Aktion

Warum Mija Berisa geschlagenen Frauen Geschenke macht

Glück ist das einzige, das mehr wird, wenn man es teilt. Dieser Ansicht ist Mija Berisa und hat eine Sammelaktion für Frankfurts Frauenhäuser organisiert. Bis Ende Oktober können praktische Geschenke und freundliche Botschaften abgegeben werden.

„Unsere Gesellschaft wird immer gleichgültiger“, findet Mija Berisa. Dabei könne doch jeder, dem es gerade gut gehe, etwas von seinem Glück abgeben. Der Blick der 42-jährigen Kinderbekleidungsverkäuferin schweift durch den Raum. Sie spricht sie über die traurigen Schicksale der Frauen in Frankfurts Frauenhäusern. Frauen, die vor körperlicher und sexueller Misshandlung fliehen, auf der Suche nach Schutz und Frieden. „Wir müssen diesen Frauen zeigen, dass wir an sie denken“, sagt Berisa, „ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.“

Deshalb hat sie eine Sammelaktion ins Leben gerufen, mit der Bitte an alle Frankfurter, kleine Geschenkboxen zu packen, mit alltäglichen Dingen: Lippenbalsam, Handcreme, Duschgel, Binden oder Tampons. „Auch eine aufmunternde Botschaft kann dazugeschrieben werden“, so Berisa. In schwierigen Zeiten sei ein nettes Wort, ein Lächeln, eine kleine Geste Gold wert, weiß sie aus eigener Erfahrung. „Ich hatte in meinem Leben ausgeprägte Höhen und Tiefen.“ Sie stand auch schon einmal vor der Entscheidung, mit ihren fünf Kindern in ein Frauenhaus zu gehen.

Mit der Sammelaktion möchte sie die Frauen einfach ein bisschen ablenken und aufmuntern. Sie findet, die Gesellschaft würde oft ausblenden, dass jeder in eine schwierige Situation geraten könne und auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen sei. Gemeinsam mit dem Verein „Street Angel“ (Straßen-Engel), der mit seinen Initiativen und praktischer Unterstützung bedürftigen Menschen hilft, sammelt Berisa nun bis Ende Oktober die Geschenkboxen für die Frauenhäuser. Mitmachen kann jeder, unabhängig von Geschlecht und Alter. „Es soll nur eine kleine Geste sein und zeigen, dass sich jemand Gedanken gemacht hat“, so Berisa.

Sogar ihre neunjährige Tochter habe schon eine Box gestaltet, mit einer Olivenseife, ein Mitbringsel aus einen Sommerurlaub, und einer kleinen Nachricht. Geld möchte Berisa nicht annehmen. „Ich möchte vielmehr, dass sich die Menschen Gedanken machen, worüber die Frauen sich freuen könnten.“ Es gehe vor allem darum, ihnen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Die Geschenkboxen können direkt im Kinderbekleidungsgeschäft „Noaboa“ am Südbahnhof abgegeben werden. Nach dem Ende der Aktion werden sie an die „Street Angels“ übergeben, die diese wiederum an die Frauenhäuser verteilen. Dies werde selbstverständlich auch dokumentiert, damit die Spender sehen könnten, dass ihre Geschenke gut angekommen sind.

Für Berisa ist es nicht das erste Mal, dass sie eine Sammelaktion für Benachteiligte organisiert. Seit Jahren schon engagiert sie sich für Mensch und Tier. „Egal, ob Kinder, Frauen oder Geflüchtete – es gibt immer jemanden, dem wir helfen können“, sagt sie. Ihr Ziel ist es, die Gesellschaft wieder für ein bewusstes Miteinander zu sensibilisieren und zum Helfen zu bewegen. Denn: „Gutes können wir nur gemeinsam, Hand in Hand, erreichen.“

Geschenkbox-Abgabe

Das Kinderbekleidungsgeschäft „Noaboa“ ist in der Hedderichstraße 47, Telefon (069) 66 96 49 23.

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