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Der Schotter-Abschnitt ist nur 40 Meter lang. Er taucht immer wieder auf der politischen Tagesordnung auf.

Alte Landstraße

Wie Wallau über 40 Meter Schotterweg streitet

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Immer nach Norden und dann geradeaus? Nein. Die Durchfahrt nach Breckenheim über die alte Landstraße ist unzulässig – eigentlich.

Die einen werden sagen, dass der Ortsbeirat Wallau einen realitätsnahen Beschluss gefasst hat. Die für den allgemeinen Verkehr gesperrte frühere Landstraße nach Breckenheim wird fleißig befahren, obwohl es verboten ist.

Die Idee, den Autofahrern die Durchfahrt durch eine Schotterpiste zu verleiden, ist gescheitert. Aber der Schotter sorgt für Lärm. Staub und hohe Unterhaltungskosten. Also soll die Fläche wieder asphaltiert werden. So hat es der Ortsbeirat mit der Mehrheit der Wählergemeinschaft Wallau beschlossen.

Andere werden sagen, der Ortsbeirat habe kapituliert vor den Autofahrern, die sich über die Verkehrsregeln hinwegsetzen. Denn die Durchfahrt nach Breckenheim ist verboten; fahren darf dort nur, wer zu der zwischen den Orten liegenden Gärtnerei möchte. Aber das Unrechtsbewusstsein ist selbst unter Ortsbeiratsmitgliedern unterschiedlich ausgeprägt. Carina Stein (WGW) bekannte, die Route über die Schotterpiste zu nutzen, um nicht durch den ganzen Ort fahren und die Anwohner mit Lärm und Abgasen belasten zu müssen. Der Magistrat hatte durch eine Umfrage vor Jahren festgestellt, dass etwa zwei Drittel der angetroffenen Autofahrer die Strecke als Abkürzung nutzen – also verbotswidrig.

Der Ortsbeirat hatte sich wieder einmal eines Thema angenommen, das seit vielen Jahren diskutiert wird. Zur Baugenehmigung für die Umgehungsstraße gehörte die Auflage, die alte Landstraße nach Breckenheim zu sperren, damit die angestrebte Entlastungswirkung auch eintritt. Wegen des Anliegerverkehrs versuchte es die Stadt mit der Schotterung, auch weil Wiesbaden, zu dem der nachfolgende Straßenabschnitt gehört, sich zu weiteren Maßnahmen nicht bereit finden wollte. In Wallau wurde die Vorgehensweise immer wieder kritisiert, vor allem von der WGW. Munition hat auch die Auskunft des Magistrats geliefert, die Instandhaltung der 40 Meter langen Schotterpiste koste jährlich 4300 Euro. Die Wählergemeinschaft zeigte sich jetzt überzeugt davon, dass eine Asphaltierung der Strecke nicht gegen den Planfeststellungsbeschluss verstößt. Die Stadt werde dies prüfen, so Stadtrat Wolfgang Sittig.

Die FWG unterstützt die WGE in dem Punkt, die anderen Parteien sind nicht begeistert von der Idee. SPD-Mann Jonas Tresbach glaubt, dass nach einer Asphaltierung der Verkehr auf der Straße zunimmt – zulasten der Anwohner der Taunusstraße. „Wir sollten das gar nicht mehr instand halten, da hat keiner etwas verloren“, urteilte Rudolf Görgen (CDU).

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