+
Auf diesen Heimtrainern kamen viele Menschen schnell miteinander ins Gespräch. Ihre Idee präsentierten die Stadtteil-Botschafter Moritz Wagner und Moritz Hinkel zum Abschluss in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter.

Bilanz

Die Stadtteil-Botschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft bringen Menschen einander näher

  • schließen

Die sechste Runde des Stadtteilbotschafter-Projekts der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist abgeschlossen. Über 18 Monate haben 20 junge Leute verschiedene Aktionen entwickelt und umgesetzt, mit denen sie die Menschen in ihren Stadtteilen auf ganz unterschiedliche Art und Weise zusammenbrachten.

Es gibt sie im Doppelpack: Moritz Wagner und Moritz Hinkel, beide 17 Jahre alt, tragen denselben Vornamen. Die beiden Gymnasiasten der Elisabethenschule sind Stadtteilbotschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und haben ihr Projekt aufgrund der Namensgleichheit kurzerhand „Mo2“ genannt. „Bewegung für Begegnung“ beschreibt Wagner die Idee dahinter. Mit Heimtrainern haben sie Menschen zusammen- und ins Gespräch gebracht oder, wie es die beiden Jugendlichen formulieren, „miteinander verbunden“ – Menschen aus dem Nordend, die sich zuvor noch nicht kannten. Die „Wir-Bikes“, wie die angehenden Abiturienten die Sportgeräte bezeichnen, seien durchweg positiv von den Leuten angenommen worden, beispielsweise auf dem vergangenen Weihnachtsbasar des Vereinsrings am Glauburgplatz.

Zur Abschlussveranstaltung der sechsten Runde des Stadtteilbotschafterprojekts 2017/2018 in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter strampeln die Elisabethenschüler noch einmal auf zwei Heimtrainern, die sie nebeneinander aufgestellt haben, um zu zeigen, dass man beim Radeln ganz leicht ins Gespräch kommen kann. An einer Stellwand präsentieren sie Fotografien und dokumentieren damit, dass sich zahlreiche Menschen aus dem Nordend von ihrer Idee begeistern ließen und bei ihrer Aktion mitmachten.

Ihr Projekt ist eines von 15, die von 20 jungen Menschen in den vergangenen 18 Monaten organisiert wurden. Alle Ideen setzen sich für ein Miteinander in den Stadtteilen und mit Wirkung darüber hinaus ein. Auf einem Marktplatz, der zum Abschluss in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter aufgebaut ist, stellen alle ihre Projekte noch einmal den Besuchern vor.

Was haben die jungen Stadtteilbotschafter für sich aus der Arbeit in dem Projekt gelernt? Was nehmen sie daraus mit in ihre Zukunft? „Wir haben ganz viele Erfahrungen sammeln können“, sagen Moritz Wagner und Moritz Hinkel. „Vor allem, was die Organisation eines solchen Projektes betrifft. Wir haben gelernt, wie man die finanziellen Mittel, die einem hierfür zur Verfügung stehen, richtig einsetzt und auch, wie man sich richtig präsentiert“, resümieren die beiden. Bei der Umsetzung ihrer Ideen stehen den Stadtteilbotschaftern Mentoren zur Seite.

Außerdem werden die Teilnehmer des Projekts, das sich an junge Menschen im Alter von 15 bis 27 Jahren wendet, in Workshops fortgebildet, beispielsweise in den Grundlagen des Projektmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben während dieser Zeit sehr viele Menschen kennengelernt und gehen jetzt viel offener und selbstsicherer auf die Leute zu“, sagt Moritz Hinkel. Und erklärt: „Zu Beginn wären wir viel nervöser und aufgeregter bei einem Gespräch mit der Presse gewesen.“

Ganz ähnlich sehen das auch die Stadtteilbotschafter Julia Koldau und Felix Tran (beide 17 Jahre alt) vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und dem Friedrich-Dessauer-Gymnasium, die mit ihrem Projekt jungen Patienten des Höchster Klinikums am ersten Weihnachtsfeiertag ein kleines bisschen Glück schenkten, indem sie ihnen Zeit und kleinen Geschenke mitbrachten, die den Kindern vom Weihnachtsmann überreicht wurden. „Das Stadtteilbotschafter-Projekt war sehr lehrreich für uns“, sagt Tran. „Wir haben dabei sehr viel erfahren, was man in der Schule sonst nicht lernt.“ Die Aktion habe ihnen gezeigt, wie wichtig es sei, immer auch an Menschen zu denken, die es nicht so gut hätten.

Die Grundlage des Projektes von Stadtteilbotschafter Carl-Philipp-Spahlinger (17) war die Idee des „Speed-Datings“. Mit ausgesuchten Fragen lud der Wöhlerschüler zu einem „Speed-Dating gegen Vorurteile“ ein, beispielsweise beim „Interkulturellen Foodfestival“ in Fechenheim oder in seiner Kirchengemeinde im Stadtteil Eckenheim. Damit brachte er etliche, sehr unterschiedliche Menschen miteinander in Kontakt und lud mit seinen ausgesuchten Fragen dazu ein, im Gespräch so manches Vorurteil zu überwinden. „Ich werde auch nach Abschluss des Stadtteilbotschafter-Projekts weitermachen“, sagt er. So möchte er auch an seiner Schule ein solches „Speed-Dating gegen Vorurteile“ mit allen 1300 Schülern organisieren“, wie er erzählt. Und dafür hat er sich auch schon spezifische Fragen überlegt, nämlich „Wer und wo ist der Wöhlergeist?“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare