Internet- und Telefonnetz

Telekom lässt sie warten und warten

Von zu Hause aus arbeiten oder Kinokarten online kaufen – das geht nicht in der neuen Reihenhaussiedlung am Urnbergweg. Auch Monate, nachdem über 100 Menschen ihre Häuser bezogen haben, haben sie noch keine Anschlüsse ans Internet- und Telefonnetz. Erklärungen liefert die Telekom ihnen dafür nicht.

Mehr als zehn Monate lang müssen die Bewohner der Reihenhaussiedlung am Urnbergweg im südlichen Harheim bereits ohne Internet und Telefonanschluss auskommen. „Und genauso lange lässt uns die Deutsche Telekom im Unklaren, wann sich daran etwas ändern könnte“, sagt Mutaz Keilani. Er wohnt mit seiner Familie in der Eckstraße und gehört zu den rund 100 Anwohnern, die im Januar in die neu gebaute Siedlung auf dem früheren Gelände der Firma Weiler gezogen sind. Eigentlich hätten die Telefon- und Internetleitung bis zum Einzug fertig sein müssen – sie sind es aber bis heute nicht.

Warum, ist von der Telekom nicht zu erfahren. Gegenüber dieser Zeitung teilt das Unternehmen nur mit: „Grund für die Verzögerungen sind Dokumentationsarbeiten, die noch zu Ende geführt werden müssen.“ Was damit gemeint ist und warum das so lange dauert, ist nicht zu erfahren. Aber: „Bis Ende nächster Woche sind die Anschlüsse buchbar“, schreibt die Telekom. Ob sie dann auch bereits freigeschaltet sind, bleibt unklar.

Mindestens drei Bedingungen mussten erfüllt sein, damit das Unternehmen die Reihenhaussiedlung an das Internet- und Telekommunikationsnetz anschließen konnte. Erstens muss die Telekom grundsätzlich wissen, dass Häuser angeschlossen werden müssen. Darüber informiert sie der jeweilige Bauherr. Hier waren das der Generalinvestor, Werner Wohnbau, und ihr zuständiger Projektleiter Andreas Faitsch. Schon im März 2017 habe er die Telekom informiert, dass bis Januar 2018 die Anschlüsse für die 38 Haushalte einzurichten seien, sagt Faitsch.

Schritt zwei ist eine Trassengenehmigung – also die Erlaubnis der Stadt, die Leitungen zu verlegen – und eine Genehmigung, um eine Straße aufzureißen. Beide erteilt das Amt für Straßenbau und Erschließung. Die Telekom habe diese Genehmigungen eingeholt, heißt es dort. Vom 31. August bis zum 4. Dezember 2017 hätten diese gegolten. Verlegt wurden die Leitungen in dieser Zeit allerdings nicht. Der dritte Schritt wäre gewesen, beim Straßenverkehrsamt zu beantragen, dass für die Bauzeit die Straße abgesperrt wird. „Ein solcher Antrag ist bei uns nie eingegangen“, sagt Amtsleiter Gert Stahnke.

Was das heißt, vermutet Projektleiter Faitsch: „Die Telekom hat die Aufbruchgenehmigung einfach verstreichen lassen.“ Neue Aufbruch- und Trassengenehmigungen hat die Telekom offenbar erst im März dieses Jahres eingeholt. Da wohnte Keilani bereits zwei Monate in der Siedlung.

„Ohne Internet und Telefon ist das kein Spaß“, sagt Keilani. Zwar stelle die Telekom mobiles Internet mit einem Datenvolumen von 30 Gigabite pro Monat zur Verfügung. „Das reicht aber vorne und hinten nicht. Ganz besonders, wenn man Kinder hat.“ Da sei das Datenvolumen nach nur ein paar YouTube-Videos aufgebraucht, „und wenn man ein größeres Volumen haben möchte, wird es richtig teuer“. Doch auch die Erwachsenen hätten ein ernstes Problem. Zuhause zu arbeiten, sei so unmöglich – ganz gleich, ob man Freiberufler ist oder gerade die Kinder krank sind und man deshalb daheim bleiben müsste.

Keilani ärgert sich vor allem, wie die Telekom mit den Anwohnern umgeht. „Wenn ich dort nachgefragt habe, wurde ich entweder abgewimmelt oder ich habe auf andere Art und Weise keine Antwort erhalten“, kritisiert er. Wann sie endlich damit rechnen könnten, Internet zu bekommen, wisse er bis heute nicht. Entsprechend aufgebracht ist nicht nur er, sondern die ganze Nachbarschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare