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Mit dem offiziellen Spatenstich wurde der Startschuss für die Modernisierung des Sportgeländes im Grasmückenweg gegeben.

Kunstrasenplatz und Tennishalle entstehen

Tennis- und Hockey-Club 1899 startet größtes Bauprojekt der Vereinsgeschichte

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Auf dem Gelände zwischen Grasmückenweg und Silostraße entstehen unter anderem ein Kunstrasenplatz für die Hockeyspieler sowie eine neue Tennishalle.

Blau ist im Hockey Modefarbe. Bei der Europameisterschaft der Juniorinnen 2009 wurden erstmals Duelle auf dem etwas anderen Boden ausgetragen, und spätestens bei den Olympischen Spielen 2012 war die Revolution in aller Munde.

Auch beim Höchster Tennis- und Hockey-Club (HTHC) 1899 soll es pünktlich zum 120. Geburtstag im nächsten Jahr einen Kunstrasenplatz in der neuen Kolorierung geben. „Wir waren bislang die Einzigen in Hessen, die noch auf Naturrasen gespielt haben“, erzählt Vereinspräsident Wolfgang Hofmann. Das habe Mitglieder gekostet. Auf künstlichem Untergrund lässt es sich schneller und präziser spielen.

Um auch sonst mit einer modernen Anlage für sich zu werben, hatten die Mitglieder des HTHC im Januar dem größten Bauvorhaben in ihrer bisherigen Geschichte zugestimmt. Auf dem insgesamt vier Hektar großen Vereinsgelände sollen zwischen Grasmückenweg und Silostraße neben dem Hockeyrasen und einer Laufbahn drumherum auch noch eine Tennishalle mit vier Feldern sowie sieben neue Außenplätze entstehen. Das 4000 Quadratmeter große Areal, auf dem jetzt noch Bälle übers Netz gespielt werden, wurde verkauft; hier sind etwa 50 Wohnungen geplant. Die alte Zwei-Felder-Tennishalle wird abgerissen, was laut Hofmann den Vorteil hat, dass man dann vom Clubhaus auf der anderen Straßenseite aus einen freien Blick auf das Sportgelände hat.

Mehr als fünf Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt, an dem sich die Stadt voraussichtlich erst mal mit 700 000 Euro beteiligen wird und das das Land mit 200 000 Euro fördert. Der Rest stammt aus dem Grundstücksverkauf und einem Kredit. Am Ende ist man damit laut Hofmann nicht. Auch das in die Jahre gekommene Clubhaus benötige eine Sanierung.

„Wir sind jetzt dort angekommen, wo die Zukunft beginnt“, betonte Hofmann gestern beim offiziellen Spatenstich. Der 50-jährige Mediziner, der dem Verein vor zwei Jahren beitrat, um das vakante Amt des Chefs zu übernehmen, hat mit seinen Mitstreitern bei der Planung des Bauprojekts ein rasantes Tempo vorgelegt. Dass es nicht bis zum Jubiläum 2019 beendet sein könnte, hält er für unmöglich.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) begrüßt die Eigeninitiative. „Es ist großartig, wenn Vereine sich selbst auf den Weg machen und nicht nur eine Wunschliste abgeben“, erklärte der Stadtrat. Die Förderung sei zudem lohnenswert, „weil wir für das Geld nirgendwo sonst so viel Sport bekommen“.

Der HTHC ist flächenmäßig der größte Verein im Frankfurter Westen. Der frühere Werksclub der Höchster Farbwerke musste jedoch in den vergangenen Jahrzehnten einen starken Abwärtstrend seiner einst bei 1500 stehenden Mitgliederzahl verzeichnen. Mittlerweile geht es wieder aufwärts, es sind 540 eingetragen, von denen die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Allein die seit Jahresbeginn bestehende Tennisschule unter der Leitung von Javad Arasteh konnte schon 50 Neuzugänge locken.

Um seine Verbundenheit mit der Nachbarschaft zu demonstrieren, kooperiert der Verein mit Höchster und Unterliederbacher Schulen. Vor allem für diese wurde in dem Bauprojekt auch wieder eine Laufbahn untergebracht, die mit einer Länge von 340 Metern zwar nicht der Norm entspricht, den Lehrern dennoch hilft. In ungewöhnlichem Orange gehalten, wird sie wie das blaue Hockeyfeld in einer der Vereinsfarben erstrahlen. Nur der Auslauf, der das Rund zum Rechteck ergänzt, bleibt grün. „Das hätte sonst 10 000 Euro mehr gekostet“, sagt Hofmann. Das Geld könne man besser woanders investieren.

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