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Foxl, der schwarze Setter-Spaniel-Mix von Schauspieler Christian Wolff (rechts), darf beim Spaziergang mit Sohn Patrick in der Stadt nicht fehlen.

Stadtgeflüster

Wenn der Vater mit dem Sohne...

Foxl, der schwarze Setter-Spaniel-Mix von Schauspieler Christian Wolff , schaut freundlich auf als über ihn gesprochen wird.

Foxl, der schwarze Setter-Spaniel-Mix von Schauspieler Christian Wolff , schaut freundlich auf als über ihn gesprochen wird. „Wir haben ihn aus dem Tierheim“, erzählt der Grandseigneur der Vorabendunterhaltung, der in 220 Folgen der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ für Traumquoten sorgte. In seiner Rolle als Förster Martin Rombach war stets ein Jagdhund an seiner Seite, „eine Leine bewahre ich noch als Andenken“, erzählt der 80-Jährige. Mit seinem Sohn, Serienstar und Produzent Patrick Wolff („Um Himmels Willen“), bewegt er sich nun in einem ähnlich dickichtreichen „Revier“, nämlich das der Partnerschaft.

In der Komödie zeigen sie bis 28. Oktober im Sechs-Personenstück „Fremde Verwandte“, was deutliche Altersunterschiede in der Liebe auslösen können – bei Dauerbrenner-Autor René Heinersdorff , aus dessen spitzer Feder das Stück stammt, sind es skurrile Situationen und sarkastische Wortgefechte. Wolff senior, alias Heinz, ein Hochhaus-Architekt, lernt im greisen Alter nochmal das Windelwechseln, Wolff junior, alias Pascal, der ältere Sohn von Heinz, wurde gerade von seiner Freundin, einer reizvollen Seniorin um die 70, gespielt von Marianne Rogée („Lindenstraße“), für einen noch jüngeren Mann verlassen. Kurzum, eine Steilvorlage für Verwicklungen.

„Das totale Liebeschaos. Dabei fein geschliffene Dialoge, kein plumper Hauruck“, macht Patrick Wolff Lust auf das Amüsement. Der 42-Jährige hat Quartier im Westend bezogen, die Eltern verbringen die nächsten Wochen in Ginnheim, wo Hobbykoch Christian Wolff in der Nähe ein italienisches Lokal als Liebling auserkoren hat: „Zufällig entdeckten meine Frau Marina und ich ,Al Poeta’ in der Hügelstraße, jetzt essen wir jeden Mittag dort.“ Seit 42 Jahren sind die beiden skandalfrei verheiratet, für den Schauspieler ist es die dritte Ehe.

Junger Vater im hohen Alter? Christian Wolff sieht es kritisch: „Das würde ich keinem Kind antun wollen, dass der Vater im Zweifelfall nicht mehr lebt, wenn es eingeschult wird.“ Er selbst wuchs ohne Vater auf, dieser war in Stalingrad gefallen. Die Erinnerung daran, lassen ihn an Hänseleien in der Schule denken: „Damals gab es das Wort Mobbing noch nicht. Aber ohne Vater aufzuwachsen, führte zu Spott.“

Ein strenger Vater sei er nie gewesen, sagt Sohn Patrick. Selbst als der Wunsch, ebenfalls Schauspieler zu werden, aufkam: „Als meine Eltern merkten, dass ich es ernst angehe, hatte ich ihren Segen. Als 13-Jähriger wollte ich Tennisprofi werden, ich hatte sicher das Talent dazu. Durch verschiedene Gründe kam es anders“. Die ersten Schritte in der Schauspielerei machte er mit dem Münchner Max von Thun , auch dieser hat einen berühmten Vater. „Zwar öffnet dies kleine Türen“, so Patrick Wolff, „dann aber muss man volle Leistung liefern.“

Gegen Ende wird Christian Wolff nachdenklich: „Bis Ende 2019 werde ich noch mit drei Stücken unterwegs sein, und dann mal sehen. Unser Zuhause in Oberbayern, der Garten und das tägliche Schwimmen kann ich gut genießen. Ich spiele jetzt zum ersten Mal Theater in Frankfurt und wegen meines Alters sicher auch das letzte Mal. Wer mich noch einmal sehen will, muss in das Stück kommen!“ Dann lacht er charmant wie Alain Delon , den hat er nämlich mal synchronisiert.

(fai)

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