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Frankfurt am Main, 03.08.2018, Innenstadt, Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Frankfurter Innenstadt ist ein Fahrradfahrer ums Leben gekommen. Zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Berliner Straße kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. (c) Foto: Rainer Rüffer

Blaulicht

Tödlicher Fahrradunfall: Engstelle ist bei Radfahrern als gefährlich bekannt

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Um kurz nach 14 Uhr heute Mittag ist ein 60-jähriger Radfahrer in der Kurt-Schumacher-Straße tödlich verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fuhr der Radfahrer am äußersten Rand des Bürgersteiges in Richtung Konstablerwache, um mutmaßlich Personen auf dem Bürgersteig auszuweichen.

Um kurz nach 14 Uhr heute Mittag ist ein 60-jähriger Radfahrer in der Kurt-Schumacher-Straße tödlich verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fuhr der Radfahrer am äußersten Rand des Bürgersteiges in Richtung Konstablerwache, um mutmaßlich Personen auf dem Bürgersteig auszuweichen.

Dabei sei er zu dicht an einen Lastwagen mit Anhänger geraten, der gerade parallel die Kurt-Schumacher-Straße befuhr. Der Mann habe daraufhin die Kontrolle über sein Rad verloren, sei gestürzt und sei anschließend vom Anhänger des Sattelzuges überrollt worden, so die Polizei. Bis in den Abend war die Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Norden gesperrt.Die Polizei sucht Zeugen: Wer kann Angaben zum Unfallhergang machen? Hinweise nimmt die Polizei unter 069 755 10100 entgegen. Die Stelle, an der der 60-Jährige tödlich verunglückt ist, ist Radfahrern in Frankfurt schon länger ein Dorn im Auge.

„Die Stelle ist sehr gefährlich“, sagt Markus Straussner. Der 25-jährige Frankfurter fährt täglich durch die Innenstadt und empfindet das Frankfurter Fahrradwegekonzept immer noch als veraltet. Dass der Unfall direkt nach der Verengung der Kurt-Schumacher-Straße passiert ist, wundert ihn nicht. Denn der Radweg höre dort plötzlich auf. Es gebe keine Beschilderung.

Das sei vor allem für unerfahrene Radfahrer eine echte Gefahr - auch für die Passanten auf dem Bürgersteig. „Es hätte auch ein Fußgänger gewesen sein können, der dem Radfahrer unglücklich ausgewichen wäre“, sagt er.

Diese Einschätzung teilt er mit Falko Görres. Der Fahrradpendler engagierte sich stark für den Radentscheid, der Frankfurt zu einer Fahrradmetropole machen möchte. Er organisierte vergangenes Jahr den „Ride of Silence“, eine Demonstration, die den im Verkehr verstorbenen Radfahrern gedenkt. „Dieser Unfall ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Radfahrer nicht den gleichen Bereich nutzen sollten, wie andere Verkehrsteilnehmer“, sagt er. Er plädiert dafür, die Autospur von zwei auf eine Spur zu reduzieren und stattdessen eine Fahrradspur einzurichten. „Die zwei Spuren sind ohnehin zu schmal für zwei modernen Autos nebeneinander“, sagt er. Dies werde spätestens an der Ampel in Höhe der Konstablerwache deutlich.

„Wir sind sehr traurig über den Unfall“, sagt Susanne Neumann, Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Frankfurt. „Prinzipiell finden wir es nicht gut, wenn Radfahrer den Bürgersteig benutzen“, sagt sie. Aber speziell an dieser Stelle, sorge der fehlende Radstreifen und die Angst vor den oft rücksichtslosen Autofahrern für maximale Verunsicherung bei den Radfahrern. Viele würden dort auf den Fußgängerweg ausweichen, um den Konflikt den Autofahrern zu vermeiden. „Wir haben gegenüber der Stadt bereits vergangenes Jahr angemerkt, dass an der Stelle ein gewisses Unfallpotenzial vorhanden ist“, so Neumann.

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