Schönberg

Stadtteil soll kein „Schlaf-Ort“ werden

Die Friedrichstraße ist Schönbergs kleine „Einkaufsmeile“. Aber wie lange noch? Das fragen sich die Verantwortlichen im Stadtteil beim Blick auf Leerstände, den Mangel an Kundenparkplätzen, den Durchgangsverkehr und das Fehlen eines echten „Frequenzbringers“.

Der Buchladen – weg, das Blumengeschäft auch. Das „Schimmerich’s“ steht leer. Wenn Mathias Völlger die Schönberger Friedrichstraße entlang spaziert, vermisst er bereits einige bekannte Adressen, die früher die Nahversorgung im Stadtteil aus- und leicht gemacht hatten. Eine Entwicklung, die den stellvertretenden Vorsitzenden der Kronberger CDU und Ortsvorsteher des Stadtteils Schönberg umtreibt. Er möchte nicht, dass sein Stadtteil zum reinen „Schlaf-Ort“ für die rund 3000 Bewohner verkümmert.

„Wir stehen hier quasi mitten in unserer Einkaufsmeile“, erklärt Mathias Völlger beim Treffen mit der TZ in der Friedrichstraße. Über Jahrzehnte haben sich hier Geschäfte angesiedelt. Manche gibt es seit langem, andere haben geschlossen, neue sind hinzugekommen. Während im ehemaligen Lampenladen mittlerweile eine Fahrschule die Kronberger Jugend auf dem Weg zum Führerschein begleitet, ist an der Ecke gegenüber der Buchhandel verschwunden und eine Physiotherapeutische Praxis entstanden.

Einige hundert Meter weiter in Richtung Oberhöchstadt war bis vor kurzem noch ein Blumenladen zu finden. Der ist nun in die Kronberger Altstadt umgezogen – da gibt es mehr Frequenz. Das Schreibwarengeschäft daneben, besonders bei Schülern sehr beliebt, musste seine Türen ebenfalls schließen.

Auch kulinarisch hat sich einiges verändert. Das „Schimmerich’s“, das Restaurant hinter der Kirche St. Alban im Turnhallengebäude, steht schon lange leer. „Die Stadt wird die Turnhalle demnächst energetisch sanieren und sucht zurzeit einen neuen Pächter für das Lokal“, so Ortsvorsteher Völlger.

Die Läden und Restaurants, die auf dem Gang durch Schönberg auffallen, scheinen sich etabliert zu haben. Der Bäckerladen wird gerade renoviert und soll am 15. Oktober pünktlich zum Schulbeginn wieder eröffnen.

Daneben befindet sich ein italienisches Restaurant, das einen wesentlichen Teil seiner Einnahmen aus dem Liefergeschäft zieht. Die Einnahmen investierte man in den Ausbau der Außenanlage. Bis zu 60 Personen können seit vergangenem Sommer auf der neu gestalteten Terrasse bei Pizza, Pasta und Wein Platz nehmen.

„Das Angebot wird gut angenommen“, weiß auch Ortsvorsteher Mathias Völlger. Aber das allein wird nicht reichen, will man den Einkaufsstandort stärken.

Er plädiert dafür, dass Schönberger ihre Erledigungen bevorzugt hier machen. „Damit unterstützt man den Schönberger Einzelhandel“, so seine Meinung. Man dürfe sich nicht von der Parkplatzsituation verunsichern lassen: „Die können wir leider nicht so einfach beheben.“

Gleiches gelte für die heimischen Dienstleister. Auch die brauchen die Unterstützung aus dem Stadtteil, wenn sie überleben wollen. „Ich gehe hier zum Friseur“, wirbt der Ortsvorsteher und macht zugleich darauf aufmerksam, dass sich das Angebot in Schönberg immer noch sehen lassen kann.

Hier Wellness, da Finger- und Fußnagel-Pflege und dort eine kleine Boutique. Dazu eine Apotheke, eine Änderungsschneiderei und ein IT-Berater – wer das sucht, muss nicht extra wegfahren.

Dass sich ein Besuch in Schönberg auch für Nicht-Schönberger lohnt, erklärt Völlger auch mit Blick auf den donnerstagvormittags stattfindenden Wochenmarkt mit seinem umfangreichem Angebot an Fisch, Käse, Wurst, Brot und Gemüse direkt vom Erzeuger. „Der Markt wird gut angenommen.“

Schade sei, dass der kleine, über ein soziales Projekt getragene Supermarkt im Mainblick angesiedelt sei, findet der Ortsvorsteher. Wäre der näher an der Friedrichstraße gelegen, könnte er als „Frequenzbringer auf die anderen Geschäfte abstrahlen“.

Steigern ließe sich die Attraktivität und Kundenfreundlichkeit über einheitliche Öffnungszeiten der Läden, davon ist der Ortsvorsteher überzeugt. „Dann muss man sich nicht so viele Gedanken machen, wo man wann hingeht.“

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