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Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD) beantwortete beim ?Wilden Sommer? Fragen der Bürger. Besonders dringlich war für viele der geplante Neubau der Grundschule im Lyoner Quartier.

„Wilder Sommer“

Sorgen der Stadtteilbewohner drehen sich um Schulen und Verkehrslärm

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Die Grundschulen in Niederrad sind am Rande ihrer Kapazitäten. Der Lärm, der im Stadtteil durch Flugzeuge, Bahn und Verkehr entsteht, plagt viele Bürger. Bei der Reihe „Wilder Sommer“ konnten Besucher ihre Fragen an Vertreter aus Politik und Bürgerinitiativen stellen.

Das Lyoner Quartier, früher Bürostadt, ist im Wandel hin zum Wohnviertel. Überall wird gebaut. Für etwa 10 000 Menschen soll das Viertel in den kommenden Jahren zum Wohn- und Lebensmittelpunkt werden. Das setzt eine gute Infrastruktur voraus, zu der neben Supermärkten, Cafés und Restaurants natürlich auch Bildungseinrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen gehören.

Die Themen Schule und Betreuungsplätze für Kinder sind welche, die die Bürger im Stadtteil bewegen. Das wurde bei der diesjährigen Auflage der Reihe „Wilder Sommer Niederrad“ auf dem Bruchfeldplatz nicht nur am Beispiel der geplanten Grundschule für das Lyoner Quartier deutlich.

Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD) gehörte zu den Vertretern, die auf dem Podium saßen und sich den Fragen der Bürger stellten. Weber räumte ein, dass bisher noch immer kein geeignetes Grundstück für den Bau einer Grundschule im Lyoner Quartier gefunden worden sei. Die Prüfungen liefen weiter. Siedlungsbeschränkungen und unklare Besitzverhältnisse erschwerten die Suche.

Eine dritte Grundschule wird im Stadtteil dringend benötigt. Die beiden bereits bestehenden Einrichtungen, die Friedrich-Fröbel- und die Frauenhofschule, sind am Rande ihrer Kapazitäten. Zudem ist das Gebäude der Friedrich-Fröbel-Schule an vielen Stellen marode. Eine Machbarkeitsstudie soll noch in der zweiten Hälfte des Jahres im Ortsbeirat vorgestellt werden, versprach Weber auf der Veranstaltung. Geplant sei ein Anbau. Die Grundschule soll voraussichtlich fünfzügig werden. Ein kleinerer Teil des bestehenden Gebäudes soll abgerissen werden. Wann es losgeht, darauf konnte sich Weber noch nicht festlegen. Dies hänge letztlich auch davon ab, wie schnell ein Grundstück für den Bau der geplanten Grundschule im Lyoner Quartier gefunden werde.

Für die Schüler der neugegründeten Kooperativen Gesamtschule (KGS) soll es nach den Sommerferien 2019 einen zweiten provisorischen Schulstandort in der Mainfeld-Siedlung geben. Langfristig sei ein Neubau auf dem Gelände der Salzmannschule, die in drei Jahren aufgelöst wird, in der Schwanheimer Straße angedacht.

Aktuell ist die KGS in der Außenstelle der Salzmannschule an der Goldsteinstraße untergebracht. „Der fünfte und sechste Jahrgang soll auch künftig dort bleiben“, sagt Weber. Der geplante zweite provisorische Standort sei für die Jahrgänge sieben bis zehn inklusive Fachräumen vorgesehen. Perspektivisch sei außerdem die Einrichtung einer Oberstufe an der KGS für Schüler aus dem Frankfurter Süden angedacht.

Neben den dringenden Herausforderungen bei den Schulen plagt die Niederräder noch ein zweites großes Thema: der Lärm, der von Flugzeugen, der Bahn und dem Verkehr ausgeht. Mit viel zusätzlichem Lärm müssten einige bei der geplanten Erweiterung der Bahntrasse um zwei Gleise zwischen den Stationen Frankfurt Hauptbahnhof und Stadion rechnen, beschreibt es Johst Oldenbourg vom Aktionsbündnis „BAhNANE“. Lärm, der über mehrere Jahre zu hören sei. „Schallschutzwände“, so Oldenbourg weiter, „werden erst nach dem Abschluss der Baumaßnahme errichtet.“

Dringend wünschen sich die Niederräder außerdem einen Quartiersbus. Aktuell werden hierfür Unterschriften gesammelt.

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