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Aus drei mach eins

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Der neue Vorstand: Sören Schmidt, Angelika Rybarski, Normen Zinsheimer, Horst Zinsheimer, Klaus-Peter Allwohn, Ina Zinsheimer, Manuela Allwohn und Dieter Amrein. © Detlef Maresch

Wetteraukreis/Vogelsbergkreis (det). Zum Kreisverband Oberhessen haben sich im Bürgerhaus Harb drei Zweigvereine des Bundesverbandes Rehabilitation (BDH) zusammengeschlossen: die BDH-Vereinigungen Gießen, Vogelsberg und Friedberg mit insgesamt 245 Mitgliedern. Neuer Vorsitzender ist Horst Zinsheimer (Ober-Schmitten), der vorher an der Spitze des Friedberger Vereins stand und seit 1998 Mitglied ist.

70 Jahre Vereinsgeschichte sind der Fusion vorausgegangen.

Anlass zur Verbandsgründung waren die schweren Verwundungen und Erkrankungen, die Soldaten im Ersten Weltkrieg erlitten hatten, aber auch die Hoffnung auf Rehabilitation und ein selbstständiges Leben. So schlossen sich bereits 1921 Kriegsgeschädigte in Frankfurt zum »Verein hirnverletzter und organisch nervenkranker Krieger« zusammen. Ein Jahr zuvor war ein vergleichbarer Verein in München gegründet worden.

Verband musste sich wandeln

Ziel war die optimale medizinische Rehabilitation, kombiniert mit nötigen Hilfen im Alltag. Auch aus dem Zweiten Weltkrieg gingen Kriegsteilnehmer mit vergleichbaren Schäden hervor. Im kürzlich erschienenen Buch »Einhundert Jahre Bundesverband Rehabilitation: Die Geschichte des BDH« spiegelt sich die Not der Opfer der beiden Weltkriege wider, aber auch die großen sozialen Aufgaben, die die junge Bundesrepublik zu bewältigen hatte. In dem Buch wird auch der Einfluss des BDH auf die sozialen Systeme der Bundesrepublik dargestellt, denn auch der Verband musste sich wandeln: Es gab zunehmend Unfallopfer und neurologisch Erkrankte, die eine Rehabilitation und Wiedereingliederung brauchten. Veränderung war angesagt, um passgenau helfen zu können.

Aus ehemaligen Pflegeheimen und Sanatorien wurden spezialisierte Zentren für Neurorehabilitation, Beatmungs- und Intensivmedizin. Ambulante Angebote im Bereich der beruflichen Rehabilitation entstanden. Inzwischen ist der BDH Träger und Gesellschafter von sechs neurologischen Kliniken in fünf Bundesländern. Dazu gehört auch die Reha-Klinik im hessischen Braunfels. Vor einigen Jahren kam es dann zur Namensänderung als Bundesverband Rehabilitation. Das H in der Abkürzung erinnert an die Gründergeneration der Kriegs-Hirnverletzten.

Vorstand gewählt

Weiter unterhält der BDH ein bundesweites Netz an sozialhilferechtlichen Beratungsstellen, besetzt mit spezialisierten Juristen, und Regionalverbände in den Bundesländern, deren ehrenamtlich Tätige den Betroffenen als Anlaufstelle und Selbsthilfegruppe zur Seite stehen.

So kam auch Horst Zinsheimer zum BDH. Der 1954 geborene Metzger konnte wegen einer schweren Arthrose noch vor dem eigentlichen Rentenalter seinen Beruf nicht mehr ausüben. Daher brauchte er nicht nur medizinische Hilfe und Reha-Angebote aus dem Spektrum der Physiotherapie, sondern auch Renten- und Rechtsberatung, die er beim juristischen Team der BDH-Geschäftsstelle fand.

»Die absolute Unsicherheit, wie es nach der Erkrankung weitergehen soll, haben viele unserer Mitglieder erlebt«, berichtet Zinsheimer. Seit 2001 ist er Vorsitzender des damaligen BDH-Kreisverbandes Friedberg und hat viel Erfahrung in krankheitsbedingten Krisensituationen.

Im Bürgerhaus Harb trafen sich die Mitglieder nun nach der Corona-Pause zur Jahreshauptversammlung. Gekommen war auch die Bundesvorsitzende Ilse Müller, die die Vorstandswahlen leitete. Klaus-Peter Allwohn (Wölfersheim) wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Silke Pflug (Wölfersheim) zur Schriftführerin, Normen Zinsheimer zum Rechner. Beisitzer sind Helmut Greif (Feldtatal), Sören Schmidt (Heuchelheim), Dieter Amrein (Nidda) und Ina Zinsheimer (Nidda). Weitere zehn Mitglieder wurden für die Bundesdelegiertentagung im September in Mönchengladbach gewählt.

Für 20-jährige Mitgliedschaft wurde Wolfgang Fett geehrt, Jens Döll, Bernd Gutte, Silke Pflug und Robert Cornella gehören dem Verband seit zehn Jahren an.

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Im Beisein der Bundesvorsitzenden Ilse Müller (3. v. l.) zeichnen Horst Zinsheimer und Klaus-Peter Allwohn die langjährigen Mitglieder Robert Cornella, Wolfgang Fett, Jens Döll und Bernd Gutte aus. © Detlef Maresch

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