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Pendler fahren mit ihren Autos über die Friedensbrücke in Frankfurt am Main.

Wichtiger Knotenpunkt lahmgelegt

Dem Süden Frankfurts droht das Verkehrschaos

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Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs brauchen starke Nerven: Vom 1. bis 15. Oktober wird die Straßenbahnhaltestelle Stresemannallee/Gartenstraße dicht gemacht. Damit aber nicht genug – auch für Autofahrer gibt es spürbare Einschränkungen. Damit ist einer der wichtigsten Knotenpunkte, zumindest auf den Gleisen, lahmgelegt.

Ob aus Niederrad, Schwanheim, Neu-Isenburg oder Sachsenhausen kommend: Wer über den Main will, der nutzt die Friedensbrücke. Sieben Straßenbahnlinien, drei Buslinien sowie unzählige Autos, Fußgänger und Radfahrer sind dort täglich unterwegs.

Und die müssen sich in den Herbstferien umorientieren, denn die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) verlegt zwischen Friedensbrücke und Paul-Ehrlich-Straße drei Weichen, zwei Gleiskreuzungen, 350 Meter Gleise sowie Gleisüberfahrten an der Gartenstraße und am Theodor-Stern-Kai.

Konkret bedeutet das: In der ersten Bauphase von Montag, 1. Oktober, bis in die Nacht zu Montag, 15. Oktober, rollen keine Straßenbahnen über die Friedensbrücke. Die Fahrgäste müssen zwischen „Hauptbahnhof“ und „Stresemannallee/Gartenstraße“ den Schienenersatzverkehr nutzen. Die entsprechenden Haltestellen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Straßenbahnstationen. Die Buslinie 46 (Museumsuferlinie) fährt während der Bauarbeiten nur auf der Nordseite des Mains zwischen „Wasserweg“, „Baseler Platz“, und „Untermainbrücke“.

Die Straßenbahnlinien 12, 16, 17 und 21 aus Norden kommend enden während der Bauarbeiten am Hauptbahnhof. Südlich des Mains werden die Linien 12 und 16 miteinander verknüpft: Von Schwanheim kommend fahren die Bahnen bis zur „Stresemannallee/Gartenstraße“ und weiter auf dem Linienweg der Linie 16 über den Südbahnhof bis Offenbach Stadtgrenze.

Auch die Linien 17 und 21 verschmelzen zu einer. Die Bahnen fahren zwei Wochen lang zwischen „Neu-Isenburg Stadtgrenze“, „Stresemannallee/ Gartenstraße“, „Universitätsklinikum“ und „Stadion“. Von dieser Änderung sind auch die Eintracht-Fans betroffen, denn am Donnerstag, 4. Oktober, bestreiten die Adlerträger gegen Lazio Rom ihr erstes Heimspiel in der Europa League.

Mit den bekannten gelben Schildern wird bereits seit einigen Tagen an der Haltestelle „Stresemannallee/Gartenstraße“ auf die anstehenden Arbeiten hingewiesen. Diese stechen nicht nur ins Auge, sondern sorgen auch für Kopfschütteln bei den Fahrgästen. Nicht, weil sie kein Verständnis für die Arbeiten haben, sondern weil sie sich schlichtweg für zwei Wochen „neu orientieren“ müssen, wie eine ältere Dame sagt. Jeden Tag pendelt die 77-Jährige mit der Straßenbahnlinie 12 zwischen „Konstablerwache“ und „Triftstraße“. „Das ist eine Operation am offenen Herzen, das gibt Chaos. Auf der Straße und in den Bahnen“, ist die Rentnerin sicher. Sie werde deswegen in den nächsten zwei Wochen auf die S-Bahn umsteigen.

Das empfehlen auch VGF und die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Neben der Nutzung der Ersatzbusse sei es sinnvoll, nach anderen Fahrmöglichkeiten zu schauen. Für die Fahrt von und nach Niederrad, Schwanheim und Goldstein sei die Fahrt über den S-Bahnhof „Niederrad“ möglich. Zwischen Innenstadt, Schweizer Straße und Südbahnhof verkehren die U-Bahnlinien U 1, U 2, U 3 und U 8 im Minutentakt.

Durch die Großbaustelle wird allerdings nicht nur der öffentliche Nahverkehr behindert, es gibt auch deutlich spürbare Einschränkungen auf der Straße. Denn die Gleise können nicht überfahren werden, damit fallen einige wichtige Abbiegemöglichkeiten weg. So wird der Linksabbieger aus der Stresemannallee in den Theodor-Stern-Kai, der zum Universitätskklinikum führt, dicht gemacht. Ebenfalls gesperrt wird der Linksabbieger aus Richtung Uniklinik kommend aus der Gartenstraße in die Stresemannallee. Dieser Verkehr wird sich dann auf die Kennedyallee verlagern.

Gert Stahnke, Leiter des Straßenverkehrsamtes, weiß über die steigende Verkehrsbelastung durch die Baustelle. „Wir werden die großräumige Umfahrung rechtzeitig ausschildern. Also bereits an der Niederräder Landstraße, auf der Kennedyallee und am Klinikum“, sagt er. Trotzdem würde es sich sicher nicht vermeiden lassen, dass Ortskundige sich für eine kleinräumige Umfahrung entscheiden und dass es an diesen Nadelöhren dann entsprechend voll würde.

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