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2000 Euro fürs Dringendste

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Thorsten Böck (rechts) und Siegfried Buchhold (links) überreichen die Spende an Lucas Bornschlegl von der »Ahrche«, der ihnen herzlich dafür dankt. © Monika Eichenauer

Büdingen (co). Dreimal sind im Spätsommer vergangenen Jahres Mitarbeiter des Büdinger Bauhofes im Ahrtal gewesen, um nach dem verheerenden Hochwasser Mitte Juli 2021 dort Hilfe zu leisten. Das war ihnen wichtig, auch aus der Erfahrung des Büdinger Hochwassers am 29. Januar 2021 heraus. Zwar kannten sie Bilder vom überfluteten Ahrtal aus dem Fernsehen, aber was sie schließlich vor Ort antrafen, machte sie tief betroffen:

»Da ist nichts mehr, wie es war«, sagten sie damals.

Unterstützung

weiterhin nötig

Deshalb wollte Thorsten Böck, einer der Männer, auch unbedingt unter seinen Kollegen, in der Familie, bei Freunden und Bekannten Spenden für die Menschen dort sammeln. 2000 Euro kamen zusammen, die er in der vergangenen Woche gemeinsam mit Bauhofleiter Siegfried Buchhold ins Ahrtal brachte. »Es hat durch die Pandemie und viele andere Unwägbarkeiten zwar gedauert, aber jetzt war es endlich so weit«.

Unterstützung wird im Ahrtal nach wie vor dringend benötigt. Viele Familien haben alles verloren, auch ihre Häuser, und haben noch keine passende Wohnung gefunden. Die Büdinger brachten die Spende nach Ahrweiler zum Verein »Die Ahrche«, eine Hilfsstation, die direkt nach der Flut in Ahrweiler inmitten von Trümmern aufgebaut wurde und sich beständig weiterentwickelte, sodass es am 13. August 2021 zur Vereinsgründung kam.

An »Ahrche«-Sprecher Lucas Bornschlegl überreichten Böck und Buchhold jetzt die 2000 Euro. Er ist einer der Hauptorganisatoren der Hilfsstation und dankte den Spendern herzlich im Namen der drei Familien, denen damit direkt geholfen werden soll, da sie noch immer keine endgültige Bleibe gefunden haben.

»Die ›Ahrche‹ ist mittlerweile wie ein kleines Dorf für Leute, die alles verloren haben und noch immer nicht endgültig unterkommen konnten«, berichtet Böck. Von der »Ahrche« aus wird auch die Organisation von Baumaterial, Werkzeug und Maschinen für den Wiederaufbau übernommen.

Betroffen zeigten sich Buchhold und Böck auch davon, wie es jetzt, ein Jahr nach der fürchterlichen Katastrophe, nach wie vor in Ahrweiler und anderen Gemeinden aussieht. An der Hauptstraße seien die gröbsten Schäden zwar beseitigt, »aber in der Altstadt von Ahrweiler ist noch jedes zweite Haus in Arbeit. Die Gebäude sind ausgeräumt und getrocknet, aber viele mit Brettern vernagelt. Wie es da weiter geht, weiß man nicht, da die Bewohner ja irgendwie andersweitig unterkommen mussten und ihrer Arbeit nachgehen müssen«, merkt Böck an.

Viele kleine Läden

noch geschlossen

Auch hätten viele kleine Läden noch geschlossen. Darüber hinaus weist Buchhold darauf hin, wie kompliziert und langwierig es mit der staatlichen Förderung für die betroffenen Menschen sei. Er ergänzt, dass die meisten Brücken noch zerstört und nur einige notdürftig wieder hergestellt seien: »Der Aufbau der Infrastruktur wird Jahre dauern«.

Die zwei Männer sprachen auch mit Winzern, denn das Ahrtal ist eine der bedeutendsten Weinanbauregionen in Deutschland. »Die Winzer haben sich einigermaßen erholt, aber waren auch massiv in ihrer Existenz bedroht«, berichten sie. Zum einen haben die reißenden Fluten die Weingärten zerstört, zum anderen waren die Keller überflutet. »Bei den Winzern liegen die Werte halt im Keller«, macht Buchhold deutlich.

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