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Ricarda Bey erklärt Kindern der Michael-Grzimek-Schule aus Nieder-Eschbach, wie man mit Sonne kochen kann.

Verein Umweltlernen

Sonnenfest für Kindertagesstätten: Was uns die Sonne alles lehrt

Mehr als 220 Kinder haben gestern auf dem Alten Flugplatz in Bonames gewerkelt, getüftelt und alles rund um den Energielieferanten Sonne gelernt. Dafür nahmen sie am zehnten Sonnenfest für Kindertagesstätten des Vereins Umweltlernen in Frankfurt teil.

Emma (6), Maxine (5) und Anastasia (6) helfen sich gegenseitig: Während eine von ihnen mit dem Gesicht zur Sonne steht, zeichnen die beiden anderen den Schatten nach, den der Körper ihrer Freundin wirft. Die Vorschulkinder der evangelischen Kindertageseinrichtung Regenbogenland waren gestern mit großer Begeisterung beim Sonnenfest für Kindertagesstätten des Vereins Umweltlernen in Frankfurt dabei. Von 9 bis 12.30 Uhr lernten sie und rund 220 weitere Kinder im Vorschul- und Hortalter an 15 verschiedenen Stationen alles rund um den Energielieferanten Sonne.

„Wir sind zum ersten Mal dabei“, sagt Kirsten Allendorf, Umweltpädagogin der Sossenheimer Kita. „Leider ist die Aktion sonst immer in die Ferienzeit unserer Kita gefallen.“ Im Regenbogenland werde Nachhaltigkeit grundsätzlich sehr ernst genommen. „Wir haben eine Müllpolizei, einen Kompost angelegt und integrieren auch Themen wie Mobilität, Recycling und Energie in den Alltag mit den Kindern“, so die Pädagogin. Es sei wichtig, auch den Kleinsten schon solche Themen kindgerecht näherzubringen. Das große Spiel- und Experimentierfeld auf dem ehemaligen Flugplatz sei dafür besonders gut geeignet.

Während die Mädchen lieber malen, hat sich eine Gruppe von Jungs vor der Station „Rennstrecke mit Solarflitzern“ eingefunden. Mit der Hilfe eines Spiegels versuchen Marc (5), Mohammad (6), Ayman (5) und Paul (5), ein kleines Spielzeugauto anzutreiben. „Durch den Spiegel entsteht ein Lichtfleck, und durch den fährt das Auto dann“, sagt Paul. Dass das tatsächlich funktioniert, hätten die Jungs nicht gedacht. „Normalerweise muss man Rennautos mit Batterien oder Fernsteuerung bedienen“, sagt Mohammad. „Ich wusste nicht, dass das auch durch die Sonne geht.“

Die Rennstrecke mit den Solarflitzern war auch die Lieblingsstation von Julien. Der Zehnjährige geht auf die Michael-Grzimek-Schule in Nieder-Eschbach und war gestern zusammen mit seinen Mitschülern aus der erweiterten schulischen Betreuung am Alten Flugplatz. „Es ist erstaunlich, was die Sonne so alles kann“, sagt der Grundschüler. „Die hat schon eine ganz schöne Kraft. Das wusste ich vorher nicht.“ Der Zehnjährige habe bei dem gestrigen Aktionstag schon einiges Neues gelernt, sagt er. „Und ich werde bestimmt auch zu Hause noch vieles über Solarenergie nachgucken.“

An insgesamt 15 Stationen konnten die Kinder unter anderem eine Sonnenuhr und ein Solar-Karussell basteln, bei einem Geschicklichkeitsspiel einen Lichtfleck mit der Hilfe eines Spiegels an einer Schnur auf dem Boden entlangführen und mit einer Lupe durch Einbrennen etwas auf eine Holzscheibe malen.

Bereits zum zehnten Mal hatte der Verein Umweltleben in Frankfurt die Aktion organisiert – gestern sogar bei fast perfektem Wetter. „Für den Solarkocher wäre es besser, wenn die Schleierwolken nicht da wären“, sagte Barbara Clemenz vom Verein. Dieser große Kochtopf stand auf dem Feld. „Der wird nur durch die Sonnenenergie erhitzt“, staunte der Grundschüler Julien. „Darin kann man jetzt sogar Würstchen kochen.“

Neu ist in diesem Jahr eine Ideenausstellung, bei der die Kinder gruppenweise skizzieren, wie die Energie der Zukunft aussehen soll. „Da gibt es natürlich die, die von mit Solarenergie angetriebenen Flugzeugen als Taxis träumen“, sagt Organisatorin Clemenz.

Doch die meisten Kinder hätten Ideen, die sich tatsächlich realisieren ließen. „Viele Grundschulen haben mittlerweile eigene Solaranlagen auf dem Dach. Da ist das Thema regenerative Energien für die Kinder nichts Neues.“ Auch die Rennstrecke für die Solarflitzer sei für dieses Jahr modifiziert worden. Für die beliebte Aktion gab es auch in diesem Jahr wieder eine Warteliste. „Es waren mehr als 260 Kinder angemeldet, aber wir konnten nur 220 einladen“, sagt Clemenz.

Der Aktionstag fand im Rahmen des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im Grüngürtel“ statt. Er wird organisiert vom Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen Kita RheinMain“ und dem Verein Umweltlernen in Frankfurt. Unterstützt wird die Aktion vom Energiereferat Frankfurt, dem Grünflächen- sowie dem Umweltamt.

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