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Sechs Stolpersteine für NS-Opfer in Hahnstätten

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So wie hier in der Ste-Foy-Straße Haus Nummer 10 in Limburg sollen zukünftig auch in der Verbandsgemeinde Hahnstätten Stolpersteine zu finden sein.
So wie hier in der Ste-Foy-Straße Haus Nummer 10 in Limburg sollen zukünftig auch in der Verbandsgemeinde Hahnstätten Stolpersteine zu finden sein. © Rolf Kahl

Mit der Verlegung von sogenannten „Stolpersteinen“ will die Verbandsgemeinde Hahnstätten an Bürger erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Die Vorbereitungen laufen derzeit.

Volker Satony, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hahnstätten, hofft, dass Anfang November die ersten „Stolpersteine“ verlegt werden können. „Die betroffenen Grundstückseigentümer wurden angesprochen. Überwiegend wurde das Vorhaben auch begrüßt“, berichtet Satony.

In der heimischen Region erinnern bereits mehrere Denkmäler oder Gedenkstätten an die grausamen Verbrechen der Nazis. Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer dieser Zeit, indem er Gedenktafeln aus Messing in die Bürgersteige und Straßen („Stolpersteine“) einlässt. Europaweit wurden bereits mehr als 60 000 sogenannte „Stolpersteine“ verlegt, in Rheinland-Pfalz erinnern 3 200 Stolpersteine an die Opfer. Der erste Stolperstein wurde am 15. Dezember 2002 in Neustadt an der Weinstraße verlegt, sechs Jahre nach der zunächst noch ungenehmigten Verlegung der ersten Stolpersteine in Berlin und Köln.

Die Gedenksteine sollen künftig auch in Hahnstätten, Burgschwalbach, Flacht und Oberneisen ein Friedenszeichen setzen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich ein Arbeitskreis Stolpersteine gegründet. „Die Verlegung der Steine mit den auf dem Stein eingravierten biografischen Eckdaten der Opfer erfolgt an deren letztem frei gewähltem Wohnort“, so Volker Satony. Die zugehörige Ortsgemeinde muss lediglich als Eigentümerin der Gehweggrundstücke der Verlegung grundsätzlich zustimmen. Die Hauseigentümer wurden angesprochen und entsprechend informiert.

Der Arbeitskreis hatte mit Hilfe der Historikerin Martina Hartmann-Menz sechs Personen in der Verbandsgemeinde recherchiert. Der Gruppe, der auch Bürgermeister Satony angehört, ist es wichtig, in einem gesellschaftlichen Konsens an die NS-Opfer zu gedenken. „Wir sollten nicht vergessen, was damals geschehen ist“, so Satony.

Angestoßen hat die Aktion Marion Reiter, die die Stolperstein-Projekte aus Wiesbaden kennt. „Die Steine sind über Spenden und privates Engagement bereits finanziert“, informierte Satony weiter. Sie sollen an drei jüdische und drei Krankenmord-Opfer erinnern.

Neben jüdischen Opfern geht es vor allem um die Opfer des NS-Krankenmords. Der sogenannten „NS-Euthanasie-Aktion“ fielen während des Zweiten Weltkrieges mehr als 300 000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung zum Opfer, die als „lebensunwert“ galten. Psychisch Kranke und Behinderte waren die ersten Opfer der NS-Vernichtungspolitik.

Vor den ins Auge gefassten ersten Verlegungsterminen soll es noch eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit geben, um die Friedensbotschaft zu erläutern. Wer die Arbeit der Gruppe unterstützen möchte, Fragen oder Anregungen hat, erhält nähere Informationen per E-Mail unter der Adresse stolpersteine.hahnstaetten@gmail.com.

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