Großeinsatz am Höchster Bahnhof
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Großeinsatz am Höchster Bahnhof

Einweisung in Psychiatrie

SEK-Einsatz in Höchst: Mann mit Axt sorgt für Verkehrschaos

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Ein 60-Jähriger, der wohl unter psychischen Problemen leidet, hat am Samstagmorgen mehrere Dutzend Einsatzkräfte am Höchster Bahnhof in Atem gehalten. Der Mann saß mit Axt und Messer in einem Kastenwagen, schrie herum und wollte nicht herauskommen.

Sondereinsatzkräfte mit Sturmhauben, Helmen und Schnellfeuergewehren hatten den blauen Fiat Ducato eines Gartenbaubetriebs umstellt, der direkt vor dem Hauptportal des Höchster Bahnhofs Windschutzscheibe an Windschutzscheibe mit einem Bus der Linie 58 stand. Schützen kauerten hinter Paletten mit Baumaterial für den Bahnhofsvorplatz.

Der Busfahrer und seine Fahrgäste hatten sich längst in Sicherheit gebracht; in der Dalbergstraße und der Adolf-Haeuser-Straße stauten sich über Stunden die Linienbusse, während die Beamten mit dem Mann redeten und versuchten, ihn aus dem Auto zu bekommen. Das dauerte mehr als zwei Stunden: Gegen 8 Uhr hatte der Einsatz begonnen, kurz nach 10 Uhr stieg der Mann aus, gab seine Waffen ab und wurde mit einem Notarztwagen abtransportiert. Er wurde einer psychiatrischen Einrichtung übergeben.

Der Fiat Ducato und der Bus waren von Streifenwagen und Zivilautos des Sondereinsatzkommandos (SEK) umstellt. Nach jetzigem Kenntnisstand können politische Motive ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Samstag mit. Möglicherweise hätten private Probleme den Mann, einen 60-Jährigen aus Kelkheim, zu seinem Handeln veranlasst.

Nach Angaben der Polizei - und anders als ursprünglich berichtet - habe der Mann keine "Dritten" bedroht; Zeugen berichten unserer Zeitung jedoch, der 60-Jährige habe sich äußerst aggressiv verhalten und mit der Axt auf sein eigenes Armaturenbrett eingeschlagen.

Zu erkennen war, dass der Mann durch die Seitenscheibe aufgeregt mit den gepanzerten Einsatzkräften diskutierte und gestikulierte. Um seine Aggressivität nicht weiter eskalieren zu lassen, hatten die Einsatzkräfte mehrfach die Zuschauermenge weiter zurückgedrängt - "damit er sie nicht sieht", wie ein Polizist den Menschen hinter dem Flatterband erklärte, von denen ein Teil darauf wartete, in den Bahnhof gelangen zu können.

Der Südausgang der zweitwichtigsten Frankfurter Verkehrsstation war während des Einsatzes gesperrt; S-Bahn-Reisenden stand jedoch der Nordausgang offen.

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