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AfD-Kandidat Meysam Ehtemai strebt Bürgermeisteramt in Schotten an

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Zwei Eisen im Feuer, aber: AfD-Kandidat Meysam Ehtemai möchte in Schotten Bürgermeister werden. © Stefan Weil

Meysam Ehtemai strahlt Optimismus aus. Der 42-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur kandidiert für die AfD, um am 8. Oktober der neue Bürgermeister von Schotten zu werden.

Meysam Ehtemai kandidiert für die AfD für den Chefsessel im Schottener Rathaus. Zum Gesprächstermin mit dem Kreis-Anzeiger nutzt er den ÖPNV von Wiesbaden aus.

»Mein Auto steht in der Werkstatt, da musste ich mit Bahn und Bus fahren.« Das hat gedauert. Knapp drei Stunden war der Kandidat von der hessischen Landeshauptstadt in den Vogelsberg unterwegs.

Warum er der Nachfolger von der scheidenden Bürgermeisterin Susanne Schaab werden wolle - dafür hat er eine einfache Erklärung. »Ich bin von den Parteifreunden im Vogelsberg gefragt worden, ob ich mich bewerben wolle.«

Da habe er nach kurzem Überlegen zugesagt. »Ich bringe gute Voraussetzungen mit«, betont der AfD-Mann. Er kann auf eine umfangreiche Erfahrung als Kommunalpolitiker verweisen, auf politische Arbeit auf allen Ebene, wie er sagt.

Der gebürtige Iraner ist im Landkreis Weilburg-Limburg zu Hause und wohnt in dem 2000 Einwohner großen Offheim, einem Stadtteil von Limburg. Dort hat er sich engagiert, war Stadtverordneter, im Ortsbeirat und auch Vorsitzender des Limburger Ausländerbeirates.

Allerdings war er zunächst Mitglied der SPD. Bei den Sozialdemokraten habe er das politische Handwerk erlernt. Auch bei den Jusos hatte er sich engagiert.

1995 war Ehtemai als 14-Jähriger mit seiner Familie aus dem Iran geflüchtet und über die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen in die Region an der Lahn gekommen.

Seine Eltern wurden im Iran als Regimekritiker verfolgt und waren zeitweise inhaftiert. Die Anfangszeit in Deutschland sei sehr herausfordernd gewesen, wie Ehtemai betont.

»Ich wollte dazugehören Aber dazu musste ich als erstes Deutsch lernen. Da gehörte viel Eigenverantwortung dazu.« Heute würde es Migranten zu leicht gedacht.

Zwei Bewerbungen am 8. Oktober

Nach dem Hauptschulabschluss und dem Erwerb der Hochschulreife absolvierte Ehtemai erfolgreich ein Studium als Wirtschaftsingenieur. Später habe es zunehmend Differenzen mit den Sozialdemokraten gegeben, wie er sagt.

Aus »Überzeugung« sei er dann 2018 der AfD beigetreten. Dass er für den Urnengang am 8. Oktober gleich zwei Bewerbungen abgegeben hat, ist für Meysam Ehthemai kein Problem.

Neben der Option auf den Bürgermeisterstuhl im Schottener Rathaus, kandidiert er auch als direkter Bewerber im Wahlkreis Main-Kinzig II, zu dem auch Hanau gehört. Hier war er bereits vor zwei Jahren für die Oberbürgermeisterwahl nominiert, wo er aber unter »ferner liefen« landete.

»Ich habe einen guten Ruf in der Partei«, rechtfertigt er seine Mehrfachnominierung. »Und als Parteisoldat stehe ich für schwierige Aufgaben zur Verfügung.«

Eindeutig ist seine Aussage, welche Aufgabe er denn bevorzugen werde, sollte er gleich zweimal am 8. Oktober einen Spitzenwert erzielen. »Das ist ganz klar Schotten«, so der AfD-Kandidat. Ihm gehe es um den direkten Kontakt mit Menschen. »Ich werde aber kein AfD-Bürgermeister sein.«

Schotten habe im Bezug mit der Region Limburg ähnliche Voraussetzungen, sei aber als Naherholungsgebiet noch zu unbekannt. »Was für Limburg die Lahn ist, ist für Schotten der Vulkan«, betont der Kandidat.

Diese Vorzüge gelte es zu bewerben, am besten über Schulen bei jungen Leuten. »Wenn es denen hier gefällt, kommen sie später als Erwachsene wieder.«

Chancen durch Digitalisierung

Ein Problem sei allerdings der Gegensatz zwischen Ballungsraum und ländlichen Gegenden. Im Hessischen Landtag habe in dieser Woche eine Abgeordnete der Grünen beim Thema Verkehr zehnmal das Wort Frankfurt in den Mund genommen, aber kein einziges Mal den Namen einer ländlichen Kommune.

Meysam Ehtemai sieht dennoch gute Chancen für Schotten, für die ländliche Region überhaupt, seitdem durch die Digitalisierung das Arbeiten hier besser möglich ist. »Hier lässt es sich leichter Wohnen, zum Beispiel wegen der geringeren Mieten.«

Aber: Er befürchtet, dass zu viele Migranten auch in den Vogelsberg kommen, wovor er warnt. »Die Mieten steigen. Der Kreis bezahlt, aber nicht von seinem eigenen Geld. Die Bevölkerung muss die Lasten tragen.

Da die Kommunen immer mehr Aufgaben aufgebürdet bekämen, was sie aber finanziell nicht schaffen würden, stehe am Ende der Verlust der kommunalen Selbstbestimmung. »Die Kommunen heulen«, sagt Ehtemai.

»Ich werde als Bürgermeister dafür sorgen, dass Hotels und Gaststätten wieder zahlende Gäste erhalten«, sagt er in Anspielung auf einen früheren Hotel-Restaurant-Betrieb, der inzwischen als Unterkunft für Migranten dient.

Fünf Fragen an den Kandidaten:

Schotten wählt am 8. Oktober einen neuen Bürgermeister. Drei Kandidaten stehen zur Wahl. Welche Schwerpunkte wollen Sie für den Fall ihrer Wahl als Rathauschef setzen? Fünf Fragen an AfD-Kandidat Meysam Ehtemai:

Im Falle Ihrer Wahl, was sehen Sie als dringendste Maßnahmen an, die Sie anpacken werden, auch unter dem Aspekt der Bezahlbarkeit?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt Schotten nicht durch die nicht enden wollenden Zuweisungen von Migranten über Gebühr belastet wird. Die den Kommunen zugewiesenen Menschen brauchen nicht nur eine Unterkunft, sondern auch medizinische, schulische und anderweitige Versorgung. Ich werde eine Bürgerbefragung über bestehende und weitere Sammelunterkünfte durchführen.

Auch ist es nicht hinnehmbar, dass das Grundwasser aus der Niddaquelle in großen Mengen in das Rhein-Main-Gebiet verbracht wird. Dabei wird keine Rücksicht auf die Menschen und die Natur in Schotten genommen. Der Vogelsberg deckt rund 35 Prozent des Wasserbedarfes in Frankfurt. Laut Experten sind bereits 70 Prozent der Quellen im Vogelsberggebiet verloren gegangen. Das Grundwasser und die Natur in Schotten sind sehr wichtige »Rohstoffe« für die Entwicklung der Region und dürfen nicht unverantwortlich verschwendet werden.

Der Plan der Landesregierung für den Ausbau der Windkraftenergie in Hessen wird massive negative Folgen für Schotten und die Region haben. Die Zerstörung der Wälder durch die Schneisen für die Aufstellung der Anlagen, die negativen Auswirkungen der schweren Fundamente auf das Grundwasser und die Verschandelung der Natur werden der Region als Touristengebiet massiv schaden.

Die Großgemeinde Schotten besteht aus der Kernstadt und 14 Stadtteilen. Wie wollen Sie das Gemeinschaftsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger stärken?

Meine Teilnahme an einigen Festen und Feiern in Schotten, unter anderem an den Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kaulstoß, haben mir gezeigt, dass das Gemeinschaftsgefühl bei den Bürgern in Schotten stark ausgeprägt ist. Um dieses, über Jahrzehnte entstandene, Gemeinschafts- und Vertrautheitsgefühl nicht zu gefährden, darf es keine massenhafte Zuwanderung von Menschen ohne jeglichen Bezug zur Kultur und Tradition der einheimischen Bevölkerung geben. Wie man es in den anderen Kommunen sehen kann, gibt es ab einer bestimmten Anzahl von Menschen aus anderen Kulturen keine Eigenmotivation mehr für eine Integration in die aufnehmende Gesellschaft. Es entstehen Parallelgesellschaften.

Es wird viel über den ÖPNV gesprochen. Welche Bedeutung für die Mobilität hat Ihre Meinung nach das Auto in der Schottener Großgemeinde und in der ländliche Region generell?

Der öffentliche Nahverkehr ist bereits jetzt defizitär! Eine bessere Taktung und eine engmaschigere Anbindung der Dörfer und Städte ist weder finanziell, noch personell machbar. Das Auto bleibt in den ländlichen Regionen das wichtigste Verkehrsmittel. Ohne Autos und unter Berücksichtigung der horrenden Probleme des ÖPNV, werden die ländlichen Regionen im Vergleich zu den Metropolregionen noch mehr benachteiligt werden. Es sind nicht nur Arbeitnehmer und Pendler auf das Auto angewiesen, sondern auch Patienten und Besucher des Krankenhauses, die in den umliegenden Stadtteilen leben.

Der Tourismus ist laut der Regionalplanung für Mittelhessen der einzige Bereich, in dem sich Schotten weiterentwickeln kann. Mit welchen Ideen und Konzepten möchten Sie den Tourismus fördern, besonders auch im Hinblick auf Hotels, Restaurants und andere gastronomische Betriebe?

Die Tourismusregion um Schotten muss noch stärker beworben werden. Eine zielgerichtete Bewerbung Schottens wird dafür sorgen, dass zu den Bestandsgästen, neue Menschen auf die Region aufmerksam werden. Ich werde mich dafür einsetzen, Schotten mit dem Hoherodskopf zum touristischen Dach Hessens zu machen.

2027 findet in der Region Oberhessen die Landesgartenschau statt. Wie kann Schotten davon profitieren, und welche Projekte liegen Ihnen dafür besonders am Herzen?

Wie bereits ausgeführt, muss bei dieser Gelegenheit die Bewerbung der Region mit all ihren Vorteilen oberste Priorität haben. Dabei sollen auch die Partnerstädte und deren Bürger ebenfalls berücksichtigt werden.

Zur Person: Meysam Ehtemai

Meysam Ehtemai ist 42 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Töchter. Er ist gebürtig im Iran, 1995 nach Deutschland gekommen und lebt im Kreis Limburg-Weilburg.

Der Diplom-Wirtschaftsingenieur ist seit 2018 Mitglied der AfD und arbeitet in der Landtagsfraktion in Wiesbaden als parlamentarischer Referent für Wirtsch

Schotten wählt am 8. Oktober einen neuen Bürgermeister. Drei Kandidaten stehen zur Wahl. Welche Schwerpunkte wollen Sie für den Fall ihrer Wahl als Rathauschef setzen? Fünf Fragen an AfD-Kandidat Meysam Ehtemai:

Im Falle Ihrer Wahl, was sehen Sie als dringendste Maßnahmen an, die Sie anpacken werden, auch unter dem Aspekt der Bezahlbarkeit?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt Schotten nicht durch die nicht enden wollenden Zuweisungen von Migranten über Gebühr belastet wird. Die den Kommunen zugewiesenen Menschen brauchen nicht nur eine Unterkunft, sondern auch medizinische, schulische und anderweitige Versorgung. Ich werde eine Bürgerbefragung über bestehende und weitere Sammelunterkünfte durchführen.

Auch ist es nicht hinnehmbar, dass das Grundwasser aus der Niddaquelle in großen Mengen in das Rhein-Main-Gebiet verbracht wird. Dabei wird keine Rücksicht auf die Menschen und die Natur in Schotten genommen. Der Vogelsberg deckt rund 35 Prozent des Wasserbedarfes in Frankfurt. Laut Experten sind bereits 70 Prozent der Quellen im Vogelsberggebiet verloren gegangen. Das Grundwasser und die Natur in Schotten sind sehr wichtige »Rohstoffe« für die Entwicklung der Region und dürfen nicht unverantwortlich verschwendet werden.

Der Plan der Landesregierung für den Ausbau der Windkraftenergie in Hessen wird massive negative Folgen für Schotten und die Region haben. Die Zerstörung der Wälder durch die Schneisen für die Aufstellung der Anlagen, die negativen Auswirkungen der schweren Fundamente auf das Grundwasser und die Verschandelung der Natur werden der Region als Touristengebiet massiv schaden.

Die Großgemeinde Schotten besteht aus der Kernstadt und 14 Stadtteilen. Wie wollen Sie das Gemeinschaftsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger stärken?

Meine Teilnahme an einigen Festen und Feiern in Schotten, unter anderem an den Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kaulstoß, haben mir gezeigt, dass das Gemeinschaftsgefühl bei den Bürgern in Schotten stark ausgeprägt ist. Um dieses, über Jahrzehnte entstandene, Gemeinschafts- und Vertrautheitsgefühl nicht zu gefährden, darf es keine massenhafte Zuwanderung von Menschen ohne jeglichen Bezug zur Kultur und Tradition der einheimischen Bevölkerung geben. Wie man es in den anderen Kommunen sehen kann, gibt es ab einer bestimmten Anzahl von Menschen aus anderen Kulturen keine Eigenmotivation mehr für eine Integration in die aufnehmende Gesellschaft. Es entstehen Parallelgesellschaften.

Es wird viel über den ÖPNV gesprochen. Welche Bedeutung für die Mobilität hat Ihre Meinung nach das Auto in der Schottener Großgemeinde und in der ländliche Region generell?

Der öffentliche Nahverkehr ist bereits jetzt defizitär! Eine bessere Taktung und eine engmaschigere Anbindung der Dörfer und Städte ist weder finanziell, noch personell machbar. Das Auto bleibt in den ländlichen Regionen das wichtigste Verkehrsmittel. Ohne Autos und unter Berücksichtigung der horrenden Probleme des ÖPNV, werden die ländlichen Regionen im Vergleich zu den Metropolregionen noch mehr benachteiligt werden. Es sind nicht nur Arbeitnehmer und Pendler auf das Auto angewiesen, sondern auch Patienten und Besucher des Krankenhauses, die in den umliegenden Stadtteilen leben.

Der Tourismus ist laut der Regionalplanung für Mittelhessen der einzige Bereich, in dem sich Schotten weiterentwickeln kann. Mit welchen Ideen und Konzepten möchten Sie den Tourismus fördern, besonders auch im Hinblick auf Hotels, Restaurants und andere gastronomische Betriebe?

Die Tourismusregion um Schotten muss noch stärker beworben werden. Eine zielgerichtete Bewerbung Schottens wird dafür sorgen, dass zu den Bestandsgästen, neue Menschen auf die Region aufmerksam werden. Ich werde mich dafür einsetzen, Schotten mit dem Hoherodskopf zum touristischen Dach Hessens zu machen.

2027 findet in der Region Oberhessen die Landesgartenschau statt. Wie kann Schotten davon profitieren, und welche Projekte liegen Ihnen dafür besonders am Herzen?

Wie bereits ausgeführt, muss bei dieser Gelegenheit die Bewerbung der Region mit all ihren Vorteilen oberste Priorität haben. Dabei sollen auch die Partnerstädte und deren Bürger ebenfalls berücksichtigt werden.

Stefan Weil

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