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Immobilienentwickler Panattoni plant in der Waldsiedlung kleiner

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Die Bürgerinitiative, die sich gegen die Entwicklung des ehemaligen Fichter-Baumschulgeländes zu einem Logistikzentrum wendet, scheint mit ihren Protesten ihrem Ziel näher zu kommen.

Altenstadt . Die Bürgerinitiative Waldsiedlung, die sich gegen die Entwicklung des ehemaligen Fichter-Baumschulgeländes zu einem Logistikzentrum wendet, scheint mit ihren Protesten langsam ihrem Ziel näher zu kommen.

Als im vergangenen Jahr die Pläne des Hamburger Immobilienentwicklers Panattoni bekannt wurden, da blieb es in der Bürgerschaft des betroffenen Altenstädter Ortsteils Waldsiedlung nicht nur beim verärgerten Kopfschütteln, sondern es bildete sich eine Bürgerinitiative um Beate Kreusch und Melanie Eckermann. Kreusch ist derzeit auch die Ortsvorsteherin der Waldsiedlung. I

Überrascht von Protesten

Ihr Protest richtete sich gegen das Logistikzentrum mit einer in drei Komplexe unterteilten Halle von rund 30 000 Quadratmetern Fläche mitten im Ort mit einem sieben Tage andauernden 24-Stundenbetrieb. Als erstes sammelten Kreusch und Eckermann Unterschriften in ihrem 2 600 Einwohner zählenden Ort. Es wurden über 1 500, die Kreusch Bürgermeister Syguda übergab. Und sie erreichte schließlich auch ein Gespräch mit Panattoni.

Nach ihrer Schilderung schienen die Firmenvertreter überrascht von den Protesten. »Warum wurden diese Ängste vor dem zu erwartenden Lkw-Verkehr nicht eher an uns herangetragen?«, sollen sie gesagt haben. Bis dahin hätten sie nur mit Offiziellen der Gemeindeverwaltung zu tun gehabt. Dieses Gespräch zwischen Bürgerinitiative und Unternehmensvertretern fand im vergangenen November statt. Schon im Dezember legte Panattoni daraufhin neue Pläne auf den Tisch. Darin wird der Gemeinde und der Bürgerinitiative eine neue Aufteilung des rund 55 000 Quadratmeter großen Geländes unterbreitet. Ein Drittel will Panattoni für seine Pläne behalten, ein Drittel soll an ein in der Waldsiedlung ansässiges Unternehmen gehen und ein weiteres Drittel soll der Gemeinde zum Kauf angeboten werden. Nun liegt es also in den Händen der Gemeinde, eine Entscheidung zu treffen.

Vier Millionen für den Kauf

Weil eine Änderung der ursprünglichen Panattoni-Pläne in den zurückliegenden Gemeindevertretersitzungen mehrheitlich gewünscht und sogar beschlossen wurde, und weil auch die Bürgerinitiative sich mit den neuen Vorstellungen einverstanden erklärte, beantragte die CDU-Fraktion zunächst in den Haushaltsberatungen, dass die Erhöhung der Mittel für den Erwerb von Grundstücken um vier Millionen Euro erhöht wurden.

Mit diesen zusätzlichen Mitteln könne der Kauf einer Teilfläche des Fichter-Geländes durch die Gemeinde ermöglicht werden, wobei der genaue Kaufpreis noch nicht feststehen soll.

Auf jeden Fall haben in derselben Gemeindevertretersitzung CDU und Grüne mit einem Dringlichkeitsantrag erreichen wollen, dass die Gemeinde in Kaufverhandlung mit der Firma Panattoni über ein Drittel des Fichter-Geländes tritt. Aus Zeitgründen konnte dieser Tagesordnungspunkt dann allerdings nicht mehr aufgerufen werden.

Kleingewerbe oder Wohnungen

Für die Bürgerinitiative steht jeden falls fest, dass dies eine »einmalige Chance« sei, das ehemalige Fichter-Gelände »nachhaltig für die Bevölkerung nutzen zu können«, wie Beate Kreusch sagt. Denn durch die ungefähre Drittelung könne die Gemeinde eine Fläche von über 22 000 Quadratmeter erwerben, auf der sie die Ansiedlung von klein- beziehungsweise mittelständigem Gewerbe vorantreiben könnte. Denkbar wäre auch eine Ausweisung als Mischgebiet, wodurch auch Wohnbebauung möglich würde

Über die letzte Teilfläche - rund 20 600 Quadratmeter für ein mittelständisches Unternehmen - sollen bereits erste Gespräche mit dem Eigentümer Fichter unter Mitwirkung der Gemeinde stattgefunden haben.

Der Preis ist der Knackpunkt

Panattoni selbst will auf dem verbleibenden Gelände eine um zwei Drittel verkleinerte Halle - nach den neuen Plänen nur noch 10 205 Quadratmeter groß - errichten lassen und zwar für ein Unternehmen aus Karben, von der Größe in etwa vergleichbar mit der Firma Ille. Dieses Unternehmen würde dann Arbeits- und Ausbildungsplätze in Altenstadt schaffen.

»Leider ist noch nichts in trockenen Tüchern«, so Beate Kreusch, die sich mit ihrer BI mit dem neuen Gesamtkonzept einverstanden erklärt. Einer der Knackpunkte sei nämlich der Kaufpreis. Der soll, wie in der jüngten Gemeindevertretersitzung zu hören war, zurzeit nämlich noch über dem ortsüblichen Marktwert liegen, könnte sich allerdings nach Ansicht der BI mit geschickter Nutzung des Geländes rasch amortisieren. Ob die Gemeinde kauft, soll in der Gemeindevertretersitzung am 4. März entschieden werden.

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