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Armutsbekämpfung nötig

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Von: red Redaktion

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Die SPD-Politikerinnen Lisa Gnadl und Natalie Pawlik informieren sich bei den Ehrenamtlichen der Niddaer Tafel. Deren Situation ist angespannt. © pv

Nidda (red). Die aktuelle Situation wirkt sich massiv auf die Arbeit der Tafeln im Wetteraukreis aus. Viele Tafeln beklagen, dass die Liefermengen und Spenden rückläufig seien, während sich gleichzeitig stetig neue Kunden anmelden. Um sich über die aktuelle Lage genauer zu informieren und mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch zu kommen, besuchten die SPD-Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik und die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl die Ausgabestelle der Tafel in Nidda.

Die beiden Politikerinnen hatten drei große Kisten als Spende dabei, gepackt mit haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln und weiteren Dingen des alltäglichen Bedarfs.

»Sie kommen genau zur richtigen Zeit!«, begrüßten Karlheinz Naumann, Brigitte Spengler, Regina und Klaus Berting vom Verein Tafel Nidda die beiden Besucherinnen. Denn auch bei der Tafel in Nidda ist die Lage angespannt. Karlheinz Naumann berichtet von 222 Erwachsenen und 124 Kindern, die aktuell versorgt werden. Hinzukommen 80 Geflüchtete aus der Ukraine.

Das Kontigent der Tafel ist endlich

»Wir konnten bislang immer irgendwie alle Kunden versorgen, doch auch unser Kontingent ist endlich«, beschreibt Regina Berting die aktuelle Situation. Dabei könne man vor Ort mit einem Kreis von 70 Ehrenamtlichen deutlich mehr stemmen, doch fehle dafür die notwendige Ware.

»Die Herausforderungen bei den Tafeln sind enorm. Das ist uns in der Bundespolitik auch bewusst. Die Bundesregierung unterstützt mithilfe verschiedener Projekte die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Unter anderem wird eine Eco-Plattform gefördert, die die Kommunikation zwischen den Tafeln und den Unternehmen, die Lebensmittel spenden möchten, verbessert.«

Täglich würden viele Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch lange nicht schlecht sind. »Wir wollen noch stärker gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen und sorgen dafür, dass die Lebensmittel bei denjenigen ankommen, die sie dringend benötigen«, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik, die Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie für Ernährung und Landwirtschaft ist.

Eine Sondersituation wie momentan erfordere eine schnelle Lösung, unterstrich die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Lisa Gnadl. »Während der Pandemie unterstützte das Land Hessen die Tafeln mit 1,25 Millionen Euro für laufende Kosten. Auch die Armutssituation war ein Thema des Gesprächs. Auffällig sei, dass sich Armut in Familien häufig generationsübergreifend übertrage. »Wir haben jahrelange Kunden, deren Kinder, die mittlerweile erwachsen sind, auch zu uns kommen«, stellen die Organisatoren der Tafel fest.

»Wenn immer mehr Menschen bedürftig werden und auf Lebensmittel der Tafeln angewiesen sind, dann stimmt etwas nicht mehr in unserem Sozialstaat«, stellte Lisa Gnadl fest. Armut müsse ganzheitlich und auf allen politischen Ebenen bekämpft werden.

Mit kommunalen Präventionsketten gegen Kinderarmut und guter Bildung müssten sie auf Landesebene dafür sorgen, dass nicht mehr die soziale Herkunft über den Bildungserfolg von Kindern entscheide. Natalie Pawlik ging auf die Bundespolitik ein. Die Ampel-Koalition habe sich im Kampf gegen Armut viel vorgenommen und auch bereits einiges umgesetzt. Es sei bewegend, mit wie viel Leidenschaft sich die Ehrenamtlichen der Tafel in Nidda engagieren. Das verdiene Anerkennung und Respekt.

»Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir weiter versuchen, sie zu unterstützen«, kündigten Natalie Pawlik und Lisa Gnadl bei Abschied.

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