Haben nicht nur Spaß im Sinn: Die Comedy-Redakteure Boris Meinzer (l.) und Dirk Haberkorn befüllen das erste "Türchen" für den Spendenkalender.
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Haben nicht nur Spaß im Sinn: Die Comedy-Redakteure Boris Meinzer (l.) und Dirk Haberkorn befüllen das erste »Türchen« für den Spendenkalender.

Geben statt nehmen

FFH-Moderator aus der Wetterau berührt mit „Andersrum-Kalender“ sogar Comedy-Star

Nicht jeden Tag ein Türchen öffnen, um etwas zu nehmen, sondern um zu geben. Wie genau der „Andersrum-Kalender“ funktioniert, erklärt FFH-Moderator Boris Meinzer aus Altenstadt in der Wetterau.

Wetterau – Morgen ist es wieder so weit. Ob Jung oder Alt, wer einen Adventskalender hat, öffnet das erste Türchen in Vorfreude auf die Weihnachtstage. Von einer schokoladigen Überraschung über Spielsachen bis hin zu Beauty-Produkten – die Palette der Adventskalender ist heutzutage riesig. FFH-Moderator Boris Meinzer aus Altenstadt in der Wetterau macht zusammen mit seiner Familie einen Kalender der etwas anderen Art.

»Bei uns steht eine Kiste unter dem Christbaum«, sagt Meinzer, »da legen wir ab dem 1. Dezember jeden Tag bis zum 24. Lebensmittel hinein. Daher auch der Name ›Andersrum-Kalender‹ .« Die prallgefüllte Kiste gibt der Altenstädter nach den Feiertagen bei der örtlichen Tafel für hilfsbedürftige Familien ab.

Adventskalender-Idee aus der Wetterau: „Mal was für die Tafel machen“

»Die Idee kam, um den Kindern nicht nur zu sagen, ›Manchen Familien geht es nicht so gut‹, sondern um das zu verdeutlichen und zu helfen«, erklärt Meinzer. Für seine Kinder sei es ein guter Lerneffekt, die Kiste zu befüllen, und die Tafel freue sich darüber. »Wenn wir einkaufen gehen, dürfen die Kinder auch etwas aussuchen, das mit in die Kiste soll. Natürlich ist da auch mal eine Tafel Schokolade mit dabei«, sagt Meinzer. Wichtig ist, bei den Lebensmitteln darauf zu achten, dass sie lange genug haltbar sind. »Eine Packung Fischstäbchen wäre Blödsinn. Doch einfach mal eine Packung Spaghetti mehr kaufen, kostet gar nicht so viel und hilft«, sagt der Altenstädter. Das sei schon fast eine Mahlzeit, und diejenigen, die zur Tafel gehen, seien sehr dankbar dafür. »Man muss auch bedenken, dort hinzugehen und das Essen abzuholen, kostet viele Überwindung. Dabei kann es jeden treffen. Ich war überrascht, wie viele Personen in Altenstadt bei der Tafel Schlange stehen. Da dachte ich mir, man muss mal was für die Tafel machen.« Und das tut Meinzer mit seinen drei Söhnen nun seit drei Jahren.

Ein Vorteil bei dem ›Andersrum-Kalender‹ sei, man müsse nicht unbedingt am 1. Dezember mit dem Sammeln anfangen. Man könne ebenso später einsteigen und für die vergangenen Tage auffüllen. »Oder man legt nicht täglich etwas hinein, sondern nach jedem Einkauf für mehrere Tage.«

Besonderer Adventskalender: Wetterauer FFH-Moderator fordert zum Mitmachen auf

Die volle Kiste gibt Meinzer Anfang Januar ab, da die Altenstädter Tafel vom 20. Dezember bis 3. Januar geschlossen hat. Doch auch mit früheren Kisten (Kartons oder Beutel gehen natürlich auch) oder erst Ende Januar könne man helfen, solange die Lebensmittel haltbar sind, wie zum Beispiel Konserven. Nur Tabak und Alkohol seien verboten. »Das Schöne ist, bei der Aktion kann jeder mitmachen und es dann zur Tafel in der Nähe bringen«, sagt Meinzer.

Den »Andersrum-Kalender« hat er auch im Podcast »Bülents kronke Welt der Musik« vorgestellt. Bülent Ceylan und FFH-Kollege Dirk Haberkorn seien von der Idee so begeistert gewesen, dass sie auch einen solchen Adventskalender machen wollen.

Mehr über die Aktion

Boris Meinzer und Bülent Ceylan informieren ab morgen auch auf ihren Sozialen Netzwerken – wie Facebook und Instagram – über ihren jeweiligen Kalender. SMF

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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