Platzprobleme

Stadt will Platzprobleme lösen: Neue Container für Wöhlerschule

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Die Heinrich-Seliger- und die Wöhlerschule brauchen mehr Platz – das weiß auch die Stadt und will in beiden Einrichtungen mehr Platz schaffen. Das freut sowohl die Schulen, wie auch den Ortsbeirat. Konsterniert zeigen sich jedoch beide, dass sie nicht auf direktem Weg informiert wurden.

Es war alles perfekt geplant: In der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) wollten die Schulleitung der Heinrich-Seliger- und der Wöhlerschule gemeinsam mit Eltern Alarm schlagen und auf ihre Platzprobleme hinweisen. Denn: Schon jetzt fehlen beiden Schulen rechnerisch sechs Klassenräume für Unterricht und Nachmittagsbetreuung. Die Heinrich-Seliger-Schule musste sogar 20 Schüler für die Betreuung abweisen, weil es keine Räume gibt. Perspektivisch werde die Not noch größer – gerechnet wird in naher Zukunft mit 15 zusätzlichen Klassen an beiden Schulen.

Doch aus dem Plan, diese Not darzustellen, wurde nichts. Denn Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) kam den Schulen zuvor und informierte bereits im Bildungsausschuss: An den Problemen werde gearbeitet. Eine Aussage, die sowohl für die Schulen als auch für die Stadtteilpolitiker völlig überraschend kam, denn informiert wurden sie vorab über diesen Schritt nicht.

„Wir sind konsterniert und werden unseren Redebeitrag im Ortsbeirat deswegen erst einmal zurückziehen“, so die Reaktion der Schulen. „Es ist ein eigenartiger Stil, die Kommunikation sehr unerfreulich. Das ist beim Bildungsdezernat aber nichts Neues“, sagte Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU).

Dem Stadtschulamt sei der räumliche Engpass durchaus bekannt, sagt Sylvia Weber. Deswegen sei die Erweiterung der bereits bestehenden Containeranlage auf dem Gelände der Wöhlerschule geplant. Sobald der Haushalt 2019 in Kraft getreten sei, könne das Amt für Bau und Immobilien mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt werden. Da die bereits bestehende Anlage lediglich gespiegelt aufgebaut werden soll und die notwendigen Anschlüsse bereits vorhanden sind, geht das Stadtschulamt davon aus, dass die Arbeiten zügig vonstatten gehen. Insgesamt sollen so fünf neue Klassenräume entstehen.

Für die Heinrich-Seliger-Schule sei Ende 2017 eine Machbarkeitsstudie für die Erweiterung der Artriumsfläche in Auftrag gegeben worden. Ein abschließender Ergebnisbericht inklusive der möglichen Kosten liege jedoch noch nicht vor, erklärte die Bildungsdezernentin. Für den darüber hinausgehenden Bedarf beider Schule, schließlich wird von 15 neuen Klassen gesprochen, werde das Stadtschulamt die Bedarfe beider Schulen mit dem zur Verfügung stehenden Raumangebot abgleichen und überprüfen.

Trotz dieser „durchaus guten Nachrichten, zumindest inhaltlich“, wie Friedrich Hesse sagt“, will der Ortsbeirat „weiter dranbleiben“. Deswegen wurde ein gemeinsamer Antrag von CDU und SPD einstimmig verabschiedet. Dieser enthält auch die Frage, ob die seit vier Jahren leerstehende Hausmeisterwohnung an der Heinrich-Seliger-Schule nicht temporär für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden könne.

Nein, kann sie nicht, sagt Jetta Lüdecke, Sprecherin von Bildungsdezernentin Weber. Gemäß eines gültigen Magistratsbeschlusses seien Dienstwohnungen an Schulen weiterhin vorzuhalten. Eine Umwidmung der Räumlichkeiten kämen deswegen nicht in Betracht.

Die Vertreter der beiden Schulen wollen nun in der nächsten Sitzung des Ortsbeirates Ende Oktober sowie des Bildungsausschusses auf ihre Probleme hinweisen. „Wir bleiben dran“, sagen sie. Das tut auch der Ortsbeirat, bei dem das Thema Schule somit in den nächsten beiden Sitzungen im Fokus steht. „Im November soll Sylvia Weber zu uns kommen“, sagt Friedrich Hesse.

Ein großes Thema sei dann sicher die dringend sanierungsbedürftige und auch mit Platzproblemen kämpfende IGS Eschersheim. „Da sind wir schon so lange dran, es wird Zeit, dass dort endlich mal etwas passiert“, verliert der Ortsvorsteher langsam die Geduld.

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