Burgfestspiele

Warum Frauen die Sau rauslassen sollten

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Immer wieder für ein volles Haus bei den Burgfestspielen sorgen die Powerfrauen Lisa Fitz, Sissi Perlinger und Lizzy Aumeier. Mit Witz, Sex-Parodien und Musik unterhalten sie ihr Publikum, das sich immer wieder Lachtränen aus den Augen wischt.

„Habt ihr Lust auf drei tolle Weiber?“ Eine überflüssige Frage an diesem lauen Sommerabend, denn genau deswegen sitzen unzählige Frauen und auch einige Männer im Zuschauerrund der Burgfestspiele. Den Anfang macht Sissi Perlinger, die Kabarettistin, Musikerin und große Entertainerin. „Seid ihr gut drauf?“, fragt sie und fordert zu einem befreienden Schamanenritual auf. Dem Energiebündel im Tigerlook widersteht niemand, alle machen mit und das kollektive „Buuuuh“-Rufen endet in einem befreienden Gelächter.

Das Eis ist gebrochen, die Bühne ist bereitet für die zweite Powerfrau, mit einer ganz anderen, aber ebenso unwiderstehlichen Körperpräsenz. Lizzy Aumeier ist füllig, klein und sexy. Dass ihre Rundungen zu Geltung kommen, dafür sorgt ihr Outfit, ein enges Trägerkleid, schulterfrei und busenfreundlich. „Gefällt euch mein geiler schwarze Fummel?“, fragt sie, probiert aus, wie weit sie den Bauch vorwölben kann, ob der Busen sitzt und fängt ungeniert an, über Speckfalten, Miederhöschen und Oberarm-Winker zu plaudern.

Das macht sie mit so viel Witz und fein dosierter Schamlosigkeit, dass sie eine Lachsalve nach der anderen lostritt. Sexy ist jede Frau, egal welche Figur sie hat, ist ihre Botschaft. Sport sollte etwas einmalig Schönes bleiben – wie der Christbaum zu Weihnachten.

Der Höhepunkt ihres Auftritts; Sie holt sich einen Mann auf die Bühne und spielt mit ihm eine Filmszene nach. Sie findet Manni, der mitmacht, willig ihre Rundungen umarmt und knochentrocken bemerkt, dass ihm sein Mann dabei zuschaut. „Das passt“, findet Lizzy. Hauptsache, der Mann ist einfühlsam, und so zieht sie ihre Szene am Bug der untergehenden Titanic durch – kein Auge bleibt trocken.

Nach so viel sexy Urgewalt kommt mit dem Auftritt von Lisa Fitz mehr der kabarettistische Feingeist zur Geltung. Die Kabarett-Lady in Pink und Schwarz plädiert für „intelligent eingesetzte weibliche Dominanz“. „Nicht nörgeln, sondern befehlen“, ist ihr Ratschlag. Bloß nicht rumeiern, nicht die Prinzessin spielen, das funktioniere nur, solange die Männer noch nicht hätten, was sie wollten.

Viel erfolgsversprechender sei es, die Sau rauszulassen – gerade als Frau. Zurück zu den Wurzeln also, zum Matriarchat, als die „heilige Wildsau“ noch nicht eingehegt und domestiziert war, sondern die anbetungswürdige Anführerin war.

Als fantasievolle Verwandlungskünstlerin entpuppt sich Perlinger. Sie parodierte die Frau, die nicht weiß was sie will. Denn „Kopf, Herz, Muschi und Bauch“ sprechen abwechselnd mit, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden. Perlinger spielt auch die fröhliche Alte, die vor nichts Hemmungen hat. „Humor ist Trumpf und macht jung!“ Eine hohe Dosis davon bekommen alle Zuschauer an diesem Abend, die sich die Lachtränen aus den Augen wischen. Das ist nicht nur ihrem schwarzen Humor geschuldet, sondern auch ihrem Auftritt. Denn den eigenen Körper zum Percussioninstrument zu machen, das vermag niemand so gut wie Sissi Perlinger.

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