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Nachdem der goldene Kirchturmhahn auf die Kirchturmspitze gesetzt wurde, konnten die erstern Etagen des Gerüstes abgebaut werden.

Gickel

Symbol der Wachsamkeit thront auf der Kirche

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Die Sanierungen an der alten Lahrer Kirche nähern sich dem Ende. Gestern wurde ein neuer goldener Gickel auf der Kirchturmspitze angebracht. Geduld brauchte man dabei vor allem in einem Nachbardorf.

Voraussichtlich noch bis zum 17. Oktober müssen die Lahrer warten, dann wird das Baugerüst vom Kirchturm der alten Lahrer Kirche endgültig abgebaut. Bei der Herstellung der neuen Zifferblätter haben sich von Werk aus Schwierigkeiten ergeben, die erst beseitigt werden müssen. Wenn die Zifferblätter dann angebracht werden, kommt das Gerüst weg.

Dieses wurde nun aber gestern noch einmal dringend gebraucht, um den neuen „Lahrer Gickel“ auf die Kirchturmspitze zu setzen. Nachdem dieser neue Gickel in der Niederselterser Werkstatt von Thomas Brühl hergestellt wurde und anschließend der Lahrer Bevölkerung in der Kirche bei einem Gottesdienst gezeigt wurde, stand nun die Anbringung auf dem restaurierten Kirchenkreuz an.

Genau 130 Gerüststufen und sieben Leiterstufen waren zu überwinden, um ganz nach oben bis zum Kirchenkreuz zu kommen. Die Mühe haben sich gestern viele Interessierte aus dem Dorf gemacht, die dabei sein wollten, wenn der neue „Lahrer Gickel“ an seinen Platz kommt. Neben Thomas Brühl und dem Organisator der Neuanschaffung des Kirchenhahns, Christof Martin, waren dies noch derzeitige und ehemalige Mitglieder des Lahrer Pfarrgemeinderates unter Leitung der Vorsitzenden Tamara Daum-Schick.

Und der neue Lahrer Kirchturmhahn sorgte schon, bevor er ganz oben auf dem Kirchturm angebracht wurde, dafür, dass in Hintermeilingen eine Morgenandacht zu spät begann. Denn der Transport zur Kirchturmspitze verzögerte sich ein bisschen und so musste Pater Joseph Simson Kovathuparambil seine Verspätung per Handy den Hintermeilinger mitteilen. „De Lohrer Gickel es dru Schuld“, sagte einer der Anwesenden mit einem Schmunzeln. Als dann der Kirchenhahn endlich in 30 Metern Höhe ankam, begann eine kleine Einsegnungsfeier. Dabei sagte Pater Pater Joseph Simson Kovathuparambil, dass der Hahn schon in der Antike als Symbol der Wachsamkeit galt.

Schon im Markusevangelium stehe geschrieben: „Seid also wachsam. Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.“ Das Christentum habe das Turmkreuz und den Hahn für seine Kirchtürme als Symbol übernommen, sagte Kovathuparambil. Ein Kreuz auf dem Kirchturm bedeute, „dies ist ein christliches Gotteshaus“. Außerdem sind anstelle des Hahns andere Symbole wie eine Kugel, die für die Erdkugel steht, Engel oder auch Wetterfahnen auf Kirchturmspitzen zu sehen.

Thomas Brühl zeigte sich begeistert von dem alten Lahrer Kirchenbau, der zu den ältesten Kirchentürmen im Bistum gehört und zu den Wehrkirchen zählt. So waren auf dem Weg hoch zum Kirchenkreuz Schießscharten im Mauerwerk der Kirche zu sehen. Holzproben hätten für den romanischen Kirchturm ein Alter von über 1000 Jahren ergeben. Aus dem 19. Jahrhundert kommt nun das alte und jetzt renovierte Kirchenkreuz.

Bei dem Ortstermin war gut zu sehen, dass beim jetzigen Kreuz noch Teile des ganz alten Kirchenkreuzes zu finden sind. Und wenn dann auch noch die neuen Zifferblätter angebracht sind, erstrahlt dieser alte Kirchenbau in neuem Glanz. Dann tritt auch wieder Helmut Keul in Aktion, der seid über 60 Jahren jeden Samstag das alte Uhrwerk aufzieht.

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