Heilwasser-Brunnen

Schwefelquelle ist nun ein großes Loch

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Der komplette Brunnen wird von Grund auf neu gebaut und eingefasst, damit künftig kein Wasser mehr von der Oberfläche in die Quelle sickert. Die Kosten betragen rund 540 000 Euro.

Keine Spur mehr vom überdachten Pavillon der Schwefelquelle. Der Standort des Heilwasser-Brunnens sieht momentan so aus, als wäre dort ein Meteorit eingeschlagen. Ein Loch – so groß, dass ein ganzer Bagger darin verschwinden könnte – klafft im Boden des Bad Weilbacher Wäldchens. Zum Teil sind die Seiten der Grube mit Holzwänden gesichert. Zum Stand der Arbeiten teilte die Stadt mit, dass nach den Aushubarbeiten betoniert werden soll. Dies war gestern offensichtlich bereits der Fall. Dabei kam eine optisch eindrucksvolle Methode zum Einsatz, um das Baumaterial in das tiefe Loch zu befördern.

Ein Betontransporter stand direkt hinter dem Spezialgefährt eines Pumpdienstes. Die schweren Wagen parkten Rückseite an der Rückseite, so dass der Betonmischer seine Fracht direkt in das Pumpsystem einspeisen konnte. Der Pumpenwagen beförderte den Beton dann über eine Rohr an einem langen hydraulischen Arm in die Grube. Dort verteilte ein Arbeiter die graue Masse mit einem Schlauch am Ende der Rohrleitung.

Die Schwefelquelle muss saniert werden, nachdem die Wasserqualität mehrmals bei Prüfungen negativ aufgefallen ist. Bereits im Jahr 2014 ließ die Stadt den Brunnen für einige Wochen sperren. Die marode Einfassung wurde von der Verwaltung als Ursache identifiziert. Angeblich konnten Keime über das Regenwasser in die Quelle sickern. Statt vierteljährlich ließ die Stadt das Wasser ab diesem Zeitpunkt monatlich untersuchen. Die nächste Warnung kam im Sommer 2015 zusammen mit einer weiteren Sperrung. Seit einigen Wochen läuft nun eine umfangreiche Sanierung, mit der das Problem endgültig behoben werden soll.

Der komplette Brunnen wird von Grund auf neu gebaut und eingefasst, mit dem Ziel, dass künftig kein Wasser mehr von der Oberfläche in die Quelle sickert. Die Kosten der Sanierung betragen rund 540 000 Euro. Das Land Hessen übernimmt einen Anteil von 284 000 Euro.

Weil beim Bau einer Wohnsiedlung in Bad Weilbach alte Tonscherben gefunden wurden, begleiteten Archäologen auch die Grabungen am Standort der Quelle. Dort sei jedoch nichts Besonderes gefunden worden, teilt Rathaussprecher Andreas Wörner mit.

Mit Spannung wurden die Arbeiten auch beobachtet, weil sich die Maßnahme mit dem Bad Weilbacher Brunnenfest überschneidet, das an Pfingsten rund um die Schwefelquelle stattfindet. Das jährliche Fest wird im Wechsel von der Sängervereinigung, der Turngemeinde und der Germania Weilbach ausgerichtet. Die Turner, die in diesem Jahr an der Reihe gewesen wären, zogen sich von der Planung zurück, weil sie einem rechtzeitigen Abschluss der Arbeiten misstrauten.

Nachdem die Stadt garantierte, dass das Fest stattfinden könne, sprangen die Fußballer der Germania als Ausrichter ein. Auf Nachfrage war gestern zu erfahren, dass die Quelle bis zum Brunnenfest noch nicht fertig ist. Nichtsdestotrotz werde das Fest stattfinden, erklärte Rathaussprecher Wörner. Die Stadt werde die von der Germania benötigten Flächen rechtzeitig räumen.

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