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50 Banner gegen die Angst

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Von: red Redaktion

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Hochwaldkrankenhaus, Wetteraukreis, Stadt, Polizei und Frauen-Notruf arbeiten gemeinsam daran, das Angebot zur medizinischen Soforthilfe nach einer Vergewaltigung bekannter zu machen. © pv

Wetteraukreis (red). Nach einer Vergewaltigung haben viele Frauen Angst davor, dass ihnen nicht geglaubt wird, dass sich geliebte Menschen von ihnen abwenden und die Tat kleinreden. Um Betroffene in dieser Situation auffangen und vertrauliche Unterstützung anbieten zu können, hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe das Angebot »Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung« ins Leben gerufen.

Aktuell läuft dazu eine Plakataktion.

Seit 2015 können sich Frauen jeden Alters (aber auch Männer) nach einer Vergewaltigung im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim medizinisch versorgen und auf Wunsch die Spuren gerichtsfest sichern lassen. Das Angebot ist kostenfrei. Die Spuren werden für ein Jahr in der Rechtsmedizin in Gießen anonymisiert aufbewahrt und können im Fall einer späteren Strafanzeige als Beweismittel herangezogen werden. »Viele Frauen sind in der akuten Situation mit der Frage nach einer Strafanzeige überfordert. Gerade wenn sie den Täter privat kennen, ist das eine große Hemmschwelle«, sagt Christa Mansky vom Frauen-Notruf Wetterau. Mit der Spurensicherung bekämen die Frauen Zeit, sich zu stabilisieren und sich auch fachlich beraten zu lassen. Betroffene können zu jeder Uhrzeit in die Klinik kommen, ohne vorher zur Polizei gehen zu müssen, betont Fachärztin Christine Bühner vom Hochwaldkrankenhaus. Psychosoziale Beratung erhalten die Frauen im Anschluss beim Frauen-Notruf. Mit Unterstützung durch Land und Kreis wurden 50 große Banner gedruckt, die anlässlich des Internationalen Frauentages im Landkreis aufgestellt wurden. »Wir freuen uns, dass sich so viele Städte und Gemeinden an der Aktion beteiligen«, sagt Landrat Jan Weckler.

Infos unter www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de oder beim Frauen-Notruf Wetterau, Tel. 0 60 43/44 71, info@ frauennotruf-wetterau.de

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