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Sperrmüll, Babyspielzeug, Plastikplanen, Stoffe und Lebensmittel ? der Sperrrmüllkäfig in der Bernadottestraße gleicht einem Gemischtwarenladen.

Bernadottestraße

Sperrmüllplatz wird als Deponie missbraucht - die ersten Ratten sind schon da

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Holzbretter, ein kaputter Regenschirm und Schuhe, dazwischen leere Flaschen, klebrige Joghurtbecher und Pizzakartons – vor dem Mehrfamilienhaus in der Bernadottestraße 15 sieht es aus wie auf einer Müllkippe. Was kein Sperrmüll ist, lässt die FES liegen und der Berg wächst und wächst.

Es riecht nicht nur äußerst unangenehm, rund um den Sperrmüllkäfig in der Bernadottestraße 15, es sieht auch dementsprechend aus. Denn wirklich sauber gemacht wurde auf dem vielleicht vier Quadratmeter großen Areal schon lange nicht mehr. Stetig wächst der Müllberg in die Höhe – Holzlatten, ein kaputter Bürostuhl, einzelne Schuhe, Kinderspielzeug und Kleidung stapeln sich dort.

Was jedoch noch viel schlimmer ist: Dazwischen liegen Lebensmittelreste. Und die locken Tiere an. „Meine Nachbarin hat erst kürzlich Ratten gesehen. Das ist doch ekelhaft“, sagt eine besorgte, langjährige Mieterin.

Die Situation in der Bernadottestraße ist ein Phänomen, das immer wieder auftaucht. Illegal entsorgter Müll. Steht etwas an der Straße oder liegt im Sperrmüllkäfig, dann kommt etwas hinzu. Egal ob es auf dem gleichen Wege entsorgt wird oder nicht. So ist es auch in der Nordweststadt, wo die Siedlungsabfuhr im Vier-Wochen-Takt die Sperrmüllkäfige leert. So weit es eben geht.

Am 2. Juli war diese Tour zuletzt in der Bernadottestraße unterwegs. „Unsere Lademannschaft fand einen stark vermüllten Sperrmüllkäfig vor. Sperrmüllgegenstände wurden eingeladen, Restmüll, Verpackungen, Papier und anderer Müll wurden dagegen liegen gelassen“, sagt Stefan Röttele, Sprecher der Frankfurter Entsorgungsbetriebe (FES). Zudem sei die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding über den Vorfall informiert worden. Diese sei als Eigentümer für die Sauberhaltung seiner Sperrmüllkäfige verantwortlich.

Ob im Riederwald, der Platensiedlung oder in der Nordweststadt – dort wo viele Menschen leben, komme es immer wieder zu diesen Müllproblemen, sagt ABG-Chef Frank Junker. Einer dieser Brennpunkte war noch bis vor einigen Jahren die Heinrich-Lübke-Siedlung, dort habe man die Probleme aber mittlerweile beseitigt. „Es ist eine Sauerei, was immer wieder in den Siedlungen passiert“, weiß Junker deswegen genau, was durch den Müllhaufen in der Bernadottestraße jetzt auf ihn zukommt: Die ABG muss eine Sonderleerung bei der FES bestellen, diese zusätzlichen Kosten werden auf die Mieter umgeschlagen. Geld, das sich diese durchaus hätten sparen können. Wenn sie pfleglicher mit ihrem Sperrmüllplatz umgegangen wären.

Mit Verdächtigungen, wer den Müll dort ablädt, ist Frank Junker allerdings zurückhaltend. „Manchmal sind es Mieter, aber auch andere Bürger, die nachts vorbeikommen und ihren Kofferraum entleeren. Die Täter findet man leider nur selten“, so der ABG-Chef. Trotzdem komme es durchaus vor, dass die ABG eine Detektei beauftrage. Vor allem dann, wenn sich an der ein oder anderen Stelle der Müll sammle.

Ein Phänomen, das für Frank Junker „völlig unverständlich“ ist. Vor allem in den Quartieren, wo es die regelmäßige Siedlungsabfuhr gebe. Aber auch sonst, schließlich sei die Abholung von Sperrmüll in Frankfurt kostenlos. „Diese Menschen sind unverbesserliche Zeitgenossen. Man kann nur an sie appellieren, das nie wieder zu tun“, sagt er.

Auch die FES versucht den illegalen Ablagerungen Herr zu werden und hat seit Anfang des Jahres eine spezielle Tour eingerichtet. Dreimal in der Woche wird so nicht angemeldeter Sperrmüll eingesammelt.

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