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Köstliche Kuchen und Torten: Unter den Testessern war auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (lila Schal).

Backe, backe Kuchen

Vereinsring veranstaltet Backwettbewerb für einen guten Zweck

Zahlreiche Menschen drängen sich gespannt um 36 selbst gebackene Kuchen. Jeder testet jede Version von „Omas Lieblingskuchen“ – bis der Bauch spannt.

Auf Backblechen und Tortenkartons, in Schalen und auf Tellern stehen dicht an dicht hübsch dekorierte Torten, Blechkuchen, Zöpfe, Kuchen und Schnitten. Blaubeeren und Streusel, Mandelsplitter und Puderzucker warten neben Halloween-Guss und Walnüssen auf neun Jury-Mitglieder, die sich jeden Kuchen genau ansehen, bevor sie ihn probieren. Auch der elfte Backwettbewerb dient einem guten Zweck. Der Erlös des anschließenden Verkaufs kommt einer bedürftigen Familie zugute, die das Sozialrathaus ausgesucht hat.

„Sieben Kuchen haben Kinder zwischen 12 und 14 Jahren gemacht, 28 sind von Erwachsenen und einer ist außer Konkurrenz“, sagt Organisatorin Bea Müller-Mamerow. „Das sind deutlich mehr Kuchen, als wir erwartet haben.

Im weinroten Dirndl ist Trina I., Apfelweinkönigin von Bergen-Enkheim, zum ersten Mal in der Jury mit dabei. Neugierig kostet und probiert sie, füllt den Bewertungsbogen in vier Kategorien penibel aus. „Ich habe heute Morgen selber einen Kuchen gebacken nach dem Rezept von meiner Oma. Ich liebe Backen und Kochen und ich dachte mir, wenn ich sowieso hier bin, kann ich auch gleich Omas Aprikosen-Haselnuss-Kuchen beitragen.“ Was ihr am besten schmeckt, weiß sie nicht genau. „Käse-Himbeerkuchen oder Kirschstreusel. Auch der Halloweenkuchen sieht mit seinem Obst und Spinnengitter toll aus.“

Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) ist zum dritten Mal mit dabei. „Normalerweise esse ich tagsüber nicht, aber für diesen guten Zweck teste ich auch 35 Kuchen“, sagt sie und lacht, während sie Blaubeerkuchen mit Mohn probiert. „Letztes Jahr waren die Kuchen schwerer, voller Marzipan und Sahne, heute gibt es mehr Obst und Leichtes“, sagt sie. Sogar die kleine Emma (8) schafft es, alle Kuchen durchzuprobieren. Sie ist mit ihrem Papa da, der ihr hilft. „Kirsch- und Apfelstreusel finde ich total lecker“, sagt sie fachmännisch. „Auch wenn manche Torten wirklich superschön aussehen.“

Zwischendurch neutralisieren die Tester ihren Geschmack mit Kaffee und Wasser. „So kommen die Unterschiede besser ’raus“, erklärt Müller-Mamerow. Die Kuchen wurden von Erwachsenen und Kindern gebacken. Darum gibt es auch zwei Kategorien. „Jeder Kuchen gewinnt etwas. Wie haben die Gewerbetreibenden um Gutscheine und Ähnliches gebeten.“ Hauptpreis ist eine Fahrt nach Berlin für zwei Personen von Ulli Nissen. Es gibt unter anderem auch Bücher- und Hörbuchgutscheine, eine Übernachtung mit Brunch, Eintrittskarten für die Skyliners und Eintrittskarten für das Historische Museum.

Kuchenstücke und Kaffee werden nach dem Testen an Besucher verkauft. „Alles, was zusammenkommt, geht ans Sozialrathaus, das die Einnahmen dann an eine Familie in Not weiterleitet“, sagt Müller-Mamerow, während sich am langen Kuchentisch eine Schlange bildet und fleißige Helfer Tortenstücke verteilen, die gleich gegessen oder verpackt mitgenommen werden. „Es hat wirklich jeder was davon und unseren Backwettbewerb gibt es so nur in Bergen-Enkheim.“

Eine Stunde lang werden Punkte und Bewertungen addiert, zwischendurch wird über Zutaten, Konsistenz und Geschmack gefachsimpelt. Immer wieder werden Punkte addiert und quergerechnet. Bei den Kindern siegt „Omas Herbstzauber“ mit Pflaumen, Äpfeln und Streuseln. Bei den Erwachsenen siegt der „Käsekuchen“ aus Mürbeteigboden, Mandarinenstücken und luftiger Käsecreme. Den Gästen schmeckt’s. Eine Frau sagt: „Lecker. Am liebsten würde ich von allen Kuchen ein Stück haben.“

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