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Fährtenlos in grünen Wogen bei Altenstadt

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Erst aus der Vogelperspektive offenbart sich die besondere Form des Alternstädter Maislabyrinths. © pv

Ein Rätselspaß und eine Herausforderung für den Orientierungssinn - das neue Altenstädter Maislabyrinth. Der Erlebnisbauernhof Vogler schuf rechtzeitig zu Ferienbeginn ein tolles Freizeitangebot.

Rechtzeitig zu Ferienbeginn machten sich die ersten wagemutigen Besucherinnen und Besucher auf den Weg in das Altenstädter Maislabyrinth. Es erwartete sie auf zweieinhalb Hektar Ackerfläche eine große Herausforderung für ihre Orientierungsfähigkeit.

Hofbesitzerin Daniela Vogler spielte schon länger mit dem Gedanken der Anlage eines Labyrinths, wollte allerdings keine Konkurrenz für andere Betriebe in der Umgebung sein. Als sie aber erfuhr, dass das Labyrinth in Eberstadt bei Lich nur alle zwei Jahre seine Tore öffnet, war klar, dass der Betrieb Vogler die Lücken füllt. »Ich wollte nicht einfach so einen Kreis, wie man es von früher kennt«, erzählt die Landwirtin über das angelegte Motiv. Gesät wurde es von einem Bauern aus Rügen, der dort selbst seit Jahren Maislabyrinthe betreibt. Dafür hat er extra eine Saatmaschine umgebaut. Mit dieser kam er von Rügen nach Altenstadt, um das Motiv auf den Acker zu bringen. »Die Aussaat dauerte neun Stunden«, erzählt Daniela Vogler. Per GPS sät die Maschine das Bild aus, das man vorher über ein Laptop an der Maschine eingegeben und bearbeitet hat. Das Highlight im Maislabyrinth neben verschiedenen Fakten über Mais ist ein Gewinnspiel. Jeder, der das Labyrinth besucht, erhält eine Stempelkarte, die an zehn Stationen abgestempelt werden muss. Daraus ergibt sich später ein Lösungswort. Am Ende der Saison werden eine Alpaka-Wanderung und weitere kleine Preise verlost.

Testlauf zur

Optimierung

Ein Test-Lauf mit circa 50 Leuten erfolgte kürzlich. Der Erlebnisbauernhof wollte wissen, was für das beste Erlebnis noch fehlt. Und tatsächlich fehlte etwas: Orientierung. Die Testläufer brauchten ungefähr zwei Stunden oder brachen sogar ab. Deswegen bestellte man ein Banner mit einem QR-Code, der das Bild des Labyrinths von oben zeigt. Auch die wichtigste Frage musste geklärt werden: Was passiert, wenn jemand verloren geht? »Dann kommt jemand und rettet die Gäste«, sagt Daniela Vogler. Auf den Infotafeln zum Thema Mais seien Nummern vermerkt und ihre eigene Telefonnummer. Dass dieses System funktioniert, zeigte sich später am Tag noch.

Bis zum Herbst 2020 war der Erlebnisbauernhof ein »normaler« landwirtschaftlicher Betrieb. Bis die Herbstferien vor der Tür standen und sich Daniela Vogler vor Besucheranfragen nicht mehr retten konnte. Aufgrund der Corona-Vorschriften musste sie eine Liste der Besucher führen. Das Ergebnis überraschte, nach einer Woche waren mehr als 200 Menschen zu Gast. Man erweiterte das Konzept, und so entstand der »Bauernhof zum Anfassen«. Daniela Vogler kümmert sich überwiegend selbst um die Angebote auf dem Hof, kann sich aber auf ihre drei Söhne und den Ehemann verlassen. »Wenn ich sage, ich brauche Hilfe, sind sie alle da.« So auch am Eröffnungswochenende.

Valeska Leimbach und Stefanie Holzacker wagten sich sogar mit Kinderwagen in das Labyrinth mit vielen Irrgängen. Es sei ein Spaß für die Kinder gewesen, berichten beide beim gemeinsamen Eis essen im Anschluss. Vor allem die Suche nach den Stempeln für das Lösungswort begeisterte den vierjährigen Nils Lembach und den dreijährigen Noah Holzacker.

Knifflige

Lösungssuche

»Es war schon auch knifflig« gesteht Katja Noll aus Altenstadt, die ebenfalls mit einer Freundin und den Kindern zum Rätseln gekommen ist. Kathrin Pontzen und Eva Rathjen brauchen mit ihren Kindern knapp eine Stunde, bis sie wieder am Start ankommen. Das Angebot eines Maislabyrinths in der Nähe kam ihnen wie gerufen. »Ich würde so gerne wieder ins Maislabyrinth«, sagte Arthur Pontzen zu seiner Mutter vor einiger Zeit. Doch auch Kathrin Pontzen kommt auf ihre Kosten: »Das ist das dritte Maislabyrinth, das ich durchlaufe, so kompliziert waren die anderen nicht.«

Kompliziert ist auch das Lösungswort, an dem die Gruppen lange rumrätseln müssen. Doch es wird sich gegenseitig unterstützt, so dass am Ende jeder etwas auf seinen Zettel schreiben kann. Allein nach dem ersten Wochenende haben sich knapp 500 Besucherinnen und Besucher in den Irrgarten aus Mais begeben. Wie lange die Gäste das Maislabyrinth in Altenstadt besuchen können, hängt vom Wetter ab. Sollte es so warm bleiben, könnte schon Ende September die Ernte anstehen.

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Auf geht’s, das Maislabyrinth wartet auf entschlossene Entdecker. © Sophie Theresa Leitz

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