1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Ausreißen und verbrennen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

rueg_Jakobskreuzkraut-Ak_4c
Die ehrenamtlichen Helfer der Jagdgenossenschaft Betzenrod mit ihrer Ausbeute ausgerissener Jakobskreuzkraut-Pflanzen. © Stefan Weil

Betzenrod (sw). Die grellgelbe Farbe springt ins Auge. Die hochstielige Pflanze ist schön anzusehen. Unübersehbar wächst das Jakobskreuzkraut derzeit an vielen Straßenrädern und größeren Wiesenflächen. Kehrseite ist aber die potenzielle Gesundheitsgefährdung. Das Jakobskreuzkraut ist giftig.

Schon seit mehreren Jahren rücken daher ehrenamtliche Helfer der Jagdgenossenschaft Betzenrod der Pflanze zu Leibe. Diesmal hatten sich rund 30 Personen an der Halle der Jagdgenossenschaft eingefunden. Mit mehreren Fahrzeugen und Anhängern und aufgeteilt in drei Gruppen, schwärmten die Freiwilligen in die Gemarkung aus. Einer Suche bedurfte es nicht, das Jakobskreuzkraut ist dieses Jahr wieder an vielen Stellen kräftig gewachsen und schon von Weitem gut zu erkennen. Zum Beispiel entlang der Kreisstraße von Betzenrod zum Abzweig der Bundestraße 276 nach Laubach stehen die Krautpflanzen in Massen wie auch auf dem Straßenabschnitt nach Schotten. Auch bei Windrädern, bei den Gluckensteinen oder im Bereich am Friedhof in der Betzenröder Gemarkung.

»Am besten ist es, die Pflanzen im Ganzen aus dem Boden auszureißen«, erklärt Matthias Lang, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft. Einfach abschneiden oder abmähen nutzt wenig, wenn die Bekämpfung nachhaltig sein soll. Auch Untermulchen ist nicht der richtige Weg. Die zweijährige Pflanze behält dabei ihre Wurzeln. Im darauffolgenden Jahr wächst sie wieder, und auch die Blüten können sich wieder ausbilden.

Die Blüten sind aber letztlich das Gefährliche und tragen zur Vermehrung bei, was sich auch in diesen Tagen wieder an zahlreichen Stellen im Landschaftsbild zeigt. Winde können die Samen bis zu 100 Meter weit tragen und die Ausbreitung der Pflanze verstärken. Auch Gärten sind häufig betroffen. Das Jakobskreuzkraut einfach stehen lassen bedeutet, dass sich das Gewächs fast zwangsläufig weiter ausbreitet.

Mühselige Handarbeit

Maschinell ist das nachhaltige Entfernen praktisch nicht möglich, es ist mühselige Handarbeit. Die Pflanzen müssen einzeln oder mit nur wenigen Exemplaren zum Ausreißen in die Hand genommen werden. Unverzichtbar sind Arbeitshandschuhe, denn eine Berührung des Jakobskreuzkrautes mit der Haut sollte möglichst vermieden werden. Das in der Pflanze enthaltene Gift kann potenziell leberschädigend sein. Giftstoffe können über beschädigte Hautpartien in den Körper gelangen. Eine Berührung der Pflanze bei unbeschädigter Haut hat aber keine gesundheitsschädlichen Folgen.

Wichtiges Kriterium bei der Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts ist die fachgerechte Entsorgung. Wegen der giftigen Bestandteile dürfen die ausgerissenen Pflanzen keinesfalls in den üblichen Grünabfall aus Haus und Garten gelangen. Auch die Grünabfallkompostanlagen wie am Bockzahl in der Schottener Kernstadt sind tabu. Denn die Samen können noch nach 20 Jahren wieder auskeimen. Bei kleineren Mengen eignet sich die Restmülltonne. Eine andere Möglichkeit ist das Verbrennen, was allerdings nur mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen werden darf.

Die Helfergruppe der Jagdgenossenschaft Betzenrod hatte nach mehreren Stunden Arbeit eine große Menge ausgerissener Pflanzen gesammelt. An der Jagdgenossenschaftshalle wurde der giftige Abfall in Big Packs umgeladen. Die großen Behältnisse hatte der städtische Bauhof zur Verfügung gestellt. »Wir fahren die Säcke direkt zum zentralen Entsorgungszentrum nach Schwalmtal-Brauerschwend«, teilte Bauhofleiter Jochen Wöllner mit. Der giftige Abfall wird dort in einem Container gesammelt und am Jahresende zur Verbrennung in ein weiteres Entsorgungszentrum verbracht.

rueg_Jakobskreuzkraut_05_4c
Das Jakobskreuzkraut: schön anzusehen, aber giftig. © Stefan Weil

Auch interessant

Kommentare