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Aufbruch und Schrecken, Wandel und Mut: Neuer Band der Büdinger Geschichtsblätter erhältlich

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Von: red Redaktion

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Riccardo Bortolotti und Dieter Jentzsch schildern, wie sie das Hochwasser am 29. Januar 2021 erlebt haben - als Feuerwehrmann, Helfer und Bürger der Büdinger Altstadt. © Elke Kaltenschnee

15 Autoren greifen in Band XXVII der Büdinger Geschichtsblätter mit 19 Beiträgen eine große Spanne unterschiedlicher historischer Themen auf.

Büdingen (red). 15 Autoren greifen in Band XXVII der Büdinger Geschichtsblätter mit 19 Beiträgen eine große Spanne unterschiedlicher historischer Themen auf.

Der Anlass zum Beitrag von Dr. Volkmar Stein »Statist auf kommunalpolitischer Bühne oder doch ein leerer Wahn?« ist das 50-jährige Bestehen des Wetteraukreises. Die Gründung bedeutete 1972 zugleich das Ende von Büdingen als Kreisstadt. In dieser Umbruchphase war Volkmar Stein handelnder Büdinger Lokalpolitiker. Zur Gebietsreform äußert sich auch Joachim Pollmar. Als damals zuständiger Dezernent zeichnet er die Entwicklung des Krankenhausbaus in Schotten sowie in der Schulpolitik und den baulichen Entwicklungsschritten nach.

Erinnerungen ans Hochwasser

Riccardo Bortolotti, Mitglied der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen, schreibt über einen Einsatz während des Hochwassers vom 29. Januar 2021. Auch der Rückblick von Dieter Jentzsch lässt den Leser die erschreckende Situation minutiös nachvollziehen und ruft viele Details in Erinnerung.

Petra Lehmann-Stoll berichtet über Grabungen im Heuson-Museum und an der nördlichen und westlichen Stadtmauer. Lorenz Frank und Natalie Mielke vom Büro für Historische Bauforschung aus Mainz stellen neue Erkenntnisergebnisse für die Nordseite der Stadtmauer von Büdingen vor.

Früherer Landrat über 80er Jahre

Über die 80er Jahre und den »Aufbruch zum Wandel« schreibt Rolf Gnadl. Eindringlich zeigt der damalige Landrat der ersten rot-grünen Koalition auf Kreisebene in Hessen Entwicklung und Verlauf, Gemeinsamkeiten und Konfliktlinien aus der Sicht der SPD auf.

Dr. Erik Reutzel stellt in seinem Beitrag die Position von Johannes May, dem bekannten Glauberger Heimatforscher, zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 vor. Etwas lokaler ausgerichtet sind die Ausführungen Ortwin Heinrichs über den 1887 gegründeten Kriegerverein in Lorbach.

In seinem Text »Auf dem Weg nach Erez-Israel« informiert Volkmar Stein über ein Treffen des Jung-Jüdischen Wanderbundes in Büdingen und schildert ausführlich die Begleitumstände dieser Zusammenkunft. In »Kirchenkampf in Büdingen« berichtet Willi Göttert über seinen Dienst als Vikar in Büdingen 1938. Ein zeitgeschichtlich bewegendes Dokument. Der Beitrag »Wetterau-Main-Tauber Stellung« von Klaus-Dieter Brandt zeigt die Einbindung Büdingens in die Verteidigungsplanungen der Militärs im Zweiten Weltkrieg. Detailliert werden die Bunkerbauten um Büdingen in ihrer bautechnischen Ausführung und Erstellung beschrieben.

In »The Büdingen Affairs - Kunstraub nach dem Zweiten Weltkrieg« erzählt Christa Hollnagel die Geschichte eines Raubs durch Angehörige der US-Armee nach dem Einmarsch in Büdingen nach.

Betrachtungen zur Armut

Zu seinen »Büdinger Betrachtungen: Armut« schreibt Volkmar Stein: »Ausgangspunkt ist jeweils ein Ereignis, meist aus der Büdinger Geschichte - es kann aber auch ein weit entferntes sein, von dem aus Licht auf das reflektierte Thema und auf Büdingen fällt. Jacob Burckhardt im Kleinformat.«

»Von ungehorsamen Glaubergern und halsstarrigen Stockheimern« handelt der Beitrag von Andreas Klöppel. Die ausgewerteten Akten zu den Streitigkeiten zwischen Glauberg und Stockheim um die Beweidung am Glauberg im Jahr 1580 zeigen exemplarisch, dass die Festlegung und Einhaltung von Gemarkungsgrenzen von großer Bedeutung für die Menschen der Region im 16. Jahrhundert waren.

Christian Vogel stellt in seinem Beitrag über das Hofgut Leustadt dessen wechselvolle Geschichte vor. Zugleich schließt sein Rückblick die Erinnerung an Gisela Spruck mit ihrer denkmalpflegerischen Leistung beim Erhalt und der Sanierung des Hofguts ein. Ortwin Heinrich berichtet von einem Fund von Mammutfossilien in der Gemarkung Diebach am Haag, der bei einer »Feldbereinigung« 1904 gemacht wurde. Volkmar Stein würdigt in seinem Nachruf auf Dr. Klaus-Peter Decker (1939 bis 2021) dessen herausragende Leistungen für die Erforschung der Büdinger und Ysenburger Geschichte.

Im Museum erhältlich

Der Band XXVII der Büdinger Geschichtsblätter hat 378 Seiten und kostet 22 Euro. Er ist im Heuson-Museum erhältlich und kann bei Joachim Cott, dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins, per E-Mail an joachim.cott@t-online.de sowie unter der Telefonnummer 06042/952334 bestellt werden. Mitglieder des Geschichtsvereins erhalten ihn kostenlos.

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