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Rote Schuhe für den schwarzen Sportdezernenten: Moderator Markus Philipp lieh Markus Frank (rechts) seinen Turnschuhe.

Stadtgeflüster

Turnschuhe für den Dezernenten

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Turnschuhe sind sein Ding nicht, vor allem nicht zum schwarzen Anzug. Deshalb kam Sportdezernent Markus Frank (CDU) zur „Basketball macht Schule“-Gala

Turnschuhe sind sein Ding nicht, vor allem nicht zum schwarzen Anzug. Deshalb kam Sportdezernent Markus Frank (CDU) zur „Basketball macht Schule“-Gala der Fraport Skyliners in schwarzen Lackschuhen ins Palmengarten-Gesellschaftshaus. Dort war es am Samstagabend aber Usus, Sportschlappen zum feinen Zwirn zu tragen – egal ob Mann oder Frau. Deshalb behielt Markus Frank die schicken Schuhe nur so lange an, bis er zu seiner Begrüßungsrede auf die Bühne kam.

Da erzählte er, dass er zur zehnten Gala Turnschuhe anziehen wolle. „Sie brauchen zehn Jahre, um sich Turnschuhe anzuziehen? Da wissen wir doch jetzt, wie lange der Bau Multifunktionsarena dauern wird“, scherzte Moderator Markus Philipp und lieh Frank seine Sportschuhe. „Und dann auch noch rote“, rief der CDU-Mann als er sie überzog. Einen Wunsch äußerte der Sportdezernent noch an das Skyliners-Team auch mit Blick auf den Wechsel von Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac zum FC Bayern, der in der Mainmetropole für viel Unmut sorgte: „Bitte, haut die Bayern weg.“ Das klappt gestern trotz hoher Führung und dem Fakt, dass die Skyliners bisher immer nach ihrer Benefizveranstaltung gegen die Süddeutschen gewonnen hatten, beim 83:87 nicht.

Zuvor hatte Frank lang und breit über das gemeinsame Vorhaben Frankfurts und Offenbachs – den Bau der Multifunktionshalle – referiert. „Die Stadt tut alles für die Arena, aber es ist kein einfaches Projekt“, sagte er. Zurzeit befinde man sich mitten im Ausschreibungsverfahren und zwei Investoren arbeiteten daran, ein adäquates Angebot vorzulegen. „Im Herbst oder am Ende des Jahres könnte es in Richtung Zuschlag gehen“, sagte Frank voraus.

Wichtig ist das Projekt auch für die Frankfurter Korbleger, die ihre Heimspiele noch in der Fraport-Arena austragen. „Die ist aber ein bisschen in die Jahre gekommen“, analysierte Frank, der auch ein Loblied auf Gunnar Wöbke , den Chef der Skyliners, sang. Er sei im „alten Jahrtausend“ mit einer Vision nach Frankfurt gekommen und habe diese enorm vorangebracht. „Er startete klein und beschaulich und hat im Laufe der Jahre erstaunliches erreicht“, lobte Frank. Von diesem Fundament profitiere die gesamte Region.

Dabei bezog sich Frank auch auf das Engagement der Skyliners mit ihrer Aktion „Basketball macht Schule“, an dem bisher mehr als 3500 Mädchen und Jungen teilnahmen. Bei unzähligen Basketball-Arbeitsgemeinschaften an Schulen führen Spieler und Trainer Schüler im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit Hilfe des Basketballsports an wichtige Themen wie Bewegung, Integration und Ernährung spielerisch heran.

Bei der achten Ausgabe der Benefizgala ging es daher darum, weitere solche AGs zu akquirieren. „Unser Ziel sind 85“, sagte Yannick Krabbe , Geschäftsleiter der Fraport Skyliners vorher. „Im vergangenen Jahr hatten wir 71.“ Die Vorgabe für dieses Jahr wurde mehr als übertroffen. Denn es kamen 90 AGs (eine entspricht 3000 Euro) zusammen – mit Option auf eine weitere bei einem Sieg gegen die Bayern und fünf weitere für den Einzug in die Play-offs.

Zwei der 90 spendierten Sylvia und Friedrich von Metzler . „Ich finde die Aktion der Fraport Skyliners sehr gut und auch dieser Abend ist hervorragend“, sagte Sylvia von Metzler. Sie selbst spielte nie Basketball. Aber als ehemalige Volleyballerin hatte sie auch kein Problem damit, zu ihrem schönen Kleid Turnschuhe zu tragen.

Highlights des Abends waren übrigens die Auftritte der Gedächtnissportler Annalena und Christian Schäfer , die Einlagen von Sofie Thomas , Gewinnerin der Gesangsshow „The Voice Kids“ im vergangenen Jahr, und der Auftritt des Mentalmagiers Nicolai Friedrich . Der war zuvor selbst „Opfer“ einer Showeinlage geworden. Die Mitglieder des Aktionstheaters „Total vital“ liefen von Tisch zu Tisch und brachten die Besucher in Stimmung – unter anderem mit einem Kartentrick. „Ich war völlig verblüfft, habe keine Ahnung, wie dieser Trick funktioniert und habe gute Miene zum lustigen Spiel gemacht“, sagte Friedrich. Auch er spielt nicht Basketball, sondern schwimmt und läuft. Und auch er, der 2015 schon einmal bei der Skyliners-Benefizveranstaltung auftrat, ist von „Basketball macht Schule“ überzeugt. „Sport ist total wichtig – auch und vor allem bei Kindern. Und deshalb sollte man zugunsten des Sports alles tun, was man tun kann.“

(es)

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