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100 000 Euro für Niddaer Co-Working-Pläne

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Von: red Redaktion

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Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (l.) und Stephan Gieseler vom Hessischen Städtetag (r.) übergeben die Förder-Urkunde für das Co-Working-Projekt an den Niddaer Fachdienstleiter Pablo Hildebrandt. © pv

Ungenutztem Innenstadt-Raum eine neue Nutzungsmöglichkeit eröffnen und dabei neue Wege des Arbeitens auf dem Land beschreiten - das ist dem Land Hessen in Nidda 100 000 Euro wert.

Nidda (red). Die Stadt Nidda kann ihr exerpimentelles Projekt »Pop-up Co-Working-Space für das Alte Kino« nun in Angriff nehmen. Bei der als Wettbewerb organisierten zweiten Ausschreibung des Landesprogramms »Zukunft Innenstadt« gehört die Stadt zu den geförderten Kommunen. Das Motto lautete »Geben Sie der Zukunft Ihrer Innenstadt Raum« und befasste sich mit der kreativen Nutzung und Gestaltung innerstädtischer Innen- und Außenräume

Aus einem Bewerberkreis von 97 Kommunen wählte man das Niddaer Projekt nun mit 40 weiteren Kommunen aus. Fachdienstleiter Pablo Hildebrandt nahm im Rahmen der Preisverleihung die vom hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir überreichte Gewinnerurkunde über 100 000 Euro entgegennehmen.

Marktplatz zum Vernetzen

Bereits im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) im Rahmen der Städtebaufördermaßnahme »Lebendige Zentren« ist die Wiedernutzung der seit 2011 weitgehend leerstehenden Immobilie durch eine kulturelle Einrichtung benannt. Einen interkulturellen und intergenerationellen Begegnungsraum, der als sinnbildlicher Marktplatz zum Vernetzen, Informieren, Beraten und Verweilen einlädt, will man perspektivisch entwickeln.

Nicht nur durch die Corona-Beschränkungen war eine Umsetzung des am 30. Juni 2020 gefassten Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung bisher nicht möglich: Es war auch schwierig, ein Betriebsmodell dieser interkulturellen Begegnungsstätte zu finden, dass sich wirtschaftlich trägt. Nach intensiver Beratung mit der Wirtschaftsförderung des Wetteraukreises entstand die Idee, ein Co-Working-Angebot, also Räume mit flexibel nutzbaren Arbeitsplätzen für verschiedene Zielgruppen, zu erproben. Das Landesprogramm »Zukunft Innenstadt« kam hierfür genau zur rechten Zeit.

Eine spezielle Arbeitsgemeinschaft

Ansprechen will man sowohl Freiberufler und Pendler als auch Gründer, Angestellte im Homeoffice und junge Eltern, die den Austausch in einer Co-Working-Gemeinschaft suchen. Netzwerkveranstaltungen, berufliche Fortbildungen, Coachings und ähnliches sollen zusätzlich die Entstehung einer Gemeinschaft fördern. Auch in Kombination mit kulturellen Angeboten besteht damit das Potenzial, das Alte Kino zu einem atmosphärischen und inspirierenden Raum für Co-Working, Meetings und Veranstaltungen regionaler Unternehmen oder eine lebendige Gründerszene zu qualifizieren.

Im Rahmen der Entwicklung eines nachhaltigen und ganzheitlichen Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzepts zur Revitalisierung des Alten Kinos als Kulturstätte könnte ein Co-Working-Angebot das bislang anvisierte Nutzungsspektrum eines interkulturellen Begegnungsraums sinnvoll ergänzen, sind sich die Verantwortlichen sicher. Es könnte zudem zu einer Stärkung der innerörtlichen Funktionsvielfalt mit Ausstrahlwirkung auf die Region beitragen.

Für die Umsetzung gewann man die Firma Co-Work-Land eG aus Kiel, die sich auf Co-Working in ländlichen Regionen spezialisiert hat. Unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie potenzieller Nutzerinnen und Nutzer erarbeitet man zunächst anhand einer Bedarfs- und Potenzialanalyse ein individuelles Konzept. Dieses bildet die Grundlage für die dreimonatige kostenlose Test-Phase, in der Interessierte das Co-Working-Angebot ausprobieren können. Die Ergebnisse dieser Phase werden die Frage klären, für welche dieser verschiedenen möglichen Formen modernen Arbeitens es bereits einen Bedarf in der Region gibt oder sich wecken lässt.

Ob sich die Idee eines Co-Working-Angebots im ehemaligen Kinogebäude in ein tragfähiges Geschäftsmodell umsetzen lässt, wird sich im Verlauf und in der Nachbetrachtung des Testzeitraums zeigen. Im günstigsten Fall könnte sich das Experiment als eine Initialzündung für die angestrebte Revitalisierung des Alten Kinos erweisen und sogar das benötigte Unternehmen hierfür gründen, hofft man bei den Initiatoren.

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Im Alten Kino will man künftig neue Modelle beruflichen Arbeitens mit einem Co-Working-Angebot testen. ARCHIV © Petra Ihm-Fahle

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