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Würdigung zweier beherzter Retter

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Ohne das mutige Eingreifen von Daniel Hereth aus Altenstadt (2. v. l.) und Werner Muß aus dem Westerwald (r.) wäre Tobias Gettner (l.) wohl in seinem Wagen verbrannt. Landrat Jan Weckler zeichnet die beiden Männer daher mit der Hessischen Rettungsmedaille aus. © Pressedienst des Wetteraukreis

Altenstadt (prw). »Hessische Rettungsmedaille für die am 24. April 2019 unter Lebensgefahr ausgeführte mutige Rettung eines Menschen vor dem Tode.« So steht es auf der Urkunde, die Daniel Hereth und Werner Muß im Auftrag des Ministerpräsidenten aus der Hand von Landrat Jan Weckler erhielten. Ausgezeichnet wurden der aus Altenstadt kommende Hereth und der im Westerwald wohnende Muß für eine außergewöhnliche Tat, sie hatten unter Einsatz aller Kräfte und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit einem Autofahrer das Leben gerettet.

Warnfackeln brennen im Wagen

»Der Unfall liegt zwar schon einige Jahre zurück, doch ein solches Erlebnis verbindet fürs ganze Leben«, sagte der Landrat bei der Verleihung der Auszeichnung. Der 24. April 2019 war ein Tag, den Tobias Gettner, Daniel Hereth und Werner Muß wohl nie mehr vergessen werden. Alle drei waren am späten Nachmittag auf der A5, zwischen dem Rasthof Rimberg und dem Hattenbacher Dreieck unterwegs. Ein Lkw-Fahrer fuhr mit seinem Sattelzug auf der Kriechspur für Lkw. Sie endet am Rimberg und so wechselte der Lkw-Fahrer auf die mittlere Spur, musste aber stark abbremsen, weil sich hier in der Zwischenzeit ein Stau gebildet hatte. Nur Sekunden später krachte Tobias Gettner mit seinem Kleintransporter in das linke Heck des Sattelauflegers. Durch die Wucht des enormen Aufpralls wurde die Fahrerkabine des Kleintransporters völlig zerquetscht. Das Fahrzeug krachte links gegen die Mittelleitplanke und rutschte noch etwa 150 Meter an dieser entlang, bis es zum Stehen kam.

Daniel Hereth und Werner Muß, die unabhängig voneinander mit ihren Lkw auf der A5 unterwegs waren, eilten zum Unfallort, um dem eingeklemmten Fahrer zu helfen. Zu allem Überfluss begannen die Warnfackeln zu brennen, die auf der Ladefläche des Kleintransporters lagen.

Hereth und Muß räumten unter Einsatz aller Kräfte und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit den Laderaum leer, um von dort an den Fahrer zu kommen. Als die Feuerwehr Kirchheim eintraf, löste sie die beiden Ersthelfer ab und befreite Tobias Gettner mit schwerem Gerät aus dem Wrack. Dass sie sich auch selbst beim Rettungseinsatz verletzt hatten, bemerkten die beiden Lebensretter erst, als die Anspannung nachließ.

Ohne ihren mutigen Einsatz wäre Tobias Gettner verbrannt. Sein zu diesem Zeitpunkt neun Tage alter Sohn hätte ohne seinen Vater aufwachsen müssen. Beim Ehrungstermin im Friedberger Kreishaus war auch Tobias Gettner dabei, mit seinem mittlerweile vier Jahre alten Sohn. »Sie hatten an diesem Tag auf der Autobahn zwei Schutzengel zur richtigen Zeit«, sagte Jan Weckler. »Es ist mir eine Ehre, den beiden Rettern heute diese besondere und hochverdiente Auszeichnung überreichen zu dürfen. Dass es Menschen wie Sie gibt, die beherzt eingreifen und helfen - das ist alles andere als selbstverständlich.«

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