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Auf einmal bebt die ganze Schule: Sommerkonzert des Büdinger Gymnasiums

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Mit Hingabe dirigiert Jürgen Vogt die Fünftklässler beim »Mickey Mouse March«. Das Sommerkonzert des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums entpuppt sich als voller Erfolg. © Sophie Theresa Leitz

Zum Schuljahresende fand am Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasium das erste Sommerkonzert seit Beginn der Pandemie statt. Hinter der Schule mit Schwerpunkt Musik liegt keine einfache Zeit.

Nach drei Jahren Pause erklingt auf der Freiluftbühne auf dem Schulhof wieder Musik. Beim jährlichen Sommerkonzert des Büdinger Gymnasiums mit Musikschwerpunkt können die Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie sich im zurückliegenden Schuljahr erarbeitet haben.

Besondere Umstände

»Eine Best-of-Präsentation« nennt Jürgen Vogt den Abend. Er leitet den Bläserkurs der fünften Klassen, das Orchester des Gymnasiums und die Big Band. Dieses Jahr unter besonderen Umständen. Denn das Konzert, erklärt er, sei das Ergebnis der Proben seit Ostern. Erst zu diesem Zeitpunkt durfte wieder normal geprobt werden. Zuvor musste der Unterricht umgestaltet werden. Der Bläserkurs hatte Online-Einheiten zum Üben der Instrumente und theoretischen Musikunterricht. Das Mittelstufenorchester hat sich in der Zeit intensiv mit der Theorie und den Stücken der Aufführung befasst. Auch für Jürgen Vogt als Lehrer war das keine leichte Zeit: »Als Musiker immer nur Theorie machen zu müssen, ist schon blöd. Umso schöner, dass wir wieder spielen dürfen.«

Im Zuge der Konzerts präsentieren auch die Schulchöre ihre besten Lieder. Den Anfang macht der Chor der Jahrgangsstufe sechs von Sebastian Köhler. Die Kinder sind sichtlich aufgeregt, denn sie singen vor vollem Haus. Die Mädchen und Jungen begeistern das Publikum mit ihrer Darbietung und ernten dafür tosenden Applaus.

Der Mittelstufenchor, geleitet von Katja Schütz, singt Medleys aus dem Soundtrack von »König der Löwen« und »Frozen«. Der Weg zu diesem Auftritt war für Schütz und ihre Chormitglieder steinig. Sie hielten sich an die jeweiligen Regeln, die gerade gegeben waren. Die Leiterin des Mittelstufenchors hat ihre Schützlinge gefragt, ob sie zum Theorieunterricht wechseln sollen, doch die Schüler wollten weiter singen. Das geschah teilweise mit Maske und drei Metern Abstand in der Turnhalle. Für Katja Schütz war das definitiv ein Lichtblick, denn sie ist sich sicher: Die Kinder brauchen gerade in dieser Zeit eine Möglichkeit, um sich auszudrücken. Außerdem stärke es stufenübergreifend den Zusammenhalt.

Die Zehntklässlerin Emma Friederich singt im Mittelstufenchor. Dass sie den Chorschwerpunkt nach der fünften Klasse weiter wählen möchte, war für sie klar, nachdem sie einen Auftritt des damaligen Mittelstufenchors gesehen hatte. Die Proben in Zeiten der Pandemie waren für sie auf alle Fälle eine Herausforderung. Es sei schwer gewesen die anderen singen zu hören, wenn man weit auseinander stehe. Fortschritte seien erst gemacht worden als sich die Chormitglieder wieder näher kommen durften.

Als letzter Programmpunkt vor der Pause folgt der Oberstufenchor. Dorothee Schneider, die das Ensemble leitet, berichtet von abenteuerlichen Proben. Der Chor probte selbst im Winter draußen. Das Kabel des E-Pianos verlegte die Gruppe durch das Lehrerzimmer, damit es Strom hatte. Dorothee Schneider erfuhr von ihren Schülern die notwendige Extra-Motivation: »Die hatten jede Woche Lust.« Aus dem kommenden Herbst wolle sie das Beste machen.

»Eine Erinnerung fürs Leben« werden die Chorproben für Merle Bez aus dem Oberstufenchor bleiben. Sie scherzt darüber: »Uns war klar: Wir haben Chor, wir müssen Jacken mitnehmen.«

Nach der Pause zeigen die Instrumental-Ensembles ihr Können. Bei »We Will Rock You«, gespielt vom Bläserkurs, bebt die ganze Schule. Alle klatschen mit. Auch das Orchester verzaubert mit verschiedenen Medleys und Stücken die Schulgemeinde. Dabei ist von der E-Gitarre bis zur Querflöte alles vertreten. Den Abschluss macht die Big Band der Schule, in der Lehrer, ehemalige und aktive Schüler zusammen Musik machen. Für Jürgen Vogt eine Bereicherung. »Es wird sich auf Augenhöhe begegnet.«

Sorge um die Zukunft

Der 15-jährige Moritz Hartmann spielt Saxofon im Orchester und in der Big Band. Er sorgt sich vor allem um die Zukunft der Gruppen, da während der Pandemie wenige Schüler weiter am Musizieren festgehalten hätten. Auch er habe kaum allein geübt, da der Spaß dabei einfach fehle.

Schüler und Lehrer vermitteln eindrucksvoll, dass am Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasium mit Leidenschaft musiziert wird und dass das auch über den nächsten Winter hinaus so bleiben wird.

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