1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Aktive dringend gesucht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

cwo_EMdlrg_200722_4c
Beim Schwimmbadfest bewirten die Aktiven der DLRG Nidda ihre Gäste. Im Gespräch - gerade auch mit dem Vorsitzenden Michael Riesbeck - erfährt man aber, dass die Ortsgruppe seit Schließung des Hallenbads gut die Hälfte ihrer Mitglieder verloren hat. Ein Umstand, der es schwerer macht, die gestellten Aufgaben ohne vermehrte Belastung für die aktiven ausüben zu können. © Elfriede Maresch

Nidda (em). Lebensrettung aus dem Wasser ist von enormer Bedeutung; Viele Kinder können aufgrund fehlenden Schwimmunterrichts nur schlecht oder gar nicht schwimmen. Und die Pandemie verstärkte dieses Phänomen noch. Was aber, wenn die Kapazitäten stark zurückgehen? Ein Besuch beim Schwimmbadfest der DLRG-Ortsgruppe Nidda.

Für ihre Veranstaltung hatte sich die DLRG Nidda Gastliches ausgedacht. Es gab Kaffee und Kuchen, vor allem aber Wasserspaß für die Kinder. Der große Kletter-Dinosaurier dümpelte im Schwimmerbecken des Freibads, eine Wasserseilbahn war aufgebaut und eine Spielerallye führte über das Gelände und bot knifflige Fragen, etwa zu den Baderegeln. Kindern erst spielerisch die Angst vor dem Wasser zu nehmen und ihnen dann Schwimmfähigkeit und adäquates Verhalten beim Baden zu vermitteln oder generell Wasserrettung zu betreiben, ist Kern der Vereinsziele der Rettungsschwimmer. Das wird den Niddaer Aktiven allerdings nicht leicht gemacht, weil es ihnen am nötigen Trainingsgelände fehlt. Das führte dann auch zu Mitgliederschwund.

Problem: Fehlendes Hallenbad

»Unsere Vereinsarbeit ist extrem erschwert, weil uns kein Hallenbad mehr zur Verfügung steht«, hört man von vielen Mitgliedern. So konnten sie früher ganzjährig Schwimmkurse anbieten, auch für erwachsene Nichtschwimmer - jetzt aber nur noch reduziert. Der Unterricht für die Jüngsten findet aktuell in der Therme in Bad Salzhausen statt. »Im Moment können wir nur Schwimmunterricht in Vierergruppen für Kinder ab fünf Jahren anbieten, die wir bis zur ›Qualifikationsstufe Seepferdchen‹ führen«, sagt Vorsitzender Michael Riesbeck. »Als es noch das Hallenbad gab, nutzten unsere Mitglieder intensiv das Schwimmsport-Training bei Bademeister Waldemar Fahrenbruch. Das behalten wir im kleineren Umfang bei, bieten Trainingsmöglichkeiten für die Qualifikation als Rettungsschwimmer in Herbst und Winter jeweils samstags ab 20 Uhr ebenfalls in der Therme. Montags und Mittwoch ab 19 Uhr gibt es im Niddaer Freibad ein freies Training, um Schwimmanfänger sicherer zu machen, sie zu den Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold zu führen. Aber die Aspekte Wetterabhängigkeit und Besucherfrequenz können schon ein Problem werden. Wenn es sehr voll ist, können wir oft erst um 20.15 Uhr anfangen.« Erfreulicherweise verfügt die DLRG-Gruppe über mehrere ausgebildete Schwimmlehrer: Neben Riesbeck sind das Dr. Stefan Brückmann, Christel Klös, Peter Szewczyk und Alexander Kristen. Riesbeck fasst die Sicht seiner Mitglieder - und nicht nur der - zusammen: »Ein Ganzjahresbad wäre ein riesiges Plus.«

Auch als Teil des Wasserrettungszugs Wetterau wird der DLRG Nidda Einsatz abverlangt, etwa beim Wachdienst im Niddaer Freibad, aber auch beim Hochwasser im Sommer 2021 oder der Überflutung der Büdinger Innenstadt im Januar davor. »Oberflächlich betrachtet war der Einsatz in Büdingen nur Stress: nasskaltes Winterwetter, dreckiges Wasser, Leute in Panik«, berichtet DLRG-Mitglied Edgar Lambert, über das Erlebte. »Aber es ist zutiefst befriedigend, mit unserem Einsatz Menschen zu helfen und zur Schadensbegrenzung beizutragen!« Die Niddaer Gruppe hat zwei Bootstrupps und das entsprechende Equipment, alles im Feuerwehrgerätehaus Bad Salzhausen untergebracht.

Mitgliederzahl

halbiert sich

Ein Problem der DLRG Nidda ist ein massiver Mitgliederschwund seit Schließung des Hallenbads. Damals lag ihre Zahl bei 480, jetzt gehören nur noch 230 der Gruppe an. »Es ist uns sehr wichtig, neue Leute zu gewinnen, die auch gern erst einmal hereinschnuppern können.« Riesbeck betont, dass dieser ehrenamtliche Einsatz persönlichen Gewinn bringt: »Da ist einmal das Plus an körperlicher Kondition, das sich durch unsere Trainingsangebote und Einsätze ergibt. Dazu gehört weiter laufende Qualifikation im Umgang mit Boots- und Funktechnik, in Bergungstechniken und Erster Hilfe. Öfter haben Mitglieder von uns im Rahmen des DLRG-Bundesverbands in Rettungsstationen an der Nordseeküste Dienst gemacht und ihren Urlaub drangehängt. Eine Fülle von Aufgaben erwartet einen: Beachtung von Wetterlage und Strömungsgegebenheiten, Personensuche, Bergung von Ertrinkenden und Booten sowie Erste Hilfe. Wer Spaß daran hat, Sachverstand und Hilfsbereitschaft mit Improvisationstalent und einer gewissen Abenteuerlust zu verbinden, ist bei uns richtig. Dazu kommt unsere gute Kameradschaft mit zahlreichen Vereinsangeboten.« Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.nidda.dlrg.de

Auch interessant

Kommentare