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159 Personen in Notunterkünften

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Von: Joachim Legatis

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Per Handschlag verpflichtet Kreistagsvorsitzender Dr. Hans Heuser (l.) den wiedergewählten Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Jens Mischak, Landrat Manfred Görig überreicht die Bestellungsurkunde. © Joachim Legatis

Vogelsbergkreis (jol). Premiere: Zum ersten Mal war ein Erster Kreisbeigeordneter wiedergewählt worden. In der jüngsten Sitzung des Kreistags führte Vorsitzender Dr. Hans Heuser Dr. Jens Mischak (CDU) ins Amt ein. Landrat Manfred Görig (SPD) überreichte die Bestellungsurkunde. Dabei betonte Görig, dass man in den vergangenen sechs Jahren sehr gut zusammengearbeitet hat.

»Wir haben den Kreis vorangebracht.« In den verbleibenden zwei Jahren seiner Amtszeit wolle er die gute Kooperation gerne weiterführen.

Mischak wurde in der Kreistagssitzung im März wiedergewählt. Als Erster Kreisbeigeordneter ist Mischak nicht nur Vertreter des Landrats. Er deckt als Dezernent zudem den Bereich der Finanzen, das Jugendamt, Gesundheitsamt, Wirtschaftsförderung und Landwirtschaft ab.

So hat er den Betrieb des »Medizinischen Versorgungszentrum« MVZ Vogelsberg im Blick. Vier Ärzte und Ärztinnen betreuen mit 14 Fachangestellten rund 4000 Patienten im Bereich Freiensteinau und Grebenhain.

Interessant für die Bürgermeister im Kreistag ist der Hinweis Mischaks, dass der Jahresabschluss 2021 des Kreises einen Überschuss von rund drei Millionen Euro ergeben hat. Davon wurden allerdings 2,7 Mio. in die Pensionsrückstellungen für Personal verschoben. Denn eine hohe Rücklage ist gesetzlich vorgegeben und wurde bislang nicht erreicht. Da tue sich eine Lücke von 27 Millionen Euro auf, die in den nächsten Jahren geschlossen werden muss.

Aus dem Jugendbereich meldete Mischak, dass für die ukrainischen Geflüchteten in der Alsfelder Hessenhalle kurzfristig eine Kinderbetreuung organisiert wurde. Zudem hat der Kreis das Jugendheim Landenhausen zur Unterbringung von zunächst 24 Flüchtlingen genutzt. Die Volkshochschule, ebenfalls im Geschäftsbereich Mischaks, bietet Sondersprachkurse für Menschen aus der Ukraine an. Für Helfer ist ein Kurzsprachkurs in Vorbereitung.

Im Bereich Landwirtschaft entwickelten sich die Auszahlungen für Umweltmaßnahmen positiv. Rund sechs Millionen Euro wurden für Grünlandextensivierug, vielfältige Kulturen im Ackerbau und ökologischen Landbau an Betriebe überwiesen. Das ist eine Zunahme um rund 380 000 Euro. Im Vorjahr gab es 1,2 Millionen Euro an Zuschüssen für Neu- und Umbauten oder Technikinvestitionen, das Investitionsvolumen betrug fast sechs Millionen Euro, so Mischak.

Im Bereich »Hygiene und Infektionsschutz« wurden 416 ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 101 medizinischen Einrichtungen gemeldet. Nun werde in jedem Fall geprüft, ob der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin weiter beschäftigt werden kann. »Das ist eher eine juristische Frage«, sagte Mischak.

Auch andere Abteilungen in der Kreisverwaltung sind natürlich mit dem Thema Flüchtlinge aus der Ukraine befasst. So berichtete Landrat Görig, dass dem Vogelsbergkreis bis 28. April 318 Personen über die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen zugewiesen wurden. Davon sind 221 Menschen im Vogelsbergkreis angekommen.

Bei der Ausländerbehörde des Kreises haben sich 738 Geflüchtete gemeldet. Einige sind weitergezogen oder zurück in die Ukraine gegangen. 159 Personen sind aktuell in Notunterkünften untergebracht. Das Regierungspräsidium habe mitgeteilt, dass etwa 30 Personen pro Woche aufgenommen werden. Bislang wurden dem Kreis über 527 Wohnungen angeboten. 69 sind bereits angemietet.

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