Nun ist es offiziell: Amazon will in der Wetterau ein Verteilzentrum bauen. Bei Grund-Schwalheim sollen Pakete von Logistik- und Sortierzentren ankommen, die dann von Lieferpartnern abgeholt und an die Kunden zugestellt werden.
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Nun ist es offiziell: Amazon will in der Wetterau ein Verteilzentrum bauen. Bei Grund-Schwalheim sollen Pakete von Logistik- und Sortierzentren ankommen, die dann von Lieferpartnern abgeholt und an die Kunden zugestellt werden.

Bis zu 200 Arbeitsplätze

Amazon in der Wetterau: Neue Details zu Verteilzentrum

  • Anna-Luisa Hortien
    vonAnna-Luisa Hortien
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Gerüchte gab es bereits im Sommer. Seit einigen Tagen ist es offiziell: Amazon will in der Wetterau ein Verteilzentrum bauen. Nun gibt es neue Details.

  • Amazon baut ein Verteilzentrum in der Wetterau
  • Städtebaulicher Erschließungsvertrag geschlossen
  • Baugenehmigung seitens des Wetteraukreises stehe noch aus
  • 130-200 Arbeitsplätze
  • Verteilzentrum soll im Herbst in Betrieb gehen

Update, 25.2.2020, 15.06 Uhr - Seit einigen Tagen ist es bekannt: Der Online-Versandhändler Amazon baut ein Verteilzentrum auf der Gewerbefläche bei Grund-Schwalheim. Jetzt sind neue Details bekannt geworden. Demnach soll das Verteilzentrum voraussichtlich im Herbst diesen Jahres in Betrieb gehen. Dann werden dort Pakete von Amazons Logistik- und Sortierzentren ankommen, die von Lieferpartnern abgeholt und zu den Kunden gebracht werden. 

Das neue Verteilzentrum sei nötig, um der wachsenden Kundennachfrage gerecht zu werden, heißt es von Amazon. Man habe sich wegen der attraktiven Infrastruktur für den Standort in Echzell entschieden. 

Bürgermeister Wilfried Mogk hatte zunächst davon gesprochen, dass zwischen 130 und 200 neue Arbeitsplätze in Echzell entstehen sollen. Amazon spricht offiziell von 130 Arbeitsplätzen. Für die Auslieferung der Pakete an die Kunden seien bei den Lieferpartnern etwa 600 Fahrer zuständig. Das neue Verteilzentrum soll eine Größe von etwa 8440 Quadratmetern haben. Die Baugenehmigung steht noch aus. 

"Wir freuen uns sehr, ein Verteilzentrum in Echzell zu eröffnen, in dem mehr als 20 Jahre logistische Kompetenz, technologischer Fortschritt und Investitionen in die Transportinfrastruktur stecken", sagte Robert Viegers, Direktor von Amazon Logistics in Deutschland. "So kann Amazon Kunden schnellere und flexiblere Lieferoptionen anbieten." Man werde mit unabhängigen Lieferpartnern zusammenarbeiten, um eine schnelle und zuverlässige Paketzustellung zu ermöglichen. Dabei wolle man auch lokalen Lieferpartnern die Möglichkeit geben, zu wachsen. 

Amazon in der Wetterau: Künftig mehr Verkehr? 

Sorgt das neue Verteilzentrum also für mehr Verkehr auf den Straßen in und um Echzell? "Die vielen Bestellungen im Internet sind nicht die Ursache des befürchteten Verkehrsinfarkts in Großstädten – das besagt eine Studie der Unternehmensberatung MRU", sagt Amazon-Pressesprecher Manuel Lesch. Die Verteilzentren seien bemüht, die Pakete gleich beim ersten Versuch erfolgreich zuzustellen. Das sei ein wichtiges Erfolgskriterium und sorge für weniger Verkehr rund um die Verteilzentren. Denn ein nicht zugestelltes Päckchen müsse zurück zum Verteilzentrum transportiert werden. Damit das nicht passiere, habe der Kunde zum Beispiel die Möglichkeit zu sehen, wo sich das Paket befinde und wie viele Stationen der Fahrer noch vor sich habe, bevor die Lieferung ankomme. 

"Amazon arbeitet außerdem mit intelligenten Routenplanern, um optimale Routen für Fahrer zu berechnen." Darüber hinaus könnten Kunden in Deutschland sogenannte Amazon Locker als Lieferoption wählen. Das sind Abholstationen, an denen Kunden ihre Pakete zu einer für sie passenden Zeit abholen können – zum Beispiel an Tankstellen in den Ortsteilen oder in Läden in der Innenstadt. Das trage auch zur Verkehrsreduzierung bei. 

Das Verteilzentrum in Echzell ist das dritte in Hessen, nach Raunheim und Knüllwald (bei Kassel). Außerdem betreibt Amazon insgesamt zwei Logistikzentren in Bad Hersfeld.

Offiziell: Amazon will in der Wetterau bauen

Update, 21.2.2020, 17.40 Uhr - Es ist offiziell: Amazon baut auf der Gewerbefläche bei Grund-Schwalheim. Wie Bürgermeister Wilfried Mogk am Freitagnachmittag mitteilte, sei dort ein Verteilzentrum des Online-Versandhändlers geplant, in dem Pakete für die Kunden verladen werden sollen. Auch ein kleines Parkhaus sei angedacht. 

"Der Gemeindevorstand hat am Dienstag den städtebaulichen Erschließungsvertrag mit dem Investor geschlossen", sagte Mogk. Entsprechend sei in der Anhörung zum Bauantrag eingetragen worden, dass die Erschließung des Grundstücks durch den Vertrag gesichert sei. Diese Information sei wichtig, damit der Bauantrag genehmigt werden könne. 

Die Baugenehmigung seitens des Wetteraukreises stehe noch aus, sagte Mogk. Das Kreisbauamt habe unter anderem auf den Erschließungsvertrag gewartet. Dazu hätten aber noch Dinge geklärt werden müssen, was einige Zeit in Anspruch genommen habe. Er gehe aber davon aus, dass der Antrag bald genehmigt werde. Dann können die Bauarbeiten losgehen. Die Naturschutzprüfung sei abgeschlossen. 

Amazon in der Wetterau: Mogk: 130 bis 200 Arbeitsplätze mehr 

Zur Größe des Logistikzentrums ist noch nichts bekannt. Von Amazon waren am Freitagnachmittag keine weiteren Auskünfte zu bekommen. "Es ist davon auszugehen, dass zwischen 130 und 200 Arbeitsplätzen in Echzell entstehen werden", sagte Mogk. 

Er freue sich, dass auf der Fläche nun endlich etwas passiere, sagte der Bürgermeister. Denn: Das Areal liegt seit über 22 Jahren brach, weswegen es für Echzell in der Vergangenheit keine neuen Gewerbeflächen gab. Jetzt könne man neue Flächen ausweisen und so auch ortsansässigen Unternehmen die Möglichkeit geben, sich zu vergrößern. 

Auf dieser Fläche soll laut Bürgermeister Wilfried Mogk das Verteilzentrum des Online-Versandhändlers Amazon entstehen. Die Baugenehmigung stehe allerdings noch aus.

Die Gemeinde habe keinerlei Einfluss darauf gehabt, wer sich auf dem Gelände an der Kreuzung der B455 mit der L3188 ansiedle. Den Bebauungsplan, der für das Areal vorliegt, gebe es bereits seit 1998. "Die Weichen wurden schon vor Jahren gestellt", sagte Mogk. "Heute würde man vielleicht anders entscheiden." Denn es handelt sich um keinen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Jeder, der die vorgeschriebenen Auflagen erfüllt, kann mit genehmigtem Bauantrag bauen. 

Der Plan beinhaltet allerdings zahlreiche Auflagen. So darf ein Großteil der Fläche überhaupt nicht bebaut werden, erklärte Mogk. Grund dafür seien unter anderem der Naturschutz sowie archäologische Belange wegen des Limes. Im Bebauungsplan sind zudem schon klare Vorgaben zur Straßenführung gemacht. So ist etwa vorgesehen, dass es eine Abbiegespur auf der Landstraße Richtung Unter-Widdersheim geben soll.

Amazon in der Wetterau: Kleiner als Rewe in Wölfersheim

Der bebaubare Bereich der Gewerbefläche bei Grund-Schwalheim ist rund 2,5 Hektar groß (200 Meter lang, bis zu 125 Meter breit). Die maximale Höhe für ein Gebäude auf der Fläche ist auf 13 Meter festgelegt. Zum Vergleich: Rewe baut in der Nachbargemeinde Wölfersheim ein Logistikzentrum auf eine Fläche von 30 Hektar (das Lager an sich wird rund 11 Hektar groß). In Raunheim bei Frankfurt steht ebenfalls ein Amazon-Verteilzentrum. Es ist 13 000 Quadratmeter groß und ging im Oktober 2017 in Betrieb, bis zu 200 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt sein. Von dort erfolgt die Zustellung im Raum Frankfurt. Päckchen gehen vom Logistikzentrum in Bad Hersfeld nach Raunheim und werden von dort an die Haushalte geliefert.

Erstmeldung, 21.2.2020, 15.40 Uhr - Jetzt ist es endlich raus: Amazon will auf der Gewerbefläche bei Grund-Schwalheim bauen. Wie Bürgermeister Wilfried Mogk am Freitagnachmittag mitteilte, sei dort ein Verteilzentrum geplant, in dem Pakete für die Kunden umgeladen werden. "Der Gemeindevorstand hat am Dienstag den städtebaulichen Erschließungsvertrag geschlossen", sagte Mogk. Entsprechend sei in der Anhörung zum Bauantrag eingetragen worden, dass die Erschließung des Gewerbegrundstücks durch den Vertrag gesichert sei. 

Amazon in der Wetterau: Gerüchte kursierten schon im Sommer

Gerüchte, dass Amazon nach Echzell kommt gab es laut wetterauer-zeitung.de* bereits im vergangenen Sommer. Damals war im Internet eine Stellenanzeige des Online-Versandhändlers für den Standort Echzell aufgetaucht. Nach einer Anfrage von wetterauer-zeitung.de*, was es damit auf sich hat, wurde der Standort in der Stellenanzeige geändert. Eine Pressesprecherin von Amazon sagte: Es habe sich um einen Fehler gehandelt. Auf die Frage, ob dennoch ein Bau geplant ist, sagt sie: "Wir haben jetzt leider nichts anzukündigen." Auch der Eigentümer der Fläche, ein Privatmann aus dem Taunus, wollte sich damals nicht gegenüber der Wetterauer Zeitung äußern. 

Aktuell sind sowohl auf dem Portal "LinkedIn" als auch auf dem Job-Portal auf der Homepage von Amazon wieder Stellen für den Standort Echzell ausgeschrieben. Gesucht werden ein Junior Manager Logistik (m/w/d) und ein Bereichsleiter Logistik (m/w/d).

Weitere Informationen folgen.

*wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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