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Daniel Stenger (von links), Maik Flügel, Michaela Brockmann (beide DRK Frickhofen) sowie der Erste Beigeordnete Helmut Jung freuen sich über die Ausweitung der Helfer vor Ort im Nordkreis.

Rettet Leben

Wenn der Rettungsdienst nicht schnell genug da sein kann, kommen die Helfer vor Ort

Die Helfer vor Ort werden alarmiert, wenn der Rettungsdienst nicht schnell genug da sein kann. Die Zahl der Einsätze zeigt, dass sich eine Ausweitung im Nordkreis lohnt.

Nachdem 2011 das Projekt „Helfer-vor-Ort“ (HvO) in Frickhofen startete und vergangenes Jahr Elz hinzukam, gibt es seit dem 15. September auch Helfer in Elbtal, sowie für die Hadamarer Ortsteile Oberzeuzheim und Niederzeuzheim. In Elz leisten dies Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Elz, für die anderen Ortschaften leisten dies Ehrenamtliche des DRK-Ortsverbands Frickhofen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) lobt die Ausweitung des Systems: „Zu Beginn war ich etwas skeptisch, aber die Helfer vor Ort konnten schon einige Mal Leben retten.“ Daniel Stenger, der zuständige Fachdienstleiter für den Rettungsdienst im Gesundheitsamt des Kreises, kann genaue Zahlen vorlegen. Im vergangenen Jahr gab es in Frickhofen 52 Einsätze und in Elz, welche seit Mitte des Jahres das System HvO am laufen haben, gab es auch schon 32 Einsätze. „Und wenn nur ein Mensch dadurch gerettet werden konnte, dann ist das Projekt erfolgreich“, sagt Jung.

Durch die Gewinnung neuer Mitglieder beim DRK Frickhofen konnte die HvO jetzt auf die benachbarten Kommunen ausgeweitet werden. In Frickhofen sind zehn Helfer im Einsatz, die alarmiert werden können, und in Elbtal wohnen acht Helfer. „Die Rettungskräfte in Elbtal waren von dem System überzeugt und wollten sich beteiligen“, sagt Maik Flügel (DRK Frickhofen), der die HvO koordiniert.

Die HvO sind ein wichtiges Bindeglied zum Rettungsdienst. Ob bei einem Herzinfarkt, Kreislaufstillstand, Schlaganfall oder schweren Sturz: Im Notfall kann schnelle Hilfe lebenswichtig sein. In einer solchen Situation verrinnen Sekunden wie Minuten, und die Zeit bis zum Eintreffen der Helfer kommt den Betroffenen unendlich lang vor. Spätestens zehn Minuten nach dem Eingang des Notrufs sollen die Rettungsdienste eintreffen, so schreibt es das Gesetz vor. Das kann in manchen Fällen zu spät sein – zum Beispiel, wenn die Atmung aussetzt. Dies kann zu schweren Schädigungen im Gehirn führen. Durch die HvO kann die Notfallversorgung daher deutlich verbessert werden.

Ziel ist es, durch die räumliche Nähe zum Einsatzort schon nach zwei bis fünf Minuten erste Maßnahmen am Patienten vornehmen zu können. Voraussetzung ist die frühzeitige Alarmierung durch die Zentrale Leitstelle in Limburg, die nach festen Kriterien entscheidet: Wenn sich aus der Meldung ergibt, dass ein Mensch vermutlich lebensrettende Sofortmaßnahmen benötigt, er also nicht ansprechbar ist, nicht sicher atmet und der Rettungsdienst nicht schnell genug da sein kann. Diese Kriterien wurden gemeinsam mit den ehrenamtlichen Einsatzkräften festgelegt.

Zum 1. September hat der Landkreis mit dem DRK-Ortsverband Frickhofen eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Mit dieser Gruppe verfügt der Landkreis inzwischen über drei HvO-Systeme.

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