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»Alles zum Besten?«

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Von: red Redaktion

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In den Herrnhuter Losungen stehen für heute, den 2. April, zwei Bibelverse. Der erste lautet: »Gott ließ das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer.« (2. Mose 13,18)

Dieser Satz entstammt der langen Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. 40 Jahre war es unterwegs gewesen. Dabei galt es, eine ganze Reihe von Umwegen zu machen. Doch am Ende kam es ans Ziel. Das Vertrauen auf Gott hatte sich letztendlich doch gelohnt.

Auch wir müssen immer wieder Umwege akzeptieren. Diese fallen uns oft nicht leicht. Aber mitunter können wir rückblickend erkennen, dass wir auch auf manchem erst ungewollten Weg etwas erlebt oder erhalten haben, das uns wichtig geworden ist, das uns geholfen hat.

Der zweite Bibelvers, der im Losungsheft für heute abgedruckt ist, ist ein Vers aus dem Römerbrief des Paulus: »Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.« (Römer 8, 28)

Meistens muss ich bei diesem Satz erst einmal tief Luft holen. Alles soll zum Besten dienen? Wirklich alles? Aktuell fallen mir eine ganze Menge Ereignisse ein, bei denen ich mir das nun wirklich nicht vorstellen kann. Dies alles soll wirklich zum Besten dienen - denen, die Gott lieben, die auf ihn vertrauen?

Doch wenn ich genauer darüber nachdenke, dann merke ich, dass damit nicht gemeint sein kann: »Alles ist gut.« Denn es ist vieles nicht gut, ganz und gar nicht.

Ich habe eher den Eindruck, dass damit etwas anderes gemeint ist. Ich denke, Paulus will mit diesem Satz sagen: Gott führt die Menschen, die ihm vertrauen, er führt sie den Weg, den sie gehen müssen. Er führt sie ihren Lebensweg durch diese Welt - so schwer und unverständlich manches auch ist.

Er gibt ihnen die innere Kraft, die sie brauchen. Er bewahrt ihre Seele und bringt sie am Ende ans Ziel, in seine Ewigkeit.

»Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen.« Dies bedeutet für mich: Gott behält die Souveränität. Die Dinge, die geschehen, werden ihm nie das Heft aus der Hand nehmen können, sie werden nicht verhindern, dass Gott seinen Weg mit uns geht. Gott dient nicht den Dingen, sondern es ist umgekehrt: Sie müssen im Letzten ihm dienen.

Daran glaube ich, daran will ich glauben - so anders es oft auch aussieht. Wer sich Gott in Jesus anvertraut - das ist mein Glaube - den bringt er hindurch. Das gilt auch jetzt.

Ulrich Bauersfeld ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Wenings/Merkenfritz.

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