Schwere Schäden

Sturmtief „Fabienne“ hält Retter in Atem

  • schließen

Das Sturmtief „Fabienne“ hat in den Kreisen Offenbach und Groß-Gerau schwere Schäden verursacht. Besonders betroffen waren Langen, Offenthal und Mörfelden-Walldorf, wo die Stadthalle nicht mehr benutzbar ist.

Sturm „Fabienne“ hat ordentlich in der Region gewütet und dabei sehr große Schäden angerichtet. Als die Windböen gegen kurz vor 17 Uhr über den Landkreise Offenbach und Groß-Gerau tobten, waren es vor allem Langen, Mörfelden-Walldorf und Dreieich-Offenthal, die von dem Sturmtief betroffen waren.

In der Sterzbachstadt spricht Stadtbrandinspektor Frank Stöcker von „Schäden in die Millionenhöhe“. Eine Schneise der Verwüstung zieht sich durch Linden und Oberlinden. Von etlichen Dächern wehte es Ziegel, aber auch ganze Dachabdeckungen – wie am Wernerplatz – schossen über die Straßen. Mehrere sehr große und alte Bäume wurden umgerissen, viele Autos von Bäumen bis zum Totalschaden zerstört. Die Langener Feuerwehr war am Sonntagabend mit mehr als 100 Einsatzkräften über sieben Stunden dabei, das Chaos einzudämmen. 170 Einsätze wurden insgesamt gezählt. 30 Helfer vom Deutschen Roten Kreuz standen der Feuerwehr dabei zur Seite.

Und auch den ganzen Montag über war Hilfe vonnöten. Das Dach der Geschwister-Scholl-Schule ist erheblich beschädigt, am Lutherplatz wurde ein Kiesdach heruntergeweht, der herumliegende Kies machte das Befahren des Kreisels unmöglich. „Dem großen Regenschauer ist es wohl zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Die Leute haben sich vor dem Regen schon vorher in Sicherheit gebracht“, erklärt Stöcker. Die Fassungslosigkeit bei den Betroffenen war groß: „Aber sie waren sehr dankbar über unsere Hilfe und haben uns auch Kaffee gebracht“, erzählt der Stadtbrandinspektor. Er verwies jetzt darauf, dass die Feuerwehr nur noch die Rettungs- und Schulwege von den umgestürzten Bäumen befreit. An den Häusern und in den Gärten müssen die Besitzer für diese Aufgabe Fachfirmen beauftragen.

Gleich mehrere Notrufe aus Offenthal gingen in der Leitstelle in Dietzenbach ein. Am schlimmsten sah es im Wohngebiet Flurstraße/Messeler Straße aus. An einem Wohnhaus „Am Zollhaus“ wurde die Hälfte des Daches abgedeckt. „Wir haben noch versucht, es mit Planen zu sichern. Aber es war einfach viel zu gefährlich für unsere Leute bei dem Wind auf dem Dach herumzuturnen“, sagt Stadtbrandinspektor Markus Tillmann. Nach dem geklärt war, dass kein Regen mehr angesagt ist, wurden die Versuche abgebrochen.

Am Ende der Flurstraße hat es eine Stromleitung zerfetzt – nicht ganz ungefährlich, weil das abgerissene Kabel funkensprühend abgestürzt war. Zwischen Offenthal und Messel (L 3317) hatten mehrere umgestürzte Bäume die Straße versperrt. Im Stadtgässchen zerstörte ein umfallender Baum fünf Autos. Markus Tillmann ist dennoch erleichtert: „Niemand wurde verletzt – das ist die Hauptsache.“

In Mörfelden vermeldet Feuerwehr-Pressesprecher Theo Hermann 70 Einsätze. Auch dort waren es vor allem die umgestürzten Bäume, welche die Wehr in Atem hielten. Die L 3113 Richtung Gräfenhausen, die B 486 Richtung Rüsselsheim und die B 44 Richtung Frankfurt galt es freizuschneiden. Der Vitrolles Ring war über Stunden wegen der herumliegenden Bäume nicht befahrbar. Besonders gefährlich waren die wegfliegenden Dächer, den größten Schaden hat vermutlich die Stadthalle in Walldorf erlitten. Im flachen Anbaus, in dem die kommunale Galerie, der Küchentrakt, der Zugang zur Bücherei und eine Wohnung untergebracht sind, wurde die Flachdachkonstruktion fast komplett abgedeckt. Alle Veranstaltungen in der Stadthalle sind jetzt zunächst einmal abgesagt.

Ruhig war es hingegen in Neu-Isenburg. „Wir hatten nicht einen einzigen Einsatz“, vermeldetet Feuerwehr-Sprecher Andreas Kronhart. Vorsorglich waren 18 Einsatzkräfte auf der Wache in Bereitschaft, die aber fuhren dann nach Langen, um dort zu helfen. Die Zeppelinheimer Feuerwehr half im Kreis Groß-Gerau in Nauheim aus.

Ähnliches gilt für Kelsterbach. „Bei uns ging der Sturm glimpflich ab, es blieb alles ruhig“, berichtet Christian Rolle, Pressesprecher der örtlichen Wehr. Aber auch die Lebensretter der Untermainstadt blieben nicht in der heimischen Wache – sie halfen mit zwei Einsatzfahrzeugen und der großen Drehleiter ebenfalls in Nauheim.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare