Stadtentwicklung

So soll Alt-Nied bald aussehen

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Zwar wird seit mehreren Wochen schon in Alt-Nied gebuddelt, doch waren das nur Vorarbeiten, etwa an den Versorgungsleitungen. Mit der Umgestaltung der Straße wird am kommenden Montag begonnen.

Es wird ernst: Ab Montag, 6. August, wird die Straße Alt-Nied zwischen der Franz-Simon-Straße und der Oeserstraße, also der alten Nieder Brücke, umgestaltet. Die Idee ist: Alt-Nied soll einfach ansprechender aussehen und eine gute Visitenkarte für den Stadtteil abgeben. Die Arbeiten werden als Teil des Ausbauprogramms „Schöneres Frankfurt“ ausgeführt.

Seit April wird bereits gebuddelt. Allerdings haben die verschiedenen Versorger dort lediglich Trassen und Rohrleitungen neu verlegt. Der eigentliche Straßenbau wird sich jetzt anschließen. Das bringt einige Veränderungen mit sich, die nicht jedem gefallen. So werden, wie die Stadt es ausdrückt, „die Stellplätze baulich gefasst und auf einer Seite durch insgesamt sieben neue Baumstandorte gegliedert“.

Das heißt: Es fallen einige Stellplätze am Straßenrand weg. Die Fahrbahn wird auf vier Meter Breite verschmälert, soll aber weiterhin die Durchfahrt von Linienbussen gewährleisten sowie das Radfahren gegen die Einbahnstraße ermöglichen. Das bedeutet: Wer nicht durch Alt-Nied fahren muss, sollte es lassen, denn es wird eng für die Autos.

Der Durchgangsverkehr soll aus der Straße herausgehalten werden: Man kann Alt-Nied in Richtung Höchst über die Mainzer Landstraße umfahren, und wer von Höchst aus auf die Oeserstraße möchte, muss nicht über die Kreuzung Nied Kirche und dann durch Alt-Nied fahren, sondern kann schon am Kiosk an der Tillystraße über den Nieder Teil der Bolongarostraße und die alte Niddabrücke fahren.

Mehr Raum gibt es in Alt-Nied hingegen für die Fußgänger. Der gesamte Umbauabschnitt ist etwa 240 Meter lang. Auf beiden Seiten sind Parkplätze sowie überwiegend rund zwei Meter breite Gehwege vorgesehen. Auf der Nordostseite werden sieben Bäume neu gepflanzt. Die Bushaltestelle „Nied Brücke“ wird 30 Meter nach Norden verlegt und erhält eine barrierefreie Ausstattung mit 22 Zentimeter hohen Spezialbordsteinen und Blindenleitstreifen (taktiles System) sowie eine Wartehalle. Alle Querungsmöglichkeiten werden ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Die Beleuchtung der Straße wird erneuert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Außerdem wird ein Unterflur-Glascontainer eingebaut, welcher der Straße insgesamt zu einem etwas aufgeräumteren Charakter verhelfen soll.

Alle Anrainer in Alt-Nied werden nun von der Stadt angeschrieben und über den detaillierten Ablauf der Baumaßnahme informiert. Dabei geht es vor allem um die Einschränkungen während der Bauzeit. Zugesichert wird: Fußgänger werden alle Häuser jederzeit erreichen können. Mit dem Auto wird das aber nur eingeschränkt möglich sein. Wenn es sich nicht vermeiden lässt – etwa bei einem Umzug – sollte direkt mit der Baufirma vor Ort Kontakt aufgenommen werden. Notwendige Umleitungen würden jeweils ausgeschildert, kündigt die Stadt an. Daran werden vor allem die Anwohner der Seiten- und Parallelstraßen zu knapsen haben.

Dass der Schulweg für Kinder ungefährlich ist, soll zu jeder Zeit durch entsprechende verkehrssichernde Maßnahmen gewährleistet sein. Das gilt insbesondere auch, weil der Baubeginn mit dem Ende der Sommerferien zusammenfällt: Am Montag, 6. August, ist wieder Schule; die Erstklässler werden am Dienstag, 7. August, eingeschult.

Nicht nur, dass einige Parkplätze wegfallen, sorgt schon vorab für Verdruss. Zwar begrüßen viele die Umgestaltung von Alt-Nied, doch bringt die Baustelle auch viel Lärm und Dreck. Deshalb ist vorgesehen, am Baubüro-Container neben der Polizeistation im Alten Nieder Rathaus einen Kummer-Briefkasten für die Anlieger einzurichten. Dort besteht die Möglichkeit, Kritik und Anmerkungen – gerne aber auch Lob – zum Bauablauf anzubringen.

Bei einem störungsfreien Ablauf ist mit einer Bauzeit von etwa 16 Monaten zu rechnen. Das heißt: Die Arbeiten werden voraussichtlich erst im November 2019 abgeschlossen. Insgesamt kostet der Umbau von Alt-Nied rund zwei Millionen Euro. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 514 000 Euro. Das teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern in Wiesbaden mit. Das Land trägt damit rund ein Viertel der Gesamtausgaben. Der Umbau der Kreuzung steht indes noch aus.

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