versucht – ohne Erfolg. Immerhin habe die Stadt im Zuge dessen Schulleitung und Eltern für den 17. Oktober einen Gesprächstermin angeboten. „Endlich“, sagt Ehrhardt. „Unser Verständnis ist langsam aufgebraucht.“

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