+
Schon weit vor dem eigentlichen Termin wurden mehr als 300 Lkw auf dem Gelände des Stöffel-Parks platziert.

6.Trucker-Treffen

300 Trucker feierten im Stöffelpark

  • schließen

Das 6. Trucker-Treffen auf dem Gelände des Stöffelparks in Enspel war ein Fest der Superlative: An beiden Tagen stellten mehr als 300 Trucker aus nah und fern ihre Fahrzeuge ab, feierten im Kreise von Freunden Party oder trafen sich zu Benzingesprächen.

Trucks so weit das Auge reichte: Zum sechsten Mal bereits haben sich am Wochenende die Fahrer schwerer Lkw auf dem Gelände des Stöffelparks getroffen. Eingeladen hatte der Stöffelverein mit seinen über 25 freiwilligen Helferinnen und Helfern. Zwei Tage lang bestand für die Trucker Gelegenheit, ihre PS-starkes Gefährt einfach mal stehen zu lassen, sich mit Freunden zu treffen und abseits von Autobahnraststätten auszutauschen.

Die schiere Zahl der beteiligten Trucker verdiente dabei das Prädikat „superlativ“, denn mehr als 300 Lkw-Fahrer waren gekommen. Viele Besucher hatten zum Teil Hunderte Kilometer Anfahrt auf sich genommen, um ein paar Stunden durch die Reihen der PS-Boliden zu wandern.

Ein zufriedenes Gesicht machte denn auch Philipp Wisser vom Stöffelverein, trotz der vielen Arbeit mit dem Treffen. Das Truckertreffen, so berichtet er, habe sich mit den Jahren zu einem Selbstläufer entwickelt. Er kann sich noch gut an das erste Treffen mit nur 50 Lkw erinnern. Gingen in der Vergangenheit die Anmeldungen für dieses Treffen über einen Zeitraum von vier Wochen ein, „so war in diesem Jahr innerhalb von sechs Stunden alles voll“, berichtet Wisser. Einige Interessenten mussten auf die Warteliste, denn das Gelände war ausgereizt. Wisser: „Hier geht nichts mehr.“

Wie sehr das Truckertreffen von allen Beteiligten herbeigesehnt wird, zeigte schon die Eröffnung. „Die Ersten sollten ab 17 Uhr da sein, waren aber schon um 11.30 Uhr da“, so Wisser. Sie wurden auf dem weitläufigen Gelände verteilt, wo sie ihre Fahrzeuge aufstellten, Zelte, Musikanlagen und Tische aufbauten, um entweder Party zu machen oder ganz einfach sich mit Freunden zu treffen. Von Anfang an dabei ist Hermann Heinz, nach eigenen Worten neunundsiebzigeinhalb Jahr alt „und seit 1957 auf Achse“. Der Mann aus Haiger bezeichnet sich selbst als Allrounder und betreibt sein Büro und die Fahrten mit dem Lkw in Eigenregie. Er gehört zu denen, die „ganze Geschichtsbücher erzählen“ können, „wie zum Beispiel als in Schweden noch Linksverkehr war“.

Er kann aber auch von seinen 20 Lkw berichten, die in seinem Fuhrpark stehen, davon elf alte. Er war am Samstag mit einer Arbeitsbühne dabei, mit der er den Besuchern die Gelegenheit bot, das Treffen aus einer Höhe von 26 Metern zu beobachten und auf einem Foto zu bannen. Ohne Zweifel kann man bei dem Mann aus Haiger von einem „Lkw-Verrückten“ sprechen, „denn ich hab noch 4000 Modelle im Maßstab 1:43 daheim“.

Viele dieser Modelle bekamen die Besucher im Original zu Gesicht. Dabei waren die bekannten Marken wie MAN, Fiat, Scannia, DAF, Iveco oder Mercedes in ihren unterschiedlichen Einsatzformen. Da standen Silofahrzeuge neben Kippern, Tankfahrzeuge neben Abschleppern. Auffallend ist die wachsende Kreativität bei der Ausgestaltung der Fahrzeuge. Da wurden Lkw präsentiert, die, farbenprächtig besprüht, ganze Geschichten „erzählten“. Ein Lkw zeigte die Geschichte der Raumfahrt, er wurde im Stöffelpark noch mit einem „Apollo-Aufkleber“ versehen.

Auch Gäste aus dem Ausland waren gekommen, zum Beispiel Martin Sperl aus Salzburg, der mit seinem Lkw schon zum dritten Mal dabei ist und die zwölf Stunden Anfahrt aus Österreich gerne auf sich nimmt, „um hier Leute und Freunde zu treffen“. Oder Kees Greveling aus Holland, von Beruf Metzger, der als Besucher durch die Reihen der Lkw schlenderte. Er genießt zum zweiten Mal die „tolle Atmosphäre“, zu der „auch immer ein Bier“ gehöre.

Dieses war unter anderem an einigen der vielen Stände zu bekommen, die sich am Rande des Treffens aufgebaut hatten. Auch hier bekommt das Truckertreffen immer mehr Zuspruch. Da wurden spezielle Lkw-Reifen angeboten oder gleich vor Ort der eigene Lkw mit farbenprächtigen Schriftzügen versehen. Viel Zuspruch hatte ein Anbieter von speziellen Spiegeln für Linksabbieger oder gegen den toten Winkel. Besonders bei den jungen Besuchern beliebt waren die ferngelenkten Lkw-Modelle, die entweder auf einer Ladefläche eines Lkw in Aktion zu sehen oder auch zu einem Preis von bis zu 12 000 Euro käuflich zu erwerben waren. Fast ausnahmslos war von den Truckern zu hören: „Wir kommen nächstes Jahr wieder.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare