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Diese Anwohner der Melsunger Straße sind genervt, weil die Müllentsorgung zurzeit nicht richtig funktioniert.

Melsunger Straße

Wenn der Müll zur Last wird

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Weil die Melsunger Straße wegen einer Baustelle nur durch eine schmale Gasse erreichbar ist, kommt die Müllabfuhr nicht hinein. Zwar beauftragte der Bauträger eine Firma, die Mülltonnen zu Sammelpunkten zu bringen. Das klappt nicht wie es soll.

Die Anwohner der Melsunger Straße, ganz am oberen Ende, wo eine schmale Durchfahrt zur Straße Im Heimgarten führt, haben alles probiert. „Wir haben hier mehrere Juristen, die wissen, wie man Briefe schreibt. Wir haben die FES angerufen, die Bauleitung der Baustelle in der Melsunger Straße angesprochen. Ich selbst habe beim Straßenverkehrsamt, das die Genehmigung erteilt hat, Widerspruch gegen die Sperrung der Melsunger Straße eingelegt und nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen“, sagtWolfgang Gemünd. Das Problem: Durch die Sperrung kommen die Fahrzeuge der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) nicht mehr in die Straße, um die Mülltonnen zu leeren – und seitdem stinkt’s.

Zunächst wandte sich der Honorarkonsul von Sierra Leone, Walter M. Bessler, an unsere Zeitung (wir berichteten) – nun sind auch viele andere Anlieger sauer. Das Problem: Am Anfang der Melsunger Straße, wo sie von der Heinz-Herbert-Karry-Straße abzweigt, baut die City 7b GmbH 24 Eigentumswohnungen in zwei Gebäuden. Der Bauherr wirbt mit extra hohen Zimmern, 2,10 Meter hohen Türen, Fußbodenheizung und Echtholzparkett. Weil für das Bauprojekt bis zu drei Tonnen schwere Bauteile angeliefert werden, sei mehrmals wöchentlich ein Autokran im Einsatz, erklärt der Bauleiter von City 7b. Immer die Straße zu sperren und wieder zu öffnen sei sehr umständlich. Also beantragte die Firma vier Wochen am Stück – mit Erfolg.

Zwar machte die Stadt dem Bauträger zur Auflage, dafür zu sorgen, dass die Mülltonnen der Anwohner geleert werden können, wie das Straßenverkehrsamt bestätigt. City 7b richtete Sammelpunkte ein und informierte die Anwohner, die Tonnen dorthin zu bringen – doch offenbar nicht alle Anwohner. „Ich bekam es von einer Nachbarin“, sagt Helmut Brehm. Und Claudia Sude ergänzt: „Wir wussten von nichts. Auf einmal war die Straße gesperrt.“

Vor allem die Älteren empfanden es als Zumutung, die Tonnen zu schleppen. „Ich hätte Angst, am Hang zu stürzen“, erklärt Walter M. Bessler. Das kam auch bei City 7b an: In einem zweiten Info-Blatt erklärten sie, die Firma FFR, eine Tochter des Müllentsorgers FES, bringe die Tonnen zu den Sammelpunkten und stelle sie nach der Leerung wieder zurück. Wieder erreichten die Handzettel nicht alle Anwohner. Auch diese Regelung funktionierte nur bedingt. „Und es bedeutet, dass wir fast 24 Stunden keinen Müll entsorgen können. Abends bringen wir die Tonne raus und bekommen sie erst am nächsten Spätnachmittag wieder“, sagt Christiane Waschk. Letzteres sei leider nicht anders zu handhaben, erklärt FES-Sprecher Michael Werner. „Die FFR-Mitarbeiter haben feste Touren und können nicht direkt nach der Leerung die Tonnen zurückbringen.

Wieso die Straße überhaupt gesperrt werden müsse, wundern sich die Anwohner: Die Baufirma lagere doch nur Baumaterial auf ihr, das könne auch ohne Straßensperrung geregelt werden. Könne es nicht, so der Bauleiter: Der Kran auf der Rückseite des Grundstücks, mit dem ein Großteil des Materials bewegt werde, sei zwar der größte, den sie dort aufstellen konnten. Die größten Bauteile seien aber zu schwer für ihn. Also werde der Autokran benötigt – und der passe nicht auf die halbe Straße.

Der Bauleiter wundert sich auch über die Kritik: Bis zu ihm sei sie nicht gelangt, im Gegenteil: „Erst heute hat die FFR mir gemeldet, alles laufe gut.“ Eine Auskunft, die auch FES-Sprecher Werner von der FFR erhielt. Wie lange die Straße noch gesperrt sei, könne er nicht sagen, erklärt der Bauleiter. Genehmigt sei bis Samstag, 22. September. „Aber wir sind auf unsere Lieferanten angewiesen. Wir bemühen uns natürlich, dass alle Teile rechtzeitig geliefert werden.“ Garantieren will er das aber nicht.

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