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In Burgschwalbach wurde über ?Gesundheit und Pflege im ländlichen Raum?diskutiert.

Landtagswahl 2018

So soll die Pflege im Rhein-Lahn-Kreis besser werden

Zu einer Diskussionsveranstaltung „Lösungen für Gesundheit und Pflege im ländlichen Raum“ samt Impulsvorträgen hatte die SPD Rhein-Lahn in Person der Bundesabgeordnete Gabi Weber nach Burgschwalbach geladen.

Gabi Weber versicherte zu Beginn der Veranstaltung: „Die SPD-Bundestagsfraktion hat in der letzten Legislaturperiode mit zahlreichen Initiativen dafür gesorgt, dass Patienten medizinische und pflegerische Versorgungsleistung in Anspruch nehmen können, unabhängig davon, wo sie leben, wie alt sie sind oder wie schwer der Grad ihrer Erkrankung ist.“

„Aber gilt das auch weiterhin? Werden die Bürger auch im Alter noch medizinisch und pflegerisch gut versorgt sein?“, lauteten die Fragen, die im Laufe des Abends.

Im Koalitionsvertrag wurde für die neue Legislaturperiode verankert, dass Ärzte, die sich auf dem Land niederlassen, Zuschläge erhalten. Niederlassungssperren sollen abgebaut werden. Mit dem Masterplan „Medizinstudium 2020“ will die Politik die Neuregelung des Studiengangs in die Wege leiten, der eine inhaltliche Stärkung der Allgemeinmedizin festlegt sowie weitere Akzente mit der Landarztquote setzen. Rheinland-Pfalz ist geprägt von ländlichen Räumen, rund 30 Prozent der Bevölkerung wohnen auf etwa 60 Prozent der Landesfläche. „Die ländlichen Regionen werden vom demografischen Wandel und seinen Auswirkungen künftig besonders stark betroffen sein“, erklärte Weber.

Sabine Dittmar, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, informierte darüber, „dass heutzutage durch ambulante Behandlungen vieles getan wird, wo früher das Krankenhaus für in Frage kam“. Dittmar sprach darüber hinaus zwei große Themen an: die „Landflucht“ sowie die fehlenden Studienplätze. Auf 1460 Einwohner kommt nach der Bedarfsplanung ein Arzt, unabhängig von seiner Ausrichtung und Zulassung. „Wir wollen und müssen die Arbeit für junge Ärztinnen und Ärzte auf dem Land wieder attraktiver machen“, erklärte die 54-Jährige. Dafür werden die Mittel nochmals erhöht und Maßnahmen, wie ein Strukturfonds bzw. die verstärkte Einführung von Ärztehäusern, eingeleitet. „Diese Konzepte und Modelle müssen sich aber erst entwickeln“, bat Dittmar um Geduld.

Als Gastreferent war zudem Dr. med. Christoph Rücker, Leiter des medizinischen Versorgungszentrums in Wirges, geladen. Rücker wartete mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis auf und lieferte weitere Ideen (z.B. Sponsoren für Stipendien) und Ansätze für Modelle zur Gesundheitsversorgung auf dem Land, wie der Einführung mehrerer Medizinischer Versorgungszentren (MVZ).

Landrat Frank Puchtler zog in der abschließenden Diskussion ein positives Fazit der Veranstaltung und gab den Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg, die „Grundversorgung sicherzustellen – und dazu zählt auch die Gesundheitsversorgung und Pflege im ländlichen Raum. Der Bedarf an Landärzten in unserer Region ist vorhanden. Wir müssen beim Fachkräftenachwuchs das Interesse anregen, im ländlichen Raum zu leben und zu arbeiten – das ist eine der großen Herausforderungen.“ ckb

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