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Aus Büdinger Baumarkt wird Zentrum für Katastrophenschutz des Wetteraukreises

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Der Wetteraukreis kauft das Gebäude im Büdinger Industriegebiet, in dem einst ein Obi-Markt war. Dort soll ein Zentrum für Zivil- und Katastrophenschutz entstehen. © Björn Leo

Der Wetteraukreis kauft das Gebäude des ehemaligen Obi-Marktes im Büdinger Industriegebiet. Dort entsteht ein Zentrum für Zivil- und Katastrophenschutz.

Büdingen (jwn). Der Wetteraukreis kauft das Gebäude des ehemaligen Obi-Marktes im Büdinger Industriegebiet. Das hat der Kreistag mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linken in einer Sitzung entschieden, die nicht öffentlich war. Der Kaufpreis beträgt 2,8 Millionen Euro zuzüglich Nebenkosten in Höhe von zirka 300 000 Euro.

Nutzung ab Januar

Laut Landrat Jan Weckler (CDU) soll die Halle ab Januar multifunktional genutzt werden, vor allem dem Zivil- und Katastrophenschutz als Standort dienen. 12 500 Quadratmeter umfasst das Grundstück. Das Gebäude ist 4500 Quadratmeter groß. Hinzu kommt eine 725 Quadratmeter große überdachte Freifläche.

»Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder die sich zuspitzende Energiekrise zeigen: Dem Zivil- und Katastrophenschutz kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu, wenn es um die Sicherheit der Menschen geht. Mit diesem Kauf wollen wir sicherstellen, dass unsere Einsatzkräfte unter den besten Voraussetzungen arbeiten können und für alle Herausforderungen gewappnet sind«, erklärte der Landrat.

Derzeit sind Ausstattungsgegenstände und Material des zuständigen Fachbereichs Gesundheit und Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung dezentral eingelagert: etwa am Friedberger Europaplatz, im kürzlich in Betrieb genommenen Dienstgebäude Steinkaute, in einer ehemaligen Turnhalle in Assenheim, in der Alten Schule Reichelsheim und in einigen angemieteten Lagerflächen. Die im Kreisgebiet verteilten Lager sollen in Büdingen zentralisiert werden. Darüber hinaus sei absehbar, dass der Bedarf an Lager- und Stellplätzen weiter steigen werde, so Weckler.

In der Vergangenheit fungierte die Halle bereits als zentrales Impfzentrum für den Wetteraukreis. Sie soll im Bedarfsfall zudem als sogenannter Betreuungsplatz 500 (BTP 500) im Sinne des Sonderschutzplans Betreuungsdienst des Landes Hessen genutzt werden können. Der BTP 500 verpflegt, versorgt und betreut in Notlagen - beispielsweise bei Hochwasser oder einer Gasmangellage - bis zu 500 Personen. In solchen Fällen standen bislang ausschließlich kreiseigene Sporthallen zur Verfügung.

Archivfläche für Bauamtsregistratur

Doch nicht nur für den Zivil- und Katastrophenschutz könnte der ehemalige Baumarkt genutzt werden. Auch Archivflächen für die jährlich wachsende Bauamtsregistratur stehen zur Verfügung. Zum anderen könnte das Areal temporär und optional als Ausweichquartier dienen, wenn das Landratsamt in Büdingen renoviert und erweitert wird - auf der großen Außenfläche wäre genug Platz vorhanden, um vorübergehend Bürocontainer aufzustellen.

Derzeit weist das Gebäude lediglich kleinere Mängel an Dach und Haustechnik auf, die im Kaufvertrag Berücksichtigung finden. Es gibt 130 Parkplätze.

»Wir wollen alle Optionen nutzen, um uns krisenfest zum Schutz der Menschen in unserem Landkreis aufzustellen und das zentral am Standort in Büdingen«, begründet der Landrat den Kauf.

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