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So farbenfroh dürften sich wieder viele Fußballfans bei der Fußball-Europameisterschaft zeigen.

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Stadt Frankfurt jubelt: Ja, wir haben die Europameisterschaft!

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Im Römer verfolgen Vertreter aus Sport und Politik mit Spannung die Vergabe der Fußball-EM 2024 und feiern in Hoffnung auf ein weiteres Sommermärchen die Gastgeberrolle Frankfurts bei dem Großereignis.

Eben noch hatte Peter Feldmann über den fairen sportlichen Wettbewerb mit der Türkei referiert. Doch als Aleksander Ceferin, der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), auf der großen Leinwand neben dem Kaisersaal im Römer lobte, dass beide Bewerbungen um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2024 stark gewesen seien, wollte der Frankfurter Oberbürgermeister „das nicht hören“. Zu groß waren die Spannung und der Ehrgeiz in diesen Momenten vor der Bekanntgabe der Entscheidung im französischen Nyon unter den etwa 200 Personen geworden, die zu einem Empfang der Stadt ins Rathaus gekommen waren. Doch schließlich lagen sie sich jubelnd in den Armen.

Durch den Erfolg Deutschlands in dem Duell mit der Türkei um das Großereignis ist auch Frankfurt in die Rolle des Gastgebers geschlüpft. Die Großstadt am Main hatte sich auf nationaler Ebene gerade noch unter die zehn Städte geschoben, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für EM-Spiele vorgesehen hat. „Wir werden als Gastgeber glänzen“, kündigte Feldmann an. So, wie man dies bei der Weltmeisterschaft 2006 getan habe.

Die Bilder von damals sind vielen noch präsent. „Wir wissen, was bei so einem Großereignis los ist“, welchen „Push das bringt“, erklärte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic, der gleichzeitig EM-Botschafter Frankfurts ist. Fans aus unterschiedlichen Nationen feierten vor zwölf Jahren nicht nur im Stadion, sondern bei bestem Wetter auch nächtelang und überwiegend friedlich auf den Straßen. Das Mainufer verwandelte sich in eine riesige Public-Viewing-Zone, in der auch die Bevölkerung sich begeistern ließ. Die fröhliche Stimmung und das faire Miteinander, der Respekt gegenüber anderen Kulturen und die gute Organisation ließen das ganze Land weltweit in einem neuen Licht erstrahlen und stärkten das eigene Selbstbewusstsein. Dass die WM gekauft gewesen sein könnte, vermag die schönen Gedanken vieler bis heute nicht zu trüben.

„Wir freuen uns riesig“, betonte Feldmann. „Die ganze Stadt macht einen Herzsprung.“ Man werde die Werte des Fußballs würdig nach außen vertreten. So, wie man es schon als Gastgeber bei den vergangenen drei großen Events, darunter auch die WM 1974 und die EM 1988, getan habe, bei denen Frankfurt ebenfalls mit dabei war. „Wir sind eine Stadt, in der Ungewöhnliches möglich ist, die Verbindungen schafft und für Weltoffenheit steht.“

Doch bevor es ans Fußballspielen und Feiern geht, steht sehr viel Arbeit an. „Wir müssen jetzt erst mal die Haushaltsanmeldung für 2019 machen“, erklärte Georg Kemper, der Leiter der Frankfurter Stabsstelle für die EM. Dann werde man ein Konzept erstellen. Ideen sind laut Feldmann viele vorhanden. Ob es wieder eine Main-Arena geben wird oder sich neue besondere Orte für große Liveübertragungen der Partien und die damit verbundenen Partys finden, bleibt abzuwarten. „Wir müssen uns auch erst mal mit dem DFB abstimmen“, betonte Kemper. Außerdem werde man den Schulterschluss mit München suchen, das bei der EM 2020, die in zwölf verschiedenen Städten stattfindet, mit dabei ist. Die Erfahrungen der Bayern könnten für die Hessen hilfreich sein.

„Für uns ist die EM ein großer Ansporn“, betonte Sportdezernent Markus Frank (CDU). Man wolle dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen ein Teil davon werden. Dabei soll sich das Engagement nicht auf den Fußball beschränken. Auch in anderen Sportarten, den Schulen oder im kulturellen Bereich soll „Rückenwind“ zu spüren sein. „Das Motto heißt ja United by Football“, betonte Frank.

Zudem habe man den Auftrag, „das Stadion EM-fähig zu machen“. Das spielt der Eintracht in die Karten, die die Kapazität der Arena erhöhen will. Etwa 60 000 statt der bislang 51 500 Plätze sind im Gespräch. „Wir werden das Stadion so optimieren, dass es auch der Eintracht hilft“, versprach Frank. Dazu gehört eine Modernisierung und Digitalisierung. „Die Stadien werden 2024 alle anders aussehen als jetzt“, ist sich Bobic sicher. Der Service für die Fans werde sich verbessern, „WiFi ist dann überall Normalität.“

Auch die Infrastruktur um die Arena herum gehört zu den Veränderungen. So sind eine bessere Verkehrsanbindung durch eine weitere S-Bahn-Linie und ein zusätzliches Parkhaus vorgesehen. Die Uefa soll zudem eine Aussetzung des Nachtflugverbots verlangt haben. Doch über Details oder auch den genauen Kostenrahmen für die Frankfurter Teilnahme, der aktuell bei zehn bis zwölf Millionen Euro steht, wollte gestern niemand gerne reden. Dafür sei noch genügend Zeit.

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