Klettern

Die Turn- und Sportgemeinschaft 1888 hat jetzt einen Boulderblock

Durch eine Erbschaft, Spenden und viel ehrenamtliches Handanlegen ist auf der Sportanlage „Insel“ bei der TSG Nieder-Erlenbach 1888 neben dem Kletterturm auch ein Boulderblock entstanden. Nun können kleine und große Besucher nach Herzenslust hangeln und klettern.

Sina (11), Kira (9) und Elina (7) rütteln aufgeregt am grünen Gartentor. „Wann wird denn endlich aufgemacht?“, rufen sie über den Sportplatz der TSG 1888. Sie können es kaum erwarten, den neuen Boulder-Block zu testen. Vier Meter ist er hoch, hat gerade und geneigte Wände in Orange, Hell- und Dunkelgrau sowie Schwarz. An den Wänden sind kleine bunte Formen, Zahlen, Buchstaben, Seesterne, Elefanten und Kreise angebracht; auf diesen wird geklettert.

Das Tor ist geöffnet, Sina spurtet über den Kies zur Wand, krallt sich an den untersten Griffen fest und klettert hoch. Als ihr die Kraft ausgeht, lässt sie sich auf die dicken Matten auf dem Boden fallen und legt wieder los. „Das macht total Spaß. Genau das haben wir hier gebraucht“, sagt sie atemlos und feuert andere Kinder an, mitzumachen. Younes (9) erzählt, dass er schon seit drei Jahren klettert. „Übung habe ich schon viel. Bei blau und grün scheitere ich manchmal. Dafür bin ich noch zu klein, außer ich springe.“

Im Jahr 2014 wurden dem Verein 15 000 Euro für die Kletterabteilung vermacht. „Dann haben wir überlegt, was wir damit machen“, erklärt der Vorsitzende Christoph Kratzer. „Die Trainer wollten etwas für Kinder und Jugendliche und so kam die Idee vom Boulderblock für alle.“ Um Geld zu sparen, haben sie selbst Hand angelegt und zwei Monate lang gegraben, gebuddelt und geschaufelt. „

500 Ehrenamtsstunden

kamen so zusammen. Wir haben auf der ganzen Fläche einen Meter tief, 2,50 Meter breit und zwei Meter lang ausgehoben, 100 Tonnen Fallschutz-Kies verteilt, den Zaun umgebaut und Randsteine verlegt“, so Kratzer. „Das Ganze hat insgesamt 40 000 Euro gekostet, die Hälfte davon ist durch ehrenamtliche Arbeit geleistet worden und Materialkosten für den Außenbereich haben die Kletterer bei Sponsoren in Nieder-Erlenbach gesammelt. Es gab keinerlei Zuschüsse von Stadt und Land“, sagt er stolz.

Wie Gämsen klettern die Kleinen an dem Block hoch, einige lachen, weil sie den nächsten Tritt nicht gleich finden. „Auch die Erwachsenen sind ganz scharf drauf“, sagt Jugendtrainerin Maxime Feix (32). „Die kommen später zum Testen.“ Bisher haben die Klettergruppen im Winter in Hallen trainiert, jetzt können sie den Boulderblock nutzen, denn er ist überdacht.

Den Unterschied zwischen Klettern und Bouldern erklärt Sina so: „Das ist wie Inlineskaten und Schlittschuhlaufen. Ein bisschen ähnlich und trotzdem ganz anders. Beim Klettern ist man mit dem Seil gesichert, beim Bouldern bekommt man dicke Arme, weil man ohne Seil klettert.“

„2019 möchten wir eine Outdoor-Matte anschaffen. 30 Zentimeter dick, drei Meter Durchmesser rund um den Block“, so Kratzer. „Die kostet 7000 Euro. Dafür brauchen wir Spenden.“ Ein Junge fragt, „muss dann nicht noch ein großes Dach drauf, damit die Matte nicht nass wird?“ Kratzer lacht. „Nein, die liegt auf einem Holz-Plastik-Gerüst und ist wetterfest. Dann könnt ihr immer bouldern, ohne dass jemand dabei ist. Und dann gibt es nicht nur zehn Kletterrouten wie jetzt, sondern 30. “ Die Anlage ist für alle geöffnet. Nicht-Mitglieder können zwei Mal in der Woche Bouldern und Klettern (3 Euro Eintritt). Katzer: „Und wenn sich Gruppen bilden, die abends klettern wollen, wird aufgeschlossen.“,

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