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13-Jähriger rutscht beim Klettern im stillgelegten Steinbruch Ortenberg ab

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An der Oberkante des Steinbruchs nehmen Rettungskräfte den Jungen in Empfang. © Oliver Potengowski

Aus eigener Kraft konnte er nicht mehr die Steilwand hinauf klettern. Erst mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers konnte der Junge aus seiner Notlage befreit werden.

Ortenberg (ten). Zu einem dramatischen Rettungseinsatz wurden am Samstagabend die Feuerwehr und die Bergwacht Schotten alarmiert. Ein 13-jähriger Junge aus Ortenberg war im stillgelegten Steinbruch Gaulskopf abgerutscht und konnte aus eigener Kraft nicht mehr die Steilwand hinauf klettern. Erst mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers konnte er aus seiner Notlage gerettet werden.

Nach Angaben der Leitstelle der Polizei Mittelhessen hatte der 13-Jährige an der rund 50 Meter hohen Steilwand geklettert. Dabei habe er offenbar den Halt verloren und war rund zehn Meter tief abgerutscht. Etwa 30 bis 40 Meter über dem wassergefüllten Grund des Steinbruchs hatte er wieder Halt gefunden. Über den Notruf 110 konnte er gegen 18 Uhr mit seinem Mobiltelefon Hilfe anfordern.

In der Wand gesichert

Die Freiwillige Feuerwehr Ortenberg eilte mit rund 20 Einsatzkräften an die Abbruchkante des Steinbruchs oberhalb der Steilwand. Gemeinsam mit der Bergwacht erkundeten sie, an welcher Stelle der Junge in der Felswand festsitzt, und wie diese zu erreichen ist. Anschließend seilte sich ein Helfer der Bergwacht zu dem 13-Jährigen ab und sicherte ihn mit einem Seil.

Weil der Bereich, in dem der Junge Halt gefunden hatte, nur schwer zugänglich ist, forderte die Bergwacht aus Egelsbach den Polizeihubschrauber an, um den 13-Jährigen mit der Seilwinde aus der Steilwand zu holen. Erst gegen 20 Uhr gelang es schließlich, sowohl den Jungen als auch den Helfer der Bergwacht, der ihn in der Wand gesichert hatte, aus dem Steinbruch in Sicherheit zu bringen.

Die Feuerwehr Ortenberg unterstützte die Bergwacht und bereitete den Landeplatz für den Polizeihubschrauber vor.

Von dem brachliegenden Steinbruchgelände aus beobachtete indessen die Mutter des Jungen die Rettungsarbeiten. Der 13-Jährige hatte auch sie über sein Mobiltelefon verständigt. Auch während er auf seine Rettung wartete, hielt er den Kontakt zu ihr. Auch Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring war an die Unglücksstelle gekommen. Sie beruhigte die Mutter und begleitete sie zum Landeplatz des Hubschraubers, wo die Frau ihren Sohn unverletzt wieder in die Arme schließen konnte.

»So dramatisch das war, ist es schön zu sehen, wenn am Schluss die Retter alle mit einem Lächeln vom Einsatz nach Hause gehen«, zeigte sich Pfeiffer-Pantring nach der erfolgreichen Rettung erleichtert. Dabei dankte sie besonders der Feuerwehr und der Bergwacht für ihren Einsatz. »Dieses ganze Hilfesystem baut auf dem Ehrenamt auf«, betonte sie. Innerhalb ihres Gebiets seien die Helfer hochkompetent und arbeiteten mit den anderen Organisationen reibungslos zusammen. Besonders der Einsatz der Bergwacht habe sie beeindruckt. »Da baut eins aufs andere auf.«

Stadt ohne Einfluss auf Gefahrenstelle

Die Rettung des Jungen zeige aber auch, dass der Steinbruch eine Gefahrenstelle im Stadtgebiet sei, auf die Ortenberg wenig Einfluss habe. »Beim Bergrecht sind wir nicht für das Ordnungsrecht zuständig.« Deshalb habe sie unmittelbar, als sie von dem Unglück erfahren habe, den Betriebsleiter des Steinbruchs verständigt. »Ich bedauere, dass wir als Gemeinde so wenig Möglichkeiten im Bergrecht haben und mit unserer Situation und unseren Bedenken so wenig ernst genommen werden«, so Pfeiffer-Pantring.

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